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4 Konfiguration

Fluxbox kann mit dem grafischen Werkzeug fluxbare oder direkt durch Editieren der Konfigurationsdateien angepasst werden. Hier wird Letzteres besprochen. Einige der Einstellungen lassen sich auch im Fluxbox-Menü im Unterpunkt Configuration einstellen.

Es gibt systemweite Konfigurationsdateien, die bei den meisten Distributionen als Vorlage für die benutzerdefinierten Konfigurationsdateien verwendet werden. Sie liegen im Verzeichnis /etc/fluxbox oder /etc/X11/fluxbox, je nach Distribution.

In der Datei menu werden die Inhalte des Fluxbox-Menüs festgelegt. Diese Datei braucht man normalerweise nicht zu editieren, da neue Programme nach einer Installation automatisch in die systemweite Menüvorlage (/etc/fluxbox/fluxbox-menu, bzw. /etc/X11/fluxbox/fluxbox-menu) mit aufgenommen werden.

Die Datei init legt die verschiedenen Verhaltensweisen des Fenster-Managers fest. Unter anderem kann man die Namen und Orte der Konfigurationsdateien festlegen.


4.1 Am Anfang war init

Die wenigen Optionen, die hier von der Datei init besprochen werden beziehen sich auf die Lage und die Namen der anderen Konfigurationsdateien, welche sich nicht im Fluxbox-Menü einstellen lassen. Es sind:

session.menuFile:  /home/user/.fluxbox/menu
session.keyFile:   /home/user/.fluxbox/keys
session.styleFile: /home/user/.fluxbox/styles/GreenDebian
     

Diese drei Zeilen legen den Ort und den Namen der Dateien fest, die das Fluxbox-Menü, die Tastaturkürzel und den Stil festlegen. Verweisen diese Einträge auf andere Dateien, so haben die erstellten Dateien im home-Verzeichnis keinen Einfluss.


4.2 Konfiguration des Fluxbox-Menüs

Leerzeilen haben keinen Einfluss auf das Fluxbox-Menü. Kommentare werden durch # eingeleitet. Alle Zeichen bis zum Zeilenende werden in einer so gekennzeichneten Zeile ignoriert. Die Konfiguration beginnt mit den Zeilen:

<Name> MENU
[begin] (<Name>>)

[end]
<Name> END
     

Die Überschrift des Fluxbox-Menüs wird durch <Name> festgelegt. Der Rest der Konfiguration erfolgt zwischen den Zeilen mit [begin] und [end]. Ein neues Untermenü wird mit den folgenden Zeilen angelegt:

[submenu] (<Menü-Name>) {}

[end]
     

<Menü-Name> bestimmt den Namen des Untermenüs. Alle Menüeinträge für dieses Untermenü sind zwischen den Zeilen mit [submenu] und [end] einzutragen. Ein Untermenü kann auch weitere Untermenüs enthalten. Bei einer solchen Untermenüstruktur ist es ratsam, aber nicht zwingend notwendig, eine entsprechende Einrückung der Zeilen vorzunehmen. Einen Programmstarter legt man innerhalb eines Untermenüs mit der folgenden Zeile fest:

[exec] (<Programmname>) {<ausführbare Datei>}
     

<Programmname> ist die Bezeichnung, die im Menü zu sehen sein soll. Mit <ausführbare Datei> ist die Datei, die ausgeführt werden soll gemeint. Die Angabe kann mit oder ohne vollständigem Pfad erfolgen.

Das folgende Beispiel dient der Verdeutlichung:

Fluxbox MENU
[begin] (Fluxbox)
   [submenu] (Browser) {}
      [exec] (dillo) {/usr/bin/dillo}
      [exec] (gFTP) {gftp}
   [end]
   [submenu] (X-Terminal-Emulatoren) {}
      [exec] (Konsole) {/usr/bin/konsole}
      [exec] (XTerm) {xterm}
   [end]
[end]
Fluxbox END
     

4.3 Anlegen von Tastaturkürzeln

Tastaturkürzel werden im Allgemeinen, wenn nicht anders in der init-Datei angegeben in der Datei keys in ~/.fluxbox festgelegt. Genauso wie bei der Menü-Definition, leiten #-Zeichen auch bei den Tastaturkürzel-Definitionen einen Kommentar ein. Als Modifikationstasten stehen die Alt-Taste (Mod1 in der Definition), die Umschalttaste (Shift in der Definition), die Strg-Tasten (Control in der Definition) und die Windows-Taste (Mod4 in der Definition) zur Verfügung. Die Tasten können selbstverständlich auch zusammen benutzt werden. Ein Tastaturkürzel besteht aus mindestens einer Modifikationstaste und einer Buchstaben-, Zahlen- oder Funktions- (F1 - F12) Taste. Die Definition eines Tastaturkürzels sieht folgendermaßen aus:

<Modifikationstaste(n)> <weitere Taste> :ExecCommand <Programm>
     

Dabei ist <Modifikationstaste(n)> entweder eine Modifikationstaste oder Mehrere. Wenn mehrere Modifikationstasten bestimmt werden, so müssen diese durch Leerzeichen getrennt werden.

Als Beispiel dienen die -- nach der Ansicht der Autoren -- besonders nützlichen Tastaturkürzel:

Control Shift s :ExecCommand import -window root -quality 75 `date +shot-%Y-%m-%d-%H%M%S.jpg`
Control Shift Tab :PrevTab
Control Tab :NextTab
Mod1 Shift plus :ExecCommand aumix -v+10
Mod1 Shift numbersign :ExecCommand aumix -v-10
Mod1 plus :MaximizeWindow
     

Mit Strg+Shift+s kann man nach erstens ein Bildschirmfoto mit dem Namen shot-<Jahr>-<Monat>-<Tag>-<Stunde><Minute><Sekunde>.jpg im aktuellen Verzeichnis ablegen. Nach der Definition von zweitens schaltet das Tastaturkürzel Strg+Shift+Tab zwischen den vereinigten Fenstern rückwärts um und nach drittens erlaubt Strg+Tab das Umschalten vorwärts. Viertens und fünftens sind nützlich, um mittels Alt+Shift++ oder Alt+Shift+- mit dem Programm aumix die Lautstärke zu steuern. Mit sechstens lässt sich ein Fenster maximieren.

Für die Steuerung der Fenster sind noch weitere Kurztasten sehr nützlich:

Mod1 KP_Add :VerticalIncrement
Mod1 KP_Subtract :VerticalDecrement
Mod1 KP_Multiply :HorizontalIncrement
Mod1 KP_Divide :HorizontalDecrement
Mod1 KP_4 :BigNudgeLeft
Mod1 KP_6 :BigNudgeRight
Mod1 KP_2 :BigNudgeDown
Mod1 KP_8 :BigNudgeUp
     

KP steht in diesen Beispielen für die Ziffernblocktasten. So lassen sich mit 1-4 die Größe der Fenster per Alt+Ziffernblocktaste[%,x,-,+] steuern. Mit 5-8 ist es möglich mittels Alt+Ziffernblocktaste[4,8,6,2] die Fenster nach links, oben, rechts und unten zu bewegen.

Das Umschalten zwischen den geöffneten Fenstern mit Alt+Tab vorwärts, Alt+Shift+Tab, wie weiter oben beschrieben, ist standardmäßig definiert mit:

Mod1 Tab :NextWindow
Mod1 Shift Tab :PrevWindow
     

Der Fantasie sind hierbei jedoch keine Grenzen gesetzt.


4.4 Fluxbox mit Stil

Im Fluxbox-Menü kann man im laufenden Fluxbox-Betrieb zwischen den installierten Stilen wechseln. Es gibt systemweit installierte und benutzerdefinierte Stile. Sie liegen in den Verzeichnissen /usr/share/fluxbox/styles und ~/.fluxbox/styles.

Man kann sich neue Stile erstellen, vorhandene Stile abändern oder Stile aus dem Internet herunterladen. Eine relativ große Auswahl an Stilen ist beispielsweise unter den folgenden Adressen zu finden:

Das Schreiben eigener Stile und Abwandeln vorhandener Stile wird hier nicht erklärt, weil diese Themen einen eigenen Text füllen würden.

Einen neuen Fluxbox-Stil zu installieren, ist ganz einfach: Man kopiert die Datei, die den Stil definiert in eines der beiden Stil-Verzeichnisse. Um einen systemweiten Stil zu installieren, benötigt man natürlich  root-Rechte. Auf einen benutzerdefinierten Stil kann selbstverständlich nur der jeweilige Benutzer zugreifen. Der Name der Stil-Datei ist gleichzeitig die Bezeichnung des Stils im Fluxbox-Menü.

Einige Stile verwenden Hintergrundbilder. Sie müssen standardmäßig in einem der folgenden Verzeichnisse hinterlegt werden /usr/share/fluxbox/backgrounds und ~/.fluxbox/backgrounds.

Dieses Verzeichnis wird allerdings durch das Kommando

rootCommand: bsetbg <Verzeichnis>/<Bilddatei>
     

in der Stil-Definition festgelegt, so dass dieser Ort, je nach Stil, auch vom Standard abweichen kann. Man kann unter Fluxbox auch Blackbox Stile verwenden, deshalb kann es manchmal vorkommen, dass man geringe Änderungen an einem Stil vornehmen muss. So könnte es z.B. sein, dass in einer Stil-Datei ein Eintrag folgender Form existiert:

rootCommand:    Esetroot -center ~/.blackbox/backgrounds/deepness.jpg
     

Hier wäre es nötig den Pfadnamen zu berichtigen, damit der Stil auch das gewollte Hintergrundbild findet.


4.5 Fluxbox Desktop

Mit Fluxbox selbst ist es nicht möglich den Hintergrund zu verändern, da dies nicht die Aufgabe eines Fenster-Managers ist. Hierfür kann man das Programm Esetroot verwenden, das ein Bestandteil des Programms Eterm ist. Normalerweise verwendet man unter Fluxbox das Programm bsetbg, um den Hintergrund zu verändern, es ist allerdings auch möglich, z.B. mit display -window root datei.jpg (display ist Bestandteil von ImageMagick) den Hintergrund zu verändern.

Ähnliches gilt für die Darstellung von Symbolen, mit denen Programme auf dem Desktop gestartet werden. Dies ist mit Fluxbox allein nicht möglich, allerdings gibt es die Möglichkeit einen Desktop mit Fluxbox zu verwenden, indem man das Programm fbdesk oder idesk benutzt. Dies alles ermöglicht Fluxbox: ein kleiner, aber durchaus funktionaler Fenster-Manager.



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