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2 Wieso sich dann mit Programmierung beschäftigen?

Programmieren ist Fun - natürlich, Bergsteigen, Schifahren oder Zeichnen gefällt den Leuten, die sich dafür interessieren, ganz hervorragend. Hingegen gibt es andere Zeitgenossen, die damit gar nichts anzufangen wissen. So verhält es sich auch mit dem Programmieren. Dennoch sollte man dies nicht zum Anlass nehmen, nicht herauszufinden, zu welche Sorte Mensch in Bezug aufs Programmieren man denn gehört - sonst verpasst man den erhabenen Einblick in "eine innere Welt, wo niemand jemals zuvor gewesen ist".

Ein paar Programmierkenntnisse helfen in vielen Situationen, stumpfsinnige Arbeit zu vermeiden. Beispiel: man hat eine Seite aus dem WWW heruntergeladen, die man gerne ausdrucken und ablegen möchte; leider stellt sich beim Drucken heraus, dass die kleinste Schriftart etwas zu fusselig geworden ist. Mann kann jetzt "von Hand" bei jedem zu kleinen Absatz die Schriftgröße erhöhen - ab mittlerer Dokumentlänge keine Tätigkeit, die einen zum Jauchzen bringt; aber mit der geeigneten Programmiersprache ist in Minutenschnelle ein Skript geschrieben, dass die stumpfsinnige Arbeit im Nu verrichtet. "Die Faulen arbeiten, die Intelligenten optimieren".

Programmieren erweitert die Möglichkeiten, das Gerät Computer besser zu beherrschen; man bekommt ein Gespür dafür, was geht und was nicht und traut sich plötzlich Dinge in Angriff zu nehmen, die einem vor kurzen noch nicht lösbar erschienen sind.

Je mehr man in die Programmierung eintaucht, desto besser versteht man die Funktionsweise des Rechners und des Betriebssystems. Zu den schönsten Momenten eines Programmierenden gehören jene, wo ein bislang undurchschaubares Phänomen sich auflöst in eine elegante Gedankenkonstruktion.

Linux ist nicht vom Himmel gefallen; Linux wurde uns gebracht von einer großen Gemeinde an Freiwilligen, die unentgeltlich Schwerstarbeit leisten. In vielen zufriedenen Benutzern schlummert daher der Wunsch, der Entwicklergemeinde etwas zurückgeben zu können - und die beste Möglichkeit hierfür ist, aktiv zur Weiterentwicklung von Linux beizutragen.

Um ein altes Vorurteil auszuräumen: um programmieren zu können, ist es nicht nötig, die Mathematik gut zu kennen. Natürlich muss man sich eine gewisse Form des Denkens antrainieren, die auch beim Verständnis der Mathematik hilfreich ist, aber diese Fähigkeit muss sich nicht unbedingt in mathematischer Begabung äußern. Wer z. B. gerne Kreuzworträtsel oder Denksportaufgaben löst, ein analytisches Ohr für Musik besitzt oder gut Schach spielt, beherrscht dieses Denken höchstwahrscheinlich auch, während z. B. die Fähigkeit, diskrete Faltungssummationen über unendliche nichtkonvergente Reihen auszurechnen über das Programmiertalent noch nicht viel verrät.

Was aber nicht verschwiegen werden soll: ohne grundlegende Kenntnisse der englischen Sprache geht so gut wie nichts; natürlich gibt es Einführungsbücher in allen möglichen Sprachen, aber bei der Komplexität heutiger Entwicklungssysteme führt kein Weg an Dokumentationen vorbei, die nunmal nur in Englisch vorliegen. Man sollte in der Lage sein, diese so flüssig zu lesen, dass es nicht sonderlich anstrengt, zu verstehen, was drin steht.



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