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2 Installation, Konfiguration und Initialisierung

Samhain wird als Quellcode unter der GNU Public License frei angeboten, und die jeweils aktuellste Version ist erhältlich unter der URL de http://www.la-samhna.de/samhain/samhain-current.tar.gz

Zum Übersetzen der Quellen ist ein ANSI C Compiler wie z. B. GNU gcc erforderlich. Einige optionale Funktionen erfordern weitere Software (siehe Abschnitte  Unterstützte Log-Möglichkeiten und  Weitere Eigenschaften von Samhain). Insbesondere setzt die Verwendung von signierten Konfigurations- und Datenbank-Dateien die Installation von GnuPG ( GNU Privacy Guard) voraus (siehe Abschnitt  Signierte Datenbank- und Konfigurationsdateien).


2.1 Installation

Nach dem Herunterladen kann man das tar-Paket auspacken, worauf man zwei Dateien erhält: zum einen ein weiteres tar-Paket mit dem eigentlichen Quellcode, und zum anderen dessen PGP-Signatur.

user@linux ~$ tar xzvf samhain-current.tar.gz
samhain-X.Y.Z.tar.gz
samhain-X.Y.Z.tar.gz.asc

Nun kann man (optional) die Signatur überprüfen - alle Versionen von Samhain sind mit dem Schlüssel 0x0F571F6C (Rainer Wichmann) signiert:

user@linux ~$ gpg --verify samhain-X.Y.Z.tar.gz.asc samhain-X.Y.Z.tar.gz
      
gpg: WARNING: using insecure memory!
gpg: please see http://www.gnupg.org/faq.html for more information
gpg: Signature made Mon Nov  8 07:38:21 2004 CET using DSA key ID 0F571F6C
gpg: Good signature from "Rainer Wichmann <rwichmann@la-samhna.de>"
gpg:                 aka "Rainer Wichmann <rwichmann@hs.uni-hamburg.de>"

Die Übersetzung der Quellen erfolgt dann nach dem Standardverfahren:

user@linux ~$ tar xzvf samhain-X.Y.Z.tar.gz
user@linux ~$ cd samhain-X.Y.Z/
user@linux ~/samhain-X.Y.Z$ ./configure && make

... ebenso wie die Installation:

user@linux ~/samhain-X.Y.Z$ su
Password: geheimes_root_passwort
root@linux /home/user/samhain-X.Y.Z# make install
root@linux /home/user/samhain-X.Y.Z# make install-boot

2.2 Vertrauenswürdige Benutzer

Bei der Installation von Samhain ist zu berücksichtigen, dass Samhain voraussetzt, dass nur vertrauenswürdige Benutzer Schreibrechte auf den Pfaden zu Konfigurations-, Log-, und Datenbank-Dateien haben. Dies gilt auch für Mitglieder von Gruppen, soweit Gruppen-Schreibrechte bestehen.

Standardmäßig sind nur  root und der Benutzer von Samhain vertrauenswürdig. Zusätzliche vertrauenswürdige Benutzer lassen sich beim Übersetzen von Samhain definieren über die Option --with-trusted=0,uid1,uid2,...


2.3 Konfiguration

Die Konfigurationsdatei heißt standardmäßig /etc/samhainrc. Wer sie lieber unter /usr/local/etc/ haben möchte, kann dies bei der Übersetzung der Quellen mit ./configure --prefix=/usr/local erzwingen.

Bei der Installation wird eine Standard-Konfigurationsdatei installiert, die man in der Regel zunächst an die eigenen Bedürfnisse anpassen möchte.

Die Syntax der Konfigurationsdatei lehnt sich an an INI-Dateien: es gibt einzelne Sektionen, die jeweils mit einer Überschrift in eckigen Klammern beginnen, und die "Parameter=Wert"-Zeilen enthalten. Leere Zeilen sowie Zeilen, die mit "#" beginnen, werden ignoriert; in "Parameter=Wert"-Zuweisungen werden Leerzeichen vor "Parameter", vor und nach dem Gleichheitszeichen, sowie am Zeilenende ignoriert.

Die wesentlichen Eigenschaften, die konfiguriert werden sollten, sind:

  1. das Logging (siehe Abschnitt  Konfiguration der Logging-Eigenschaften), d. h. wie ausführlich soll Samhain seine Aktivität protokollieren, und welche Methoden soll es benutzen ?, und
  2. die Integritätseigenschaften innerhalb des Dateisystems (siehe Abschnitt  Konfiguration der Integritätseigenschaften innerhalb des Dateisystems), d. h. welche Dateien sollen überwacht werden, und welche Eigenschaften dieser Dateien sollen überprüft werden?

2.4 Initialisierung

Nach der Überprüfung und Anpassung der Konfiguration kann nun durch den Benutzer  root die Datenbank initialisiert werden:

root@linux ~# samhain -t init

Je nach Umfang der zu überwachenden Dateien kann die Initialisierung mehrere Minuten dauern. Die erzeugte Datenbank wird standardmäßig nach /var/lib/samhain/samhain_file geschrieben.

Zu beachten ist dabei, dass grundsätzlich an das Dateiende angehängt wird, falls die Datei bereits vorhanden ist. Dieser Befehl ist also nicht dazu geeignet, eine bereits vorhandene Datenbank zu aktualisieren. Für letzteres sollte entweder der Befehl samhain -t update verwendet werden, oder die Datenbank zuvor verschoben werden.



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