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Dokument Dynamic Host Configuration Protocol  Autor
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1 DHCP

Über das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) werden einem Client-Rechner alle nötigen Netzparameter übermittelt.

Siehe DHCP RFC-2131 und andere.


2 Leistungsmerkmale

DHCP dient der einfachen Zuteilung von Netzwerkinformationen in lokalen TCP/IP-Netzen. Zu diesen Informationen gehören z.B. IP-Nummer, Domainname, Routing und DNS-Server.

Bei Diskless-Workstations bilden DHCP oder BOOTP die Grundlage.


3 Kurzbeschreibung der Arbeitsweise

Beim Booten kennt der Rechner nur die MAC-Adresse seiner Netzwerkkarte.
Diese ist meistens in der Netzwerkhardware (Ethernet, FDDI, Firewire, Wireless LAN) programmiert. Bereiche für MAC-Adressen werden nach einem internationalen Standard von einem Gremium (siehe en http://standards.ieee.org/regauth/oui/index.shtml) an die Hersteller der Hardware vergeben. Diese wiederum teilen jedem Netzwerkport eine eindeutige MAC-Adresse zu.

Mit der MAC-Adresse sendet der Rechner eine Rundfrage (Broadcast) ins Netz mit der Bitte, ihm eine Netzwerkkonfiguration mitzuteilen.

Der DHCP-Server wartet auf solche Rundfragen und teilt dem anfragenden Rechner die entsprechenden Daten mit.

Grafik Rolf Brunsendorf
Grafik Rolf Brunsendorf

Außerdem speichert der Server sowohl die MAC-Adresse des Clients als auch die ihm zugeteilte IP-Adresse in einer Datei. (dhcp.leases)

Diese IP-Adresse wird für eine bestimmte Laufzeit (Lease Time) für diesen Client reserviert. Nach einiger Zeit versucht der Client, seine Adresse beim Server zu erneuern (renewing). Gelingt ihm dies nicht, so fragt er etwas später alle Server nach seiner Adresse (rebinding).

Wird seine Adresse auch nach dieser Anfrage nicht erneuert, muss er alle Netzwerkaktivitäten beenden. Allerdings darf er das DHCP-Protokoll neu beginnen.


4 Arten der Zuteilung von IP-Adressen


4.1 Feste IP-Adresse aufgrund der MAC-Adresse

MAC-Adressen und IP-Adresse werden fest in die dhcp.conf eingetragen.

Ausschnitt dhcp.conf
     
host test{
  hardware ethernet 00:00:c0:5d:bd:95;
  fixed-address 192.168.0.121;
# Bei laufenden Nameservice ist auch
# fixed-address test.local.invalid;
# möglich
}
     
     

4.2 1.1 Feste IP-Adresse, automatisch zugeteilt, mit Zeitbegrenzung

Hierbei wird die IP-Adresse für eine unbegrenzte (schlecht) oder eine lange Laufzeit zugeteilt.

Hier sollte man die Laufzeit (lease-time) auf einen höheren Wert setzen:

Ausschnitt dhcp.conf file
     
max-lease-time 432000;
# 24*60*60*5 -> 5 Tage
subnet 192.168.0.0 netmask 255.255.255.0 {
  range dynamic-bootp 192.168.0.32 192.168.0.40;
}
     
     

4.3 Dynamische Zuteilung

Die Vorgehensweise ist hier dieselbe wie oben, allerdings wird die Laufzeit auf einen niedrigeren Wert gesetzt.


5 Konfiguration der Clients

Heute sind die meisten Rechner mit Client-seitiger DHCP-Unterstützung vorkonfiguriert. Das DHCP-Protokoll vereinfacht die Netzwerkonfiguration erheblich.

Beim Client müssen keinerlei rechnerspezifische Netzwerkeinstellungen mehr vorgenommen werden. Im Prinzip muss man den Rechnern nur mitteilen, dass DHCP verwendet werden soll.


5.1 DHCP-Client


5.1.1 Linux

pump, dhcpclient, dhcpcd, dhclient. .......

Auch DHCP-Clients können umfangreich konfiguriert werden, siehe /etc/dhcpc/config im Paket dhcpcd. So kann man zum Beispiel verhindern, dass vom DHCP-Server Daten übernommen werden, die eine spezielle Netzwerkkonfiguration überschreiben würden.


5.1.2 BSD

Ebenso wie Linux unterstützen auch BSD-Varianten DHCP als Client und Server.


5.1.3 Windows

Auch neuere Windows-Systeme bieten direkt nach der Installation DHCP-Unterstützung.


5.1.4 Mac

Sofort nach der Installation ist die Unterstützung vorhanden, ob man will oder nicht.



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