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2 Kernel-Konfiguration

Möchte man ein ZIP-Laufwerk unter Linux nutzen, so besteht der erste Schritt darin, in den Linux-Kernel die passenden Treiber einzukompilieren oder als Modul zu laden. Falls Sie noch keine Erfahrung mit dem Linux-Kernel gesammelt haben sollten, empfiehlt es sich, das Kernel HOWTO zu lesen. Um einen neuen Kernel mit dem passenden Treiber übersetzen zu können, muss man zuerst die Übersetzung des Kernels konfigurieren. Hierzu wechselt man in das Verzeichnis mit dem Quellcode - in der Regel /usr/src/linux - und gibt dort ein:

root@linux /usr/src/linux# make menuconfig

In dem Programm, das nun gestartet wird, müssen die passenden Treiber ausgewählt werden. Wie dies geschieht, werden wir im Folgenden besprechen. Über diese Auswahl hinaus können an dieser Stelle keine weiteren Details zur Kernel-Konfiguration- und Installation behandelt werden. Wie bereits erwähnt, finden Sie solche Details im Kernel HOWTO.


2.1 IDE-Version

Um die Treiber für die IDE-Versionen zu übersetzen, muss man im Hauptmenü der Kernel-Konfiguration den Menüpunkt Block devices wählen. In dem darauf folgenden Menü müssen mindestens die beiden folgenden Punkte aktiviert sein:

Block devices
     
<*> Enhanced IDE/MFM/RLL disk/cdrom/tape/floppy support
--- Please see Documentation/ide.txt for help/info on IDE drives
[ ]    Use old disk-only driver on primary interface
< >    Include IDE/ATA-2 DISK support
< >    Include IDE/ATAPI CDROM support
< >    Include IDE/ATAPI TAPE support
<*>    Include IDE/ATAPI FLOPPY support
     
    

Falls man noch weitere IDE-Geräte besitzt, muss man natürlich auch die für diese Geräte notwendigen Treiber aktivieren. Auch für manche IDE-Chipsätze auf den Motherboards gibt es spezielle IDE-Treiber und -Patches.


2.2 SCSI-Version

Wenn man ein ZIP-Laufwerk mit SCSI-Schnittstelle in einen Rechner einbaut, der bereits vorher eine SCSI-Festplatte oder SCSI- Wechselplatte enthielt, so ist keine weitere Konfiguration am Linux-Kernel notwendig, da alle SCSI-Festplatten und SCSI-Wechselplatten von demselben Treiber gesteuert werden.

Die für das ZIP-Laufwerk benötigten Treiber findet man unter dem Menüpunkt SCSI support. Die folgenden beiden Optionen müssen aktiviert werden:

SCSI support
     
<*> SCSI support
--- SCSI support type (disk, tape, CD-ROM)
<*> SCSI disk support
     
    

Neben diesen Treibern muss der Treiber für den verwendeten SCSI- Host-Adapter aktiviert werden. IOMEGA legt der SCSI-Version des Laufwerkes in der Regel einen einfachen Host-Adapater mit Adaptecs Chipsatz AHA 152x bei. Falls man noch keinen eigenen SCSI-Host-Adapter besitzt und den beiliegenden benutzen möchte, so muss man unter SCSI low- level drivers diesen Treiber auswählen:

SCSI low- level drivers
     
<*> Adaptec AHA152X/2825 support
     
    

Da Linux diesen Host-Adapter nicht automatisch erkennt, muss man ihn mit dem Boot-Parameter aha152x= mitteilen. Eine Beschreibung dieses Parameters ist im BootPrompt HOWTO zu finden.


2.3 Version für die parallele Schnittstelle

Da die ZIP-Laufwerke für die parallele Schnittstelle - wie oben beschrieben - ein SCSI-Laufwerk mit einem SCSI-Host-Adapter für die parallele Schnittstelle enthalten, erfolgt die Konfiguration des Kernels praktisch genauso wie bei der SCSI-Version.

Unter Character devices muss die Unterstützung der parallelen Schnittstelle aktiviert werden:

Character devices
     
<*> Parallel printer support
     
    

Als nächstes muss wieder unter SCSI support die SCSI-Unterstützung aktiviert werden:

SCSI support
     
<*> SCSI support
--- SCSI support type (disk, tape, CD-ROM)
<*> SCSI disk support
     
    

Jetzt fehlt nur noch der Treiber für den in das externe Laufwerk eingebauten SCSI-Host-Adapter. Dabei stehen zwei Treiber zur Auswahl: PPA und IMM. Der PPA-Treiber ist für ältere ZIP-Laufwerke gedacht. Seit dem ZIP100 Plus muss der IMM-Treiber benutzt werden.

     
<*> IOMEGA parallel port (ppa - older drives)
< > IOMEGA parallel port (imm - newer drives)
     
    

Welchen der beiden Treiber man aktiviert, hängt also von dem verwendeten Laufwerk ab. Im Zweifelsfall muss man beide ausprobieren.


2.4 Rechner neu starten

Nachdem man den Kernel konfiguriert, kompiliert und installiert hat, sollte man den Rechner neu starten. Beim Starten sollte jetzt, wenn bei der Konfiguration alles richtig funktioniert hat, das ZIP-Laufwerk gefunden werden.

HINWEIS: Bei einem Kernel mit Modul-Unterstützung kann der Neustart entfallen, falls der Treiber als Modul konfiguriert wurde!

Bei einem SCSI-Laufwerk an einem NCR 810 SCSI-Host-Adapter sieht das z. B. so aus:

SCSI-Laufwerk
     
ncr53c8xx: at PCI bus 0, device 9, function 0
ncr53c8xx: 53c810 detected
ncr53c810-0: rev=0x02, base=0xe7000000, io_port=0xe400, irq=11
ncr53c810-0: ID 7, Fast-10, Parity Checking
ncr53c810-0: restart (scsi reset).
scsi0 : ncr53c8xx - version 3.2
scsi : 1 host.
[...]
Vendor: IOMEGA    Model: ZIP 100           Rev: J.03
Type:   Direct-Access                      ANSI SCSI revision: 02
Detected scsi removable disk sdc at scsi0, channel 0, id 5, lun 0
     
    

Die letzte Zeile zeigt, dass Linux dem ZIP-Laufwerk in diesem Beispiel das Device /dev/sdc zugewiesen hat. Bei einem ZIP-Laufwerk für die parallele Schnittstelle sieht die Meldung ähnlich aus, allerdings wird am Anfang natürlich ein anderer Hostadapter erkannt.

Bei einem IDE-Laufwerk sieht die Meldung ungefähr folgendermaßen aus:

IDE-Laufwerk
     
hdc: IOMEGA ZIP 100 ATAPI, ATAPI FLOPPY drive
Partition check:
hdc: 98304kB, 196608 blocks, 512 sector size
hdc: 98304kB, 96/64/32 CHS, 4096 kBps, 512 sector size, 2941 rpm
hdc: hdc4
     
    

Hier erhält das Laufwerk das Device /dev/hdc.

Falls beim Starten Probleme auftreten, die angezeigten Meldungen mitzulesen, kann man sich nach dem Starten mit dem Befehl dmesg alle Meldungen ansehen.



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