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2 Resolver

Ein Programm, z.B. ein WWW-Browser, muß nun natürlich so einen DNS-Server fragen können. Damit das nicht jedes Programm von sich aus implementieren muß, ist das Bestandteil der libc. Dies nennt man Resolver, zu deutsch: "Auflöser". Die Funktionen verwenden Konfigurationsdateien (bzw. bei Win entsprechende Registryeinträge), um z.B. die IP Adresse des zu verwenden Namensservers zu ermitteln. Der Resolver sendet eine Anfrage an einen DNS-Server, und erwartet die (endgültige) Antwort. Der DNS-Server muß nun hinten beginnend den Namen auflösen. Soll er z.B. www.selflinux.de für den Klienten auflösen, muß er sich dabei rekursiv durch die DNS-Struktur hangeln.

Er fragt zuerst einen ROOT-SERVER nach den DNS-Servern (falls noch nicht im Cache), die für de. autoritativ sind. Dann fragt er einen dieser nach den für selflinux.de. autoritativen, und einen von diesen nach www.selflinux.de.. Hat er die Antwort im Cache, oder hatte ein anderer DNS-Server (der von "unserem" als Forwarder benutzt wird, der also die Anfragen weitergereicht bekommt) die Antwort im Cache, so wird sie dem Client als non-authoritative gekennzeichnet übermittelt. Diese Information bekommt das Programm normalerweise allerdings nicht zu sehen.

Es gibt auch DNS-Server, die diese rekursiven Resolveranfragen nicht auflösen. Diese können von einem Client nicht als DNS-Server benutzt werden. Das reduziert die Belastung dieser DNS-Server, was z.B. bei den ROOT-Servern wichtig ist.

Häufig wird unter UN*X der BSD-Resolver verwendet. Dieser wird mit der Datei /etc/resolv.conf konfiguriert. Hier können einige Optionen gesetzt werden. Eine ist natürlich die zu verwendenden Namensserver. Diese werden einfach untereinander (jeder in einer Zeile) aufgezählt (z.B.: "nameserver 127.0.0.1" usw.). Zusätzlich wird hier die DNS-Domain eingetragen (z.B.: "domain self-linux.de"), und eine Suchliste (z.B.: "search selflinux.de de com" - ein benutzerfreundliches Beispiel).

Es wird immer der erste Namenserver gefragt, außer wenn dieser ausfällt. Nach einem großzügigen Timeout wird dann der zweite verwendet.

Es gibt eine Erweiterung, der Splitted Resolver. Hier kann man zusätzlich angeben, für welche Domains der Namesserver verwendet wird (die Option "nameserver" erhält dies als weiteren Parameter). Diese Erweiterung ist allerdings relativ selten anzutreffen. Die Suchliste funktioniert wie folgt:
Wird ein Name nicht gefunden, so wird der erste Teil der Suchliste angehängt (also selflinux.de). Wird auch der so erweitere Name nicht gefunden, so wird dem ursprünglichen der zweite Teil angehängt, und eine dritte Anfrage gestartet usw. Der Client (also das Programm) bemerkt davon nichts. So kann man sich etwas Schreibarbeit sparen. Eine Beispieldatei wäre also:

/etc/resolv.conf
domain selflinux.de
search selflinux.de de com
nameserver 127.0.0.1
nameserver 192.168.1.53
  
Sicherheitshalber sollte man stets mehrere Nameserver angeben.

Verwendet man Windows-Clients, so sind diese Paramter im entsprechenden Fenster einzustellen. Dabei ist zu beachten, dass Windows Namen grundsätzlich zuerst über das Windows-Namensprotokoll aufzulösen versucht, was zu unerwarteten Effekten führen kann.

In einer weiteren Datei (/etc/nsswitch.conf) legt man unter moderneren UN*X-Varianten fest, in welcher Reihenfolge welche Methoden zur Namensauflösung verwendet werden (lokale Dateien, DNS oder NIS). Die entsprechende Option heißt "hosts". In einer typischen DNS-Konfiguration (ohne NIS) ist sie meist auf

/etc/nsswitch.conf
hosts:  files dns
  

gesetzt (erst lokale Datei: /etc/hosts, dann DNS verwenden).



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