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4 Debian Paket Format

Das de Debian Paketformat ist detaillierter als RPM. Debian definiert nicht nur das Format, sondern auch die Datei-Struktur und vieles mehr. Deswegen ist das System problemloser aktualisierbar.

Während die meisten Distributionen inzwischen auf das RPM-Format umgestiegen sind, ist Debian seinem Paket-Format treu geblieben. Erkennbar sind diese Pakete an der Endung .deb. Zum Auspacken dient der Debian Packager (dpkg) oder das Kommando apt-get. dselect bietet ein Standard-Menü zur Paket-Installation, tasksel ein Menue mit verschiedenen vordefinierten Paketauswahlen. z.B. x-window-system oder mail-server.

Es gibt neben der Menü-gesteuerten Alternative (dselect, aptitude) auch graphische Frontends (gnome-apt, kpackage).

Kommando Beschreibung
apt-get install <paketname> Paket installieren
apt-get install <kernel-name> anderen Kernel installieren
apt-get --purge remove <paketname> Paket löschen
apt-get remove <paketname> Paket löschen, aber
Konfigurations-Dateien behalten
apt-get update / upgrade System auf den neuesten Stand bringen

Ausführliche Informationen zu apt erhalten Sie in dem Text  APT-Howto.

Da die Unterstützung von Debian-Paketen manchmal hinter der von RPM-Paketen hinterherhinkt, gibt es einen Konverter (alien), mit dem sich diese Pakete ins Debian-Format umwandeln lassen (und umgekehrt). Kritisch für eine Konvertierung sind systemnahen Paketen, da hier hierbei evtl. wichtige Informationen verloren gehen können.

Weitere Angaben zu Debian können dem Online-Manuel (man ...) oder dem Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch (de http://www.openoffice.de/linux/buch/) entnommen werden.


5 Die klassische Installation

Bevor Linux auf der Bildfläche erschien, wurden Programm-Pakete in Source-Form zur Verfügung gestellt, die in komprimierte Tar-Archive (auch als Tar-Ball bezeichnet) verpackt wurden. Während früher hauptsächlich das Unix-eigene compress zum Komprimieren verwendet wurde, ist es inzwischen weitgehend von gzip verdrängt worden, das einen besseren Komprimierungs-Faktor erzielt. Vereinzelt wird auch bzip2 eingesetzt (z. B. von http://www.blackdown.org), da es noch einen Tick besser ist (vgl. Abbildung "tar-archive.png"} -- hier wurde zum Vergleich die Tar-Datei von tkcvs 6.4 herangezogen)


Typische Komprimierung von compress, gzip und bzip2
Typische Komprimierung von compress, gzip und bzip2
Endung komprimiert mit auspacken mit
.tar (ohne) tar xvf ...
.tar.Z compress tar Zxvf ...
.tar.gz gzip tar zxvf ...
.tgz gzip tar zxvf ...
.tar.bz2 bzip2 tar jxvf ...

Das GNU-tar-Kommando, das üblicherweise bei allen Linux-Distributionen verwendet wird, kann mit komprimierten Tar-Archiven umgehen (s. Tabelle). Andere Unix-Systeme (z. B. SunOS) verwenden eine andere Tar-Implementierung. Hier muss man zuerst das Archiv dekomprimieren (mit uncompress, gunzip oder bunzip2), ehe man die Tar-Datei auspacken kann.

Vereinzelt findet man auch im Linux-Bereich Zip-Archive vor, erkennbar an der Endung .zip. Diese werden mit unzip ausgepackt.

Nachdem das Tar-Archiv erfolgreich ausgepackt ist, sollte man nach einer Datei README oder INSTALL Ausschau halten. Dort steht beschrieben, wie das Paket übersetzt und installiert wird. Unabhängig von der Plattform und Distribution sind es meist folgende Schritte, die ausgeführt werden:

  1. ./configure oder make config
    Im ersten Schritt wird untersucht, um was für ein System (Linux, Unix, ...) es sich handelt, welche Bibliotheken vorhanden sind und ob die zur Kompilierung benötigten Tools wie C-Compiler (gcc) oder Linker (ld) installiert sind, um daraus ein  Makefile zu generieren.
  2. make
    Mit Hilfe des  Makefiles, das im ersten Schritt erzeugt wurde, wird das Paket übersetzt.
  3. make test (optional)
    Mit diesem Schritt wird überprüft, ob die Kompilation erfolgreich war.
  4. make install
    Damit wird das Paket installiert.

Hilfreich bei der Übersetzung ist die Option -n des  make-Kommandos. Damit kann man make erst einmal trocken ausführen, um zu sehen, welche Kommandos alle ausgeführt werden und in welches Verzeichnis welche Dateien kopiert werden, um nötigenfalls das Makefile noch anpassen zu können.

Auch wenn dieses Verfahren meist problemlos funktioniert, hat die Sache einen Haken: an die Deinstallation hat der Autor meistens nicht gedacht, d. h. ein make uninstall wird in den wenigsten Fällen klappen. Und so bleiben die installierten Dateien bis in alle Ewigkeit im System, es sei denn, man hat sich bei der Installation gemerkt, welche Dateien wohin kopiert wurden und löscht sie manuell.

Weitere Nachteile der manuellen Installation:

  • Auf dem Zielsystem müssen alle Werkzeuge (Compiler, Linker, Make etc.), Bibliotheken und Headerdateien zum Kompilieren des Programmes vorhanden sein.
  • Bei der Installation einer neueren Version eines Programmes (Update) werden evtl. die bereits vorhandenen, an das System angepassten Konfigurationsdateien der alten Version überschrieben.


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