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Dieser Abschnitt ersetzt keine SQL Referenz und kein PostgreSQL
Handbuch. Es wird nur exemplarisch auf einige Details
eingegangen. Dabei stehen PostgreSQL-spezifische Eigenschaften im
Vordergrund.
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Der bereits kurz erwähnt interaktive Kommandointerpreter ist
sicherlich das wichtigste Programm.
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psql versteht etliche Optionen:
| -d Datenbank
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Zu dieser Datenbank verbinden |
| -h Servername
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Über TCP/IP zu diesem Server verbinden |
| -p Port
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Diesen Port verwenden (Voreinstellung 5432) |
| -U Benutzer
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Als Benutzer anmelden |
| -c Kommando
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Dieses Kommando ausführen |
| -f Datei
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Diese SQL Datei ausführen |
| -o Datei
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Ausgaben die Datei schreiben |
| -s |
Einzelschrittmodus: jedes SQL Kommando bestätigen |
| -E |
zeigt das ausgeführte SQL-Kommando bei internen Befehlen (z.B. \d) an. |
Nach den Optionen gibt man eine Datenbank an, sofern man nicht
-d verwendet. Dahinter kann man noch einen Benutzernamen
schreiben, sofern man nicht -U verwendet.
Um als Superuser postgres zur Datenbank test zu verbinden,
schreibt man also beispielsweise:
root@linux #
psql -U postgres -d test
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Je nach Einstellung der Authentifizierung wird nun nach einen
Passwort gefragt. Es erscheint das Datenbankprompt.
Hat man PostgreSQL mit der readline-Unterstützung übersetzt, kann
man ebenso wie in der Bash die Tabulator-Taste drücken, um Befehle
und Objekte zu erweitern
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Am Prompt kann man SQL Befehle eingeben:
test=# CREATE TEMPORARY TABLE temp test-# ( feld1 int UNIQUE NOT NULL, test(# feld2 varchar(100000) DEFAULT NULL ); NOTICE: CREATE TABLE / UNIQUE will create implicit index 'temp_feld1_key' for table 'temp' CREATE
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Man sieht, das SQL Kommandos mit Semikolon abgeschlossen werden
und dann automatisch ausgeführt werden. Das Prompt zeigt
an, ob man in einer Klammer ist, eine kleine Hilfe. Das
Beispielkommando hat nun eine einfach Testtabelle erzeugt. Diese
kann man nun mit Daten füllen:
test=# INSERT INTO TEMP (feld1, feld2) VALUES (1234, 'hallo'); INSERT 1532564 1
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Die Ausgabe enthält eine merkwürdige Nummer. Das ist der OID, der
object identifier. Diese sollte man nicht weiter beachten (es
handelt sich um eine Art automatisches Indexfeld, ist aber höchst
unportabel, und wird nur intern benötigt).
Über psql kann man auch in Transaktionen arbeiten:
Die Tabelle enthält einen Datensatz:
test=# SELECT count(*) FROM temp; count ------- 1 (1 row)
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Transkation beginnen:
Tabelle temp leermachen (alles löschen):
test=# DELETE FROM temp; DELETE 1
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Die Tabelle ist jetzt auch Sicht der Transaktion leer:
test=# SELECT count(*) FROM temp; count ------- 0 (1 row)
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Transaktion abbrechen:
Es ist nichts geändert worden:
test=# SELECT * FROM temp; feld1 | feld2 ------+------- 1234 | hallo (1 row)
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Die Temporäre Tabelle verfällt automatisch, wenn man die
Verbindung schließt.
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psql verfügt über eine Reihe sogenannter interner Kommandos.
Diese beginnen mit einem \ (Backslash). Einige der wichtigesten
internen Kommandos sind:
| \? |
kurze Hilfe zu allen Backslash Kommandos |
| \d Objekt
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Objekt beschreiben. Ist Objekt beispielsweise eine Tabelle, so
werden die Spalten und Typen angezeigt. Auch definierte
Indizes werden aufgelistet. Wird Objekt nicht angegeben,
werden alle Tabellen aufgelistet, die existieren (außer
natürlich temporäre Tabellen).
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| \dKürzel
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Liste die zu Kürzel passenden Objekte: Tabellen (t), Indizes
(i), Sequenzen (s), Views (v), Privilegien (p), Systemtabellen
(S), große Objekte (l), Aggregatfunktionen (a), Kommentare (d;
Objektname muss folgen), Funktionen (f), Operatoren (o) und
Datentypen (T).
Durch ein Leerzeichen kann man noch ein Objekt angeben. \dp
temp zeigt beispielsweise die Privilegien für die Tabelle
temp an (was nur funktioniert, wenn es keine temporäre Tabelle
ist).
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| \e Datei
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Öffnet das letzte Kommando oder Datei im Editor. Hilfreich,
um lange Kommandos wie CREATE TABLE zu bearbeiten und zu
speichern.
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| \l |
Listet alle Datenbanken auf. |
| \q |
Beendet psql |
| \x |
Erweiterte Ausgabe |
| \H |
HTML Ausgabe |
\c Datenbank
\c - Benutzer
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Verbindet zu einer neuen Datenbank oder zur aktuellen mit
einem neuen Benutzer. Dies ist in etwa mit dem
USE vergleichbar, das andere DBMS verwenden.
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Es folgt ein Beispiel für das Ausgabeformat. Zunächst soll die
Ausgabe der oben erwähnten Testtabelle nicht feld1 und feld2
beinhalten, sondern Nummer und Textfeld. Wenn man diese
Bezeichner case-sensitiv haben möchte (Tabellen- und Feldnamen
sind sonst case-insensitiv, das heißt, Groß-/Kleinschreibung wird
nicht beachtet), muss man diese quoten:
test=# SELECT feld1 AS "Nummer", feld2 AS "Textfeld" FROM temp; Nummer | Textfeld --------+---------- 1234 | hallo (1 row)
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Nach \x sieht die Ausgabe so aus:
test=# SELECT feld1 AS "Nummer", feld2 AS "Textfeld" FROM temp; -[ RECORD 1 ]--- Nummer | 1234 Textfeld | hallo
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Dies macht bei großen Tabellen Sinn, wenn nicht mehr alle Spalten
nebeneinander auf den Bildschirm passen.
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Neben der interaktiven Verwendung kann man
psql dazu verwenden,
SQL Skripte auszuführen, beispielsweise Skripte, die
Datenbankschemata erzeugen. Man kann
psql sogar dazu verwenden,
Shell-Skripte mit rudimentärer Datenbankfunktionalität zu
versehen; hier ist die Verwendung von Perl::DBI oder anderen
Methoden jedoch oft einfacher und sauberer.
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pgaccess ist eine graphisches Frontend, mit dem etliche
Standardaufgaben erledigt werden können. Das Anlegen von Tabellen
beispielsweise macht sich mit diesem Frontend wesentlich besser,
also mit psql .
Über das Menü kann man zu einer Datenbank verbinden. Im folgenden
Dialog können Server- und Datenbankname sowie ein Benutzerkonto
angegeben werden.
Im Hauptfenster kann man rechts die anzuzeigende Objekte wählen.
Hier kann man beispielsweise zwischen Tabellen, Views und
Sequenzen auswählen. Im linken Teil werden dann die
entsprechenden Objekte aufgelistet und können ausgewählt werden.
Nach einem Doppelklick auf eine Tabelle bekommt man ein Fenster,
in dem der Inhalt dargestellt wird und geändert werden kann.
Klickt man eine Tabelle nur einmal an, so kann man weitere
Funktionen anwenden, beispielsweise Design. Hier öffnet sich
ein Fenster, in dem man komfortabel Indizes hinzufügen kann oder
neue Felder anhängen kann.
Seit Version 7.3 ist pgaccess nicht mehr Bestandteil der PostgreSQL-
Distribution und muss separat von http://www.pgaccess.org besorgt
werden.
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RedHat vertreibt eine eigene Version von PostgreSQL. Diese entspricht
ungefähr der Version 7.2.3 und ist unter
http://www.redhat.com/software/database/ erhältlich.
RedHat stellt alle Änderungen am DBMS und auch sein graphisches
Administrationsfrontend unter die GPL. Dieses läuft auch mit einer
konventionellen PostgreSQL Installation und ist unter
http://sources.redhat.com/rhdb/ zu finden. Es ist hübscher als
pgaccess und bietet im Bereich der Verwaltung mehr Optionen als dieses,
kann dafür aber nicht zur Definition von TCL-Formularen herangezogen
werden.
Die neuen Funktionen der Version 7.3 (Schemata) werden allerdings
noch nicht unterstützt.
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Dies ist ein Webfrontend und setzt einen Webbrowser voraus. Dieses
Frontend verfügt über sehr viele nützliche Funktionen.
Tabellendaten können als HTML Tabelle betrachtet und editiert
werden, beliebige Abfragen können erstellt und ausgeführt werden.
Tabellen selbst können einfach und komfortabel bearbeitet werden,
so können neue Felder hinzugefügt oder gelöscht werden. Weiterhin
stehen Kopier- und Dumpfunktionen bereit. Auch Berechtigungen
können komfortabel verwaltet werden. Die zur Verfügung stehenden
Optionen sind sinnvoll in Auswahlfeldern aufgelistet. Bei Bedarf
ist es auch möglich, eigene SQL Kommandos einzugeben und
ausführen zu lassen.
Eine weitere schöne Funktion ist die Verlinkung zu jeweils
passenden Seiten der PostgreSQL Dokumentation.
Wer Webfrontends mag, wird dieses Frontend wohl lieben. Es lohnt
sich allemal, sich dieses zu installieren. Natürlich muss
unbedingt darauf geachtet werden, den Zugang zu diesem Frontend
zu schützen, da der Zugriff auf das Frontend Zugriff auf die
Datenbank gestattet - und zwar als Superuser!
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Dieser Abschnitt geht kurz auf Transaktionen ein. Transaktionen
sind notwendig, um Änderungen atomar, dass heißt, ganz oder gar
nicht, durchführen zu können.
Im Folgenden wird oft der englische Ausdruck lock verwendet.
Wörtlich übersetzt bedeutet er in etwa sperren. Hier ist
gemeint, ein Objekt so zu benutzen, dass es niemand anders
gleichzeitig benutzen kann. Lock wird später noch genauer
erklärt.
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Das klassische Beispiel für den Bedarf ist das Buchungsbeispiel.
Angenommen, es existieren zwei Kontotabellen. Möchte man nun eine
Buchung gegen diese beiden Tabellen machen, muss in jede Tabelle
ein neuer Datensatz angelegt werden. Dazu muss man zwei INSERT
INTO SQL Kommandos ausführen lassen.
Nun könnte es ja passieren, dass eines der beiden Kommandos
klappt, das andere jedoch nicht. In diesem Fall würden die Konten
nicht mehr stimmen, da die Summen nicht mehr passen. Man hätte
inkonsistente Daten und ein Problem.
Daher fasst man beide Kommandos zu einer Transaktion zusammen.
Eine Transaktion klappt entweder ganz, oder gar nicht. Geht also
eines der SQL Kommandos schief, so hat auch das andere
automatisch keinen Effekt (es wird gegebenenfalls rückgängig
gemacht).
Transaktionen sind für andere erst sichtbar, wenn sie
abgeschlossen wurden. Das bedeutet im Beispiel, dass nach dem
Ausführen der ersten Kommandos ein anderer Client diese Änderung
überhaupt nicht sieht. Erst wenn das andere Kommando erfolgreich
war und die Transaktion beendet wurde, werden die Änderungen
sichtbar. Somit stimmen die Summen zu jedem Zeitpunkt.
Wenn innerhalb einer Transaktion Daten gelesen werden, und von
einer anderen Transaktion in dieser Zeit geändert werden, so wird
die Transaktion automatisch abgebrochen. Auch hier kann es nicht
passieren, dass Daten versehentlich zurückgeschrieben werden, die
inzwischen an anderer Stelle geändert wurden.
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Implementiert wird ein sogenanntes Multiversion Concurrency
Control (MVCC). Das bedeutet, das Abfragen einer Transaktion die
Daten so sehen, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt waren,
unabhängig davon, ob sie inzwischen von einer anderen Transaktion
geändert wurden. Dies verhindert, dass eine Transaktion einen Teil
Daten vor und einen anderen nach einer nebenläufig
abgeschlossenen Transaktion lesen kann und verhindert so
inkonsistentes Lesen: die Transaktionen werden von einander
isoliert. Der Hauptunterschied zu Lock Verfahren ist, dass
MVCC Locks für das Lesen nicht mit Locks für das Schreiben in
Konflikt stehen. Somit blockiert das Schreiben nie das Lesen und
das Lesen nie das Schreiben.
Eine wichtige Einschränkung gibt es: Transaktionen können in
PostgreSQL nicht geschachtelt werden (es gibt also keine
Untertransaktionen).
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PostgreSQL unterstützt zwei Transaktionslevel: read committed
und serializable. Verwendet eine Transaktion read committed,
so kann es vorkommen, dass sie Daten erneut liest,
aber andere Daten erhält als beim ersten Lesen
(nicht-wiederholbares Lesen, non-repeatble reads). Auch
sogenanntes Phantom-Lesen (phantom reads) kann vorkommen. Vom
Phantom-Lesen spricht man, wenn sich in einer Transaktion die
Ergebnissätze von Suchbedingungen ändern können. Sogenanntes
schmutziges Lesen (dirty reads), also das Lesen von Änderungen
aus anderen, nicht abgeschlossenen Transaktionen kann jedoch nicht
auftreten. Dieser Transaktionslevel ist die Voreinstellung. Er
ist einfach anzuwenden, schnell und für die meisten Anwendungen
ausreichend.
Verwendet eine Transaktion serializable, können diese beiden
unerwünschten Effekte nicht auftreten. Man benutzt diesen Level
für Anwendungen, die komplexe Abfragen und Änderungen durchführen.
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Transaktionen werden durch das SQL Kommando BEGIN eingeleitet.
Dies ist nicht standardkonform; ANSI fordert, das immer
implizit eine Transaktion begonnen wird. PostgreSQL bietet
jedoch wie viele andere DBMS auch eine sogenanntes auto commit
Funktion an, dies ist auch das Standardverhalten.
Jedes SQL Kommando wird dann so aufgefasst, als wäre
es eine einzelne Transaktion (es wird also sozusagen ein
implizites COMMIT nach jedem SQL Kommando ausgeführt).
Möchte man nun eine aus mehreren Anweisungen bestehende Transaktion
beginnen, schreibt man einfach BEGIN als erstes Kommando. Dies passt auch
gut zum eingebettetem SQL, da die SQL Kommandos dadurch in einen
schicken BEGIN - END Block eingeschlossen sind.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Transaktion zu
beenden. Eine Anwendung kann eine Transaktion selbst abbrechen.
Hierzu dient das Kommando ROLLBACK. Keine der Änderungen der
Transaktion wird ausgeführt. Eine Anwendung kann die Transaktion
auch positiv beenden. Dazu wird END oder COMMIT verwendet. Die
Transaktion wird genau dann durchgeführt, wenn sie fehlerfrei war. In
diesem Fall werden alle Änderungen (oder die eine komplexe
Transaktionsänderung) übernommen (sichtbar). Trat in der
Transaktion ein Fehler auf, so gibt es natürlich keine
Möglichkeit, sie doch noch positiv zu beenden, da dies zu
Inkonsistenzen führen würde. In solchen Fällen kann die Anwendung
(je nach Art des Fehlers) die Transaktion wiederholen. Dies ist
natürlich nicht sinnvoll, wenn beispielsweise ein Tabelle fehlt.
Dann wird auch die Wiederholung fehlschlagen.
So ist also sichergestellt, dass Transaktionen nur vollständig
(und vollständig erfolgreich), oder überhaupt nicht durchgeführt
werden.
Hat man mit BEGIN eine Transaktion begonnen, so ist zunächst die
Datenbankvoreinstellung des Transaktionslevel (read committed)
aktiv. Solange die Transaktion noch nicht begonnen wurde, kann
der Transaktionslevel noch geändert werden. Dazu wird das
SQL Kommando SET TRANSACTION ISOLATION LEVEL verwendet. Als
Parameter wird READ COMMITTED oder SERIALIZABLE angegeben. Damit
ist der Transaktionslevel eingestellt. Ein Client kann auch einen
eigene Voreinstellung setzen, wenn beispielsweise Transaktionen
grundsätzlich serializable sein sollen. Das SQL Kommando lautet
SET SESSION CHARACTERISTICS AS TRANSACTION ISOLATION LEVEL und
erwartet die gleichen Parameter wie das vorherige Kommando.
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Verwendet man Transaktionen, so kann es natürlich vorkommen, dass
eine Transaktion vom DBMS beendet wird, weil eine andere
Transaktion Daten geändert hat; insbesondere, wenn serializable
verwendet wird. In solchen Fällen wird die Transaktion in der
Regel einfach von vorn beginnend vollständig wiederholt (die
Anwendung führt diese also erneut aus).
Derartige Effekte minimiert man oft, in dem man Datensätze, von
denen man schon weiß, dass man sie ändern muss, schon mal für
selbiges vormerkt. Dies geschieht mit dem SQL Kommando SELECT
FOR UPDATE. Nun weiß das DBMS, dass diese Datensätze der
Transaktion gehören. Möchte eine andere Transaktion hier auch
Daten ändern, so wartet diese automatisch, bis die erste
Transaktion beendet wurde (also bestätigt oder abgebrochen). Dann
erst wird die Aktion ausgeführt. Mit dem SQL Kommando LOCK TABLE
können auch komplette Tabellen gesperrt werden. Verwendet man
diese Mechanismen sorgfältig, vereinfacht sich die Handhabung;
spätere Transaktionsabbrüche treten nicht auf, da die Daten ja
bereits verwendet werden.
Es kann passieren, dass sich Transaktionen gegenseitig
ausschließen. Würde beispielsweise Transaktion A die Tabelle A
sperren und Transaktion B Tabelle B und anschließend Tabelle A sperrt,
kommt es zu einer solchen Situation, wenn Transaktion A auch versucht,
Tabelle B zu sperren. Transaktion B kann ja Tabelle A nicht sperren,
weil diese schon von Transaktion A bereits gesperrt ist und blockiert, bis
Transaktion A beendet wurde. Transaktion A wiederum wartet auf
Transaktion B, um Tabelle B sperren zu können. Man spricht von
einem Deadlock - beide Transaktionen haben sich gegenseitig
blockiert.
PostgreSQL erkennt solche Fälle automatisch. Eine der
beiden Transaktionen wird mit einem entsprechendem Deadlock-Fehler
abgebrochen, woraufhin die andere durchgeführt werden kann. Auch
hier wiederholt die Anwendung einfach die Transaktion. Da nun
keine andere mehr läuft, wird es diesmal klappen.
Bei der Arbeit mit komplexen Transaktionen muss man damit rechnen,
dass eine Transaktion durch solche oder ähnliche Gründe
abgebrochen wird. In der Software ist also vorzusehen,
Transaktionen wiederholen zu können. Da im Falle eines
Transaktionsabbruches ja überhaupt keine Daten geändert werden,
geht das unproblematisch. Man beginnt einfach von vorn.
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Sperre oder Lock bedeutet, dass der Inhaber oder Eigentümer dessen davor
geschützt ist, dass jemand anders eine Sperre erzeugt, der dieser
widerspricht. Es gibt verschiedene Arten von Sperren. Lese-Locks
beispielsweise schließen sich nicht gegenseitig aus (es können ja
problemlos mehrere Transaktionen die gleichen Daten lesen),
jedoch schließt ein Lese-Lock einen Schreib-Lock aus. Schreib-Locks
schließen sich und Lese-Locks aus. Letztere nennt man daher auch
exklusiv, keine anderere Sperre kann neben einem Schreib-Lock
ausgeführt sein.
Die folgende Aufstellung ist unvollständig.
| AccessShareLock |
(lesender Zugriff) Lese-Lock, der automatisch auf Tabellen
gesetzt wird, aus denen gelesen wurden. Schließt
AccessExclusiveLock aus.
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| RowShareLock |
(lesender Zugriff auf Zeilen) Wird durch SELECT FOR UPDATE und
LOCK TABLE IN ROW SHARE MODE
gesetzt. Schließt ExclusiveLock und AccessExclusiveLock Modi
aus.
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| RowExclusiveLock |
(exklusiver Zugriff auf Zeilen) Wird durch UPDATE, DELETE,
INSERT und LOCK TABLE IN ROW
EXCLUSIVE MODE gesetzt. Schließt ShareLock,
ShareRowExclusiveLock, ExclusiveLock und AccessExclusiveLock
Modi aus.
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| AccessExclusiveLock |
(exklusiver Zugriff) Gesetzt durch ALTER TABLE, DROP TABLE,
VACUUM FULL und LOCK
TABLE. Schließt alle Modi aus. Selbst
SELECT in anderen Transaktionen blockiert in diesem Fall.
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Datensätze werden mit SELECT FOR UPDATE gesperrt. Dies schließt
Änderungen an genau diesen Datensätzen aus. Wie bereits
angedeutet, schließt dies kein Lesen aus (Schreiben blockiert
kein Lesen).
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Wie bereits gesagt, werden Transaktionen bei Fehlern automatisch
abgebrochen. Alle Kommandos werden ignoriert:
Transaktion beginnen:
Es Kommando geht schief, zum Beispiel weil syntaktisch falsch:
test=# SYNTAX ERROR; ERROR: parser: parse error at or near "SYNTAX"
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Die Transaktion ist abgebrochen worden. Alle Kommandos werden ab
jetzt ignoriert:
test=# DELETE FROM temp; NOTICE: current transaction is aborted, queries ignored until end of transaction block *ABORT STATE*
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Selbst wenn man versucht, die Transaktion positiv zu beenden,
wird nichts geändert (die Transaktion wird also trozdem
abgebrochen):
Die Antwort COMMIT heißt nicht, dass wirklich etwas committed
wurde. Hier wurde ja ein Rollback durchgeführt. Dieses Verhalten
ist bei Skripts sehr nützlich. Die Kommandos schreibt man einfach
ein einen BEGIN; - END; Block (End ist das gleiche wie
Commit). Bei einem Fehler wird keine Änderung ausgeführt - die
Datenbank sieht genauso aus, wie vorher. Man kann das Skript
korrigieren und erneut ausführen.
An dieser Stelle sei noch einmal daran erinnert, dass
Strukturkommandos (wie CREATE und DROP) nicht den
den Transaktionsregeln unterliegen.
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Es ist möglich, Bedingungen (CONSTRAINTS) an Tabellen zu
definieren. Beispielsweise könnte man fordern, dass die Summe über
alle Felder einer Tabelle null sein muss. Möchte man nun zu einem
Datensatz drei addieren, muss man also von einem anderen drei
abziehen. Doch kurz dazwischen ist die Bedingung ja verletzt,
denn die Summe ist ja dann nicht mehr null, sondern drei!
Bedingungen können daher in Transaktionen aufgeschoben werden
(DEFERRED). Das bedeutet, sie werden erst am Ende der Transaktion
geprüft. Eine Bedingung kann dies aber auch verhindern.
Bedingungen können so definiert werden, dass sie immer sofort
geprüft werden. Bedingungen können aber auch so definiert werden,
dass die Prüfung per Voreinstellung aufgeschoben wird, oder das
die Bedingung explizit aufgeschoben werden kann.
Um Bedingungen aufzuschieben, die sofort geprüft werden sollen, aber auch
aufgeschoben werden dürfen, verwendet man das SQL Kommando SET
CONSTRAINTS ALL DEFERRED. Anstatt ALL kann man auch den Namen der
Bedingung angeben (das wird auch oft gemacht). Anstatt DEFERRED
kann auch IMMEDIATE eingestellt werden. Damit hat das den
Gegenteiligen Effekt. Bedingungen, die per Voreinstellung
aufgeschoben werden, werden dennoch sofort ausgeführt.
Schiebt man also eine Prüfung auf, so wird diese am (bisher
positiven) Ende der Transaktion durchgeführt. Stellt sich nun
heraus, dass die Bedingung verletzt ist, wird die Transaktion
abgebrochen (und die Bedingung bleibt dadurch erfüllt).
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Es gibt einige Variablen, die das Verhalten des DBMS (für den
entsprechenden Clienten) beeinflussen. Über Variablen wird
beispielsweise gesteuert, wie Datumsangaben aussehen. Dies ist
nicht standard konform (mit Ausnahme von TIME ZONE, hier wurde
der Standard erweitert).
Variablen werden mit SET gesetzt und mit SHOW abgefragt. Mit SET
wird eine Variable auf einen Wert gesetzt. Zwischen der Variable
und dem Wert steht TO (oder ein Gleichheitszeichen).
Hier werden nur zwei wichtige Variablen erwähnt. Die Variable
DATESTYLE setzt die Form der Datumsrepräsentation. Mögliche
Werte sind German, ISO und andere.
Auch die Zeitzone kann man setzen. Hier verwendet man SET TIME
ZONE. ANSI erlaubt als Parameter nur eine Zahl, beispielsweise
SET TIME ZONE 2. Dies ist natürlich ungünstig, da die Sommer- und
Winterzeit Unterscheidung von der Anwendung getroffen werden muss
(Ist Berlin nun gerade -1 oder -2? Das hängt vom Datum ab!).
PostgreSQL erlaubt jedoch auch SET TIME ZONE
'Europe/Berlin'.
An einem Beispiel wird gezeigt, wie man die aktuelle Uhrzeit mit
Datum in Californien (Zeitzone PST8PDT) im ISO Format
(amerikanische Notation) und in Berlin (Zone CET, Central
European Time, deutsche Notation) ausgeben lassen kann.
test=# SET TIME ZONE 'PST8PDT'; SET DATESTYLE TO ISO; SELECT now(); SET VARIABLE SET VARIABLE now ------------------------------- 2003-01-02 11:30:17.698728-08 (1 row)
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test=# SET TIME ZONE 'CET'; SET DATESTYLE TO German; SELECT now(); SET VARIABLE SET VARIABLE now -------------------------------- 02.01.2003 20:32:46.387261 CET (1 row)
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PostgreSQL unterstützt unter anderem die SQL92 Datentypen.
Ingesammt werden viele Typen unterstützt und eigene können
definiert werden. Beispiele sind int (Ganzzahlen), double
precision (8 Byte Fließkomma), serial (Autoinkrementeller int),
varchar (variable lange Zeichenketten), bytea (Binäre
Zeichenkette, wie ANSI BLOB), timestamp (Datum und
Uhrzeit), boolean (Wahrheitswert) und viele andere.
Typ-Umwandlungen werden durchgeführt, in dem man den
Zieltyp durch zwei Doppelpunkte :: getrennt an den Typ anfügt:
'123'::int.
Dies konvertiert die Zeichenkette 123 in einen Ganzzahltyp mit
dem Wert einhundertdreiundzwanzig.
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Neben den normalen Operatoren (OR, AND, +, -, *, || usw.) gibt
viele weitere, beispielsweise Quadratwurzel (|/), LIKE und ILIKE
(Patternmatching wie bei LIKE, aber case-insensitiv) auch reguläres
Patternmatching (~, ~* und andere). Die Operatoren verhalten sich
je nach Datentyp korrekt. Addiert man mit dem Operator +
beispielsweise ein timestamp und ein intervall (also now() +
intervall '2 hours'), kommt das erwartete Ergebnis heraus.
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PostgreSQL stellt viele Funktionen bereit. Viele mathematische
Funktionen sind verfügbar (sin(), cos(), abs(), random() usw).
Daneben gibt es viele Zeichenkettenfunktionen (lower(),
substring(), initcap(), translate(), encode(), um nur einige zu
nennen). Auch die Zeit- und Datumsfunktionen sind sehr
interessant und leistungsfähig. Beispielsweise gibt es
current_timestamp (oder auch kurz now, eine
klassische PostgreSQL-Erweiterung), extract (liefert Datumsteile,
SELECT EXTRACT(MINUTE FROM TIMESTAMP '2001-02-16 20:38:40');
führt also zu 38) und age (berechnet die Differenz zwischen zwei
Zeitstempeln).
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Das Erzeugen und Planen von Datenbanken findet sich im Abschnitt
Administration.
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Wie in jedem anderen RDBMS werden natürlich auch Tabellen
unterstützt. Diese werden mit CREATE TABLE erzeugt. Dieses
Kommando ist gut ANSI konform. Es gibt temporäre Tabellen, die
automatisch gelöscht werden. Tabellen und Spalten können
Bedingungen besitzen, das sind beispielsweise Funktionen, die es
verhindern können, sinnlose Daten einzutragen (2 stellige
Postleitzahlen beispielsweise). Wie bereits in
Arbeiten mit Bedingungen genannt, können die Prüfungen
gegebenenfalls auf das Transaktionsende verschoben werden.
Fremdschlüssel sind Sonderformen von Bedingungen und werden auch
unterstützt. Hiermit kann man gewährleisten, dass in eine
Tabellenspalte nur solche Werte eingetragen werden können, die bereits
in der Spalte einer anderen Tabelle definiert sind. Hat man z.B. eine
Tabelle mit Herstellern und eine mit Teilen, in welcher der Hersteller
vermerkt wird, kann sichergestellt werden, dass kein ungültiger
Hersteller in letzterer eingetragen wird).
Bei Fremdschlüsseln kann beispielsweise eine Aktion
angegeben werden, die ausgeführt werden soll, falls der Fremdschlüssel
gelöscht wird: NO ACTION, RESTRICT (dann ist das ein Fehler),
CASCADE (die den Schlüssel referenzierenden Datensätze auch automatisch
löschen, Vorsicht, dass können dann evtl. eine ganze Menge sein!),
SET NULL (Wert auf NULL setzen), SET DEFAULT (auf Voreinstellung
setzen).
| Beispiele ähnlich denen aus der PostgreSQL Dokumentation |
-- Eine Tabelle mit Primärschlüssel und einfachem Aufbau
CREATE TABLE films (
code CHARACTER(5) CONSTRAINT films_pkey PRIMARY KEY,
title CHARACTER VARYING(40) NOT NULL,
distributors_id DECIMAL(3) NOT NULL,
date_prod DATE,
kind CHAR(10),
len INTERVAL HOUR TO MINUTE
);
-- Beispieldatensatz
INSERT INTO films (code, title, distributors_id) VALUES ('FilmA', 'Der Film A', 123);
-- Eine Tabelle mit einem Autoinkrement und einer einfachen Bedingung
CREATE TABLE distributors (
id DECIMAL(3) PRIMARY KEY DEFAULT NEXTVAL('serial'),
name VARCHAR(40) NOT NULL CHECK (name <> '')
);
-- Ein Tabelle mit Bedingung (distributors_id muss größer als 100 sein, der Name
-- darf nicht leer sein, sonst gibt es einen Fehler
-- Das Feld modtime wird automatisch auf "jetzt" gesetzt, wenn ein
-- Datensatz eingefügt wird.
CREATE OR REPLACE TABLE distributors (
id DECIMAL(3) UNIQUE,
name VARCHAR(40),
modtime TIMESTAMP DEFAULT CURRENT_TIMESTAMP
CONSTRAINT cst_valid_distributors_id CHECK (id > 100 AND name <> '')
);
-- Datensatz einfügen:
INSERT INTO distributors (id, name) VALUES (123, 'Name');
-- Nochmal geht schief, weil id eindeutig sein muss
-- Das geht auch schief:
-- INSERT INTO distributors (id, name) VALUES (001, 'Name');
-- denn: "ExecAppend: rejected due to CHECK constraint cst_valid_distributors_id"
-- (muss ja > 100 sein)
-- Eine Tabelle mit Fremdschlüssel und benannten Bedingungen.
-- "varchar" heißt einfach: kann beliebig lang werden (also fast,
-- bei ca 1000 MB ist Ende)
CREATE TABLE lager (
id SERIAL PRIMARY KEY,
films_code CHARACTER(5),
distributors_id DECIMAL(3),
info VARCHAR DEFAULT NULL,
CONSTRAINT fk_lager_distributors_id FOREIGN KEY (distributors_id) REFERENCES distributors(id)
ON DELETE RESTRICT,
CONSTRAINT fk_lager_films_code FOREIGN KEY (films_code) REFERENCES films(code)
ON DELETE RESTRICT DEFERRABLE
);
-- Datensatz einfügen
INSERT INTO lager (id, films_code, info) VALUES (123, 'FilmA', 'hallo');
-- Das geht schief:
-- INSERT INTO lager (id, films_code, info) VALUES (124, 'FilmA', 'hallo');
-- denn: "fk_lager_distributors_id referential integrity violation
-- - key referenced from lager not found in distributors"
-- Das geht auch schief:
-- DELETE FROM distributors;
-- denn: "fk_lager_distributors_id referential integrity violation
-- - key in distributors still referenced from lager" |
Tabellen können mit dem Kommando ALTER TABLE geändert werden.
Diese Kommando hat viele Formen.
Einige Beispiele:
| Beispiele: ALTER TABLE |
-- Eine Spalte anfügen:
ALTER TABLE lager ADD COLUMN plz VARCHAR(8);
-- Eine Spalte ändern:
ALTER TABLE lager ALTER COLUMN plz SET DEFAULT 'unsortiert';
-- Eine Spalte umbennen:
ALTER TABLE lager RENAME COLUMN plz TO zipcode;
-- Bedingung hinzufügen (PLZ muss fünfstellig sein)
ALTER TABLE lager ADD CONSTRAINT cst_zipchk CHECK (char_length(zipcode) = 5);
-- Bedingung entfernen
ALTER TABLE lager DROP CONSTRAINT cst_zipchk RESTRICT;
-- Tabelle umbennnen
ALTER TABLE lager RENAME TO lagermitplz;
ALTER TABLE lagermitplz RENAME TO lager;
-- Eigentümer ändern
ALTER TABLE lager OWNER TO steffen;
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Ab Version 7.3 wird endlich auch SQL 92 ALTER TABLE DROP COLUMN
unterstützt. Gibt es einen Index, eine Bedingung oder einen
Fremdschlüssel der die zu löschende Spalte referenziert, muss die
Option CASCADE mit angegeben werden.
Für ältere Versionen hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:
Man muss die Tabelle neu erzeugen. Diese Funktion
wird übrigens von phpPgAdmin unterstützt (das heißt, es gibt
einen DROP Knopf, der im Prinzip das tut). Im Folgenden wird ein
Workaround gezeigt. Es werden hier gleich noch ein paar weitere
Kommandos demonstriert.
| Beispiele |
-- Workaround für fehlendes:
-- ALTER TABLE lager DROP COLUMN zipcode;
-- Daten in Temp-Tabelle:
BEGIN;
-- Tabelle exklusiv schützen:
LOCK TABLE lager IN ACCESS EXCLUSIVE MODE;
-- LOCK TABLE lager; macht das gleiche (Voreinstellung ist ACCESS EXCLUSIVE)
CREATE TEMPORARY TABLE temp AS SELECT id, films_code, distributors_id, info FROM lager;
-- lager Tabelle neu erstellen
DROP TABLE lager;
CREATE TABLE lager (
id SERIAL PRIMARY KEY,
films_code CHARACTER(5),
distributors_id DECIMAL(3),
info VARCHAR DEFAULT NULL,
CONSTRAINT fk_lager_distributors_id FOREIGN KEY (distributors_id) REFERENCES distributors(id)
ON DELETE RESTRICT,
CONSTRAINT fk_lager_films_code FOREIGN KEY (films_code) REFERENCES films(code)
ON DELETE RESTRICT
DEFERRABLE
);
-- Achtung, die Berechtigungen und Bedingungen der Tabelle müssen
-- noch gesetzt werden!
-- neue Tabelle füllen
INSERT INTO lager SELECT * FROM temp;
-- vielleicht noch prüfen
-- SELECT * FROM lager LIMIT 100;
DROP TABLE temp;
-- nicht unbedingt notwendig, passiert sonst bei Ende der
-- Sitzung automatisch
-- Transaktion abschließen
END;
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Füllt man (beispielsweise neue) Tabellen mit sehr vielen Daten,
so ist INSERT langsam. Die schnellste Möglichkeit ist das Füllen
über COPY. Bei sehr vielen Datensätzen spart es auch Zeit, die
Indizes zu löschen und anschließend neu zu erzeugen. Traut man
den Daten, weil diese beispielsweise aus einem Backup kommen, so
bringt es auch oft sehr viel Zeitersparnis, wenn man die Trigger
und Bedingungen löscht und nach dem Füllen wieder neu anlegt.
Eine Erweiterung ist die Möglichkeit CREATE TABLE AS, die eine
Tabelle aus einer SELECT-Abfrage erzeugt. Das ist äquivalent zu
einer INSERT INTO Erweiterung, mit der auch Tabellen erzeugt
werden können (beides ist nicht Standard-SQL). Um standardkonform
zu sein, muss man zunächst ein CREATE TABLE machen und diese dann
über INSERT ... SELECT füllen.
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Views sehen aus Sicht der Anwendung aus wie Tabellen. Manchmal
werden sie sogar als virtuelle Tabellen bezeichnet. Es sind
Sichten auf Tabellen. Eine View stellt eine Abfrage (ein SELECT
Kommando) dar. Diese Abfrage kann beispielsweise nur einige der
Spalten einer Tabelle enthalten. Die Abfrage kann auch über einen
join mehrere Tabellen verbinden und so Werte aus verschiedenen
Tabellen anzeigen.
Ein großer Vorteil von Views ergibt sich, wenn man sich an die
Privilegien erinnert. Über Views kann man es erreichen, dass nur
bestimmte Felder sichtbar sind. In diesem Fall definiert man
einen View über die erlaubten Felder und gibt dem entsprechenden
Benutzer Rechte auf den View - nicht aber auf die Tabelle.
Momentan können Views so erstmal nur zum Lesen von Daten, nicht
jedoch zum Ändern benutzt werden. Möchte man Daten auch ändern
können, so verwendet man eine PostgreSQL Erweiterung, eine Regel.
Im später später folgenden Abschnitt zu Regeln wird dies
exemplarisch erklärt.
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Das Cursorkonzept stammt aus eingebettetem SQL (ESQL). Eingebettet
heißt, dass man SQL Anweisungen direkt in Programmquelltexte
einbettet (diese Programmiertechnik wurde inzwischen durch
Standards wie ODBC weitgehend abgelöst; ESQL wird jedoch auch
heute noch verwendet und auch von PostgreSQL unterstützt). In
PostgreSQL stehen Cursors unabhängig von der Verwendung von ESQL
zur Verfügung. Man kann sie beispielsweise auch über
psql
interaktiv verwenden.
Einem aktiven Cursor ist eine Menge von Datensätzen assoziiert,
die über eine Abfrage, also über ein SELECT Kommando, ausgewählt
wurden. Man kann nun einzelne Datensätze oder Teilmengen der
Datensatzmenge über den Cursor holen. Der Cursor merkt sich dabei
die Position. Holt man beispielsweise dreimal einen Datensatz aus
einem Cursor, so erhält man automatisch die ersten drei
Datensätze. Der Cursor zählt sozusagen mit, was auch den Namen
erklärt. Eine Besonderheit ist, dass man über Cursors (in
PostgreSQL, das gilt nicht generell) auch rückwärts gehen kann,
also dass man Datensätze mehrfach holen kann.
Cursors funktionieren in PostgreSQL nur in Transaktionen. Um einen
Cursor zu verwenden, muss dieser zunächst deklariert werden. Man
kann sich vorstellen, dass man einer Abfrage einen (temporären)
Namen gibt. Dann kann man Datensätze (die Ergebnise der Abfrage)
holen. Man kann den Cursor auch verschieben, beispielsweise, um
Datensätze auszulassen oder erneut zu verarbeiten. Wird der
Cursor nicht mehr benötigt, so wird er mit CLOSE geschlossen.
Besonderheiten in PostgreSQL sind, dass aus einem Cursor nicht
über absolute Positionen gelesen werden kann und das Cursordaten
nicht geändert werden können (es gibt kein DECLARE FOR UPDATE).
Ein Cursor ist also immer READ ONLY. Durch die
Transaktionsforderung ist er auch immer INSENSITIVE, auch wenn dies
nicht explizit mit angeben wurde. Auch SCROLL ist nicht notwendig, da
ein Cursor immer SCROLL kann. Es muss auch kein OPEN auf einen
Cursor gemacht werden.
Ein einfaches Beispiel folgt.
| cursor.sql |
-- Die Tabelle sieht so aus:
test=> SELECT code, title FROM films WHERE distributors_id = 124;
code | title
-------+------------------
MM-dt | Mädchen, Mädchen
IJ1 | Indiana Jones 1
IJ2 | Indiana Jones 2
IJ3 | Indiana Jones 3
(4 rows)
-- Transaktion starten
test=> BEGIN;
BEGIN
-- Einen Cursor für Indiana Jones deklarieren.
test=> DECLARE ijfilme INSENSITIVE CURSOR FOR
test-> SELECT code, title FROM films
test-> WHERE code LIKE 'IJ%'
test-> ORDER BY code
test-> FOR READ ONLY;
DECLARE
-- Ersten Datensatz holen
test=> FETCH NEXT FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ1 | Indiana Jones 1
(1 row)
-- Zweiten Datensatz holen (1 ist wie NEXT)
test=> FETCH 1 FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ2 | Indiana Jones 2
(1 row)
-- Einen Datensatz zurückgehen:
test=> FETCH -1 FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ1 | Indiana Jones 1
(1 row)
-- Die nächsten zwei Datensätze holen:
test=> FETCH 2 FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ2 | Indiana Jones 2
IJ3 | Indiana Jones 3
(2 rows)
-- Hier ist Ende:
test=> FETCH 1 FROM ijfilme;
code | title
------+-------
(0 rows)
-- weit Zurückspringen (an den Anfang)
test=> MOVE -100 FROM ijfilme;
MOVE 3
-- wieder am Anfang
test=> FETCH 1 FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ1 | Indiana Jones 1
(1 row)
-- Rest holen
test=> FETCH ALL FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ2 | Indiana Jones 2
IJ3 | Indiana Jones 3
(2 rows)
-- Den letzten nochmal (wie -1)
test=> FETCH PRIOR FROM ijfilme;
code | title
-------+-----------------
IJ3 | Indiana Jones 3
(1 row)
-- Cursor schließen
test=> CLOSE ijfilme;
CLOSE
-- Transaktion abbrechen
test=> ROLLBACK;
ROLLBACK |
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Ein Index dient dazu, Datensätze mit bestimmten Eigenschaften
schnell zu finden. Hat man beispielsweise eine Tabelle films wie
im Beispiel Tabellen und sucht den Film mit dem code FilmA, so
müsste ja die gesamte Tabelle durchsucht werden (und dazu vor
allem von Festplatte geladen werden), dann müsste jeder code
geprüft werden, ob er denn dem gesuchten entspricht.
Hier verwendet man einen Index. Ein Index gilt für eine bestimmte
Tabellenspalte, also beispielsweise für code. Er kann aber auch
aus mehreren zusammengesetzten Spalten bestehen. Ein Index ist
eine effiziente Speicherung aller code Werte und einem Verweis
auf die Stelle, an der der zugehörige Datensatz gespeichert ist.
Wie genau die Speicherung funktioniert, hängt vom Typ des Index
ab. Es gibt beispielsweise HashIndizes und binäre Bäume.
Sucht man nun FilmA, so wird nur der Index geladen, der ja viel
kleiner ist, als die ganze Tabelle. Es wird an der entsprechenden
Stelle nachgesehen (bei einem Hash geht das bei einer
Gleichoperation mit einem Zugriff), dann direkt die richtige
Stelle (oder die richtigen Stellen) der Tabelle geladen. Das ist
dann wesentlich schneller.
Indizes sind aber nicht immer günstig. Hat man beispielsweise
viele Datensätze, beispielsweise alle, so muss eh sehr viel von
der Tabelle geladen werden. Hier bremst es nur, zusätzlich den
Index zu laden (der Abfrageplaner würde in solchen Fällen den
Index aber automatisch nicht verwenden, weil er das auch weiß,
mehr dazu später). Das gleiche Verhalten kann man auch bei
kleinen Tabellen erwarten (wenn man beispielsweise 100 aus 1000
Datensätzen liest, ist ein Index oft nicht günstig und wird nicht
verwendet). Ein Index verlangsamt auch Änderungen, da nicht nur
die Tabelle, sondern auch der Index aktualisiert werden muss.
Ein Index kann auch Eindeutigkeit (UNIQUE) fordern. Genauer
gesagt, wird Eindeutigkeit in Tabellen garantiert, in dem ein
UNIQUE Index angelegt wird. Dies sollte man aber lieber durch ein
sauberes ALTER TABLE ... ADD CONSTRAINT erledigen. Das dann ein
Index verwendet wird, ist ein Implementierungsdetail von
PostgreSQL.
Die bereits kurz erwähnten Speichertypen von Indizes sind:
BTREE (Lehman-Yao B-Baum), RTREE (R-Baum mit Guttman's "quadratic
split" Algorithmus), HASH (Litwin's lineares hashen) und GIST
(Generalized Index Search Trees, verallgemeinerter Index Suchbaum).
BTREE kann bei den Operationen <, <=, =, >=, > verwendet werden.
RTREE bei den Operationen <<, &<, &>, >>, @, ~=, && und ein HASH bei
=.
Indexes kann man per Hand erzeugen. Dazu gibt es das
nicht-standard SQL Kommando CREATE INDEX. Zum Löschen gibt es
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