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Dokument MPlayer - The Movie Player for Linux  Autor
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7 Verwendung


7.1 Kommandozeile

MPlayer benützt einen komplexen Abspielbaum. Er besteht aus globalen Optionen am Anfang (z.B. mplayer -vfm 5) und Optionen nach dem Dateinamen, welche nur für die jeweilige Datei/URL/etc gelten (z.B. mplayer -vfm 5 movie1.avi movie2.avi -vfm 4).
Mit { und } können Dateinamen/URL-Grupen gebildet werden. Dies ist mit der Option -loop nützlich: mplayer { 1.avi -loop 2 2.avi } -loop 3 spielt die Dateien in dieser Reihenfolge: 1 1 2 1 1 2 1 1 2

Datei mplayer [Optionen] [Pfad/]Dateiname
Datei mplayer [standard Optionen] [Pfad/]Dateiname [Optionen für datei1] datei2 datei3 [Optionen für datei3]
VCD mplayer [Optionen] -vcd Tracknr [-cdrom-device /dev/cdrom]
DVD mplayer [Optionen] -dvd Titelnr [-dvd-device /dev/dvd]
Netz mplayer [Optionen] http://site.com/datei.asf (playlist kann auch benutzt werden)

Die neusten Versionen von MPlayer akzeptieren auch VCD- und DVD-Tracks im URL-Format, so wie z.B. auch Xine: mplayer dvd://1 oder mplayer vcd://1

user@linux ~$ mplayer -vo x11 /mnt/Filme/Contact/contact2.mpg
user@linux ~$ mplayer -vcd 2
user@linux ~$ mplayer -afm 3 /mnt/DVDtrailers/alien4.vob
user@linux ~$ mplayer -dvd 1
user@linux ~$ mplayer -abs 65536 -delay -0.4 -nobps ~/movies/test.avi

7.2 Steuerung

MPlayer besitzt eine vollständig konfigurierbare, durch Befehle angesteuerte Steuerungsschicht (control layer), der es erlaubt, MPlayer mit Tastatur, Maus, Joystick oder Fernbedienung (unter Verwendung von LIRC) zu steuern. Schau in die man-page. Dort steht eine vollständige Liste aller Tastaturkommandos.


7.2.1 Konfiguration der Steuerung

MPlayer ermöglicht es, dass du jede Taste/jeden Button mit einem MPlayer-Befehl verbindest. Dieses wird in einer simplen Konfigurationsdatei festgelegt. Die Syntax besteht einfach aus einem Tastennamen gefolgt vom auszuführenden Befehl. Die Standardkonfigurationsdatei ist $HOME/.mplayer/input.conf, aber diese Position kann auch mit der Option -input geändert werden. Pfadangaben beziehen sich hier relativ zu $HOME/.mplayer).

Beispiel:

Beispiel .mplayer
##
## MPlayer input control file
##

RIGHT seek +10
LEFT seek -10
- audio_delay 0.100
+ audio_delay -0.100
q quit
> pt_step 1
< pt_step -1
ENTER pt_step 1 1
      

7.2.1.1 Tastennamen

Mit folgendem Befehl erhälst du eine vollständige Liste: mplayer -input keylist

Tastatur

  • Irgendein druckbares Zeichen
  • SPACE
  • ENTER
  • TAB
  • CTRL
  • BS
  • DEL
  • INS
  • HOME
  • END
  • PGUP
  • PGDWN
  • ESC
  • RIGHT
  • LEFT
  • UP
  • DOWN

Maus (wird nur unter X unterstützt)

  • MOUSE_BTN0 (Linke Taste)
  • MOUSE_BTN1 (Rechte Taste)
  • MOUSE_BTN2 (Mittlere Taste)
  • MOUSE_BTN3 (Mausrad)
  • MOUSE_BTN4 (Mausrad)
  • ...
  • MOUSE_BTN9

Joystick (Joystick-Unterstützung muss bei der Kompilierung aktiviert sein)

  • JOY_RIGHT oder JOY_AXIS0_PLUS
  • JOY_LEFT oder JOY_AXIS0_MINUS
  • JOY_UP oder JOY_AXIS1_MINUS
  • JOY_DOWN oder JOY_AXIS1_PLUS
  • JOY_AXIS2_PLUS
  • JOY_AXIS2_MINUS
  • ....
  • JOY_AXIS9_PLUS
  • JOY_AXIS9_MINUS

7.2.1.2 Befehle

Mit folgendem Befehl erhälst du eine vollständige Liste: mplayer -input cmdlist

  • seek (int) Wert [(int) type=0]
    Sucht bis zu einer gewissen Stelle im Film.
    Type 0 ist eine relative Suche von +/- Wert Sekunden.
    Type 1 sucht bis Wert % im Film.
  • audio_delay (float) Wert
    Korrigiert die Audioverzögerung um Wert Sekunden
  • quit Beendet MPlayer
  • pause Wechselt zwischen Pause und Weiterspielen
  • grap_frames Weiß das jemand?
  • pt_step (int) Wert [(int) force=0]
    Springt zum nächsten/vorherigen Eintrag im playtree. Das Vorzeichen von Wert bestimmt die Richtung.
    Wenn kein neuer Eintrag mehr vorhanden ist, geschieht gar nichts, es sei denn, force ist nicht 0.
  • pt_up_step (int) Wert [(int) force=0]
    Wie pt_step, springt jedoch zum nächsten/vorherigen Eintrag in der übergeordneten Liste. Dies ist nützlich, um eine innere Schleife im playtree zu unterbrechen.
  • alt_src_step (int) Wert
    Wenn mehr als eine Quelle vorhanden ist, wählt dies die nächste/vorherige (nur unterstützt für asx Wiedergabelisten).
  • sub_delay (float) Wert [(int) abs=0]
    Korrigiert die Untertitel-Verzögerung um +/- Wert Sekunden oder setzt sie auf Wert Sekunden, wenn abs nicht null ist.
  • osd [(int) level=-1]
    Wechselt den OSD-Modus oder setzt in auf level, wenn level > 0.
  • volume (int) dir
    Erhöht/erniedrigt die Lautstärke
  • contrast (int) Wert [(int) abs=0]
  • brightness (int) Wert [(int) abs=0]
  • hue (int) Wert [(int) abs=0]
  • saturation (int) Wert [(int) abs=0]
    Setzt/korrigiert die Video-Parameter. Die Wertreichweite reicht von -100 bis 100.
  • frame_drop [(int) type=-1]
    Wechselt den Framedrop-Modus.
  • sub_pos (int) Wert
    Korrigiert die Untertitel-Position.
  • vobsub_lang
    ändert die Sprache der VobSub-Untertitel.
  • vo_fullscreen
    Wechselt den Vollbildschirm-Modus.
  • tv_step_channel (int) dir
    Wählt nächsten/vorherigen Tv-Kanal.
  • tv_step_norm
    ändert TV-Norm.
  • tv_step_chanlist
    ändert Kanalliste.
  • gui_loadfile
  • gui_loadsubtitle
  • gui_about
  • gui_play
  • gui_stop
  • gui_playlist
  • gui_preferences
  • gui_skinbrowser

7.3 GUI-Aktionen


7.3.1 Steuerung mittels LIRC

Linux Infrared Remote Control - verwendet einen einfach zu bauenden, selbstgebauten IR-Empfänger, (fast) jede beliebige Fernbedienung und steuere deinen Linux-Rechner damit. Mehr dazu auf en www.lirc.org.

Wenn du das lirc-Paket installiert hast, erkennt es configure automatisch. Wenn alles gut geht, gibt MPlayer während des Starts eine Nachricht wie etwa Setting up lirc support... aus. Wenn ein Fehler auftritt, wird dies auch gemeldet. Wenn gar nichts gesagt wird, ist auch keine LIRC-Unterstützung einkompiliert. Das ist alles :-)

Der Anwendungsname für MPlayer ist - oh, ein Wunder - mplayer. Du kannst jeden beliebigen MPlayer-Befehl benutzen und sogar mehrere nacheinander ausführen lassen, indem du sie durch \n voneinander trennst. Vergiss nicht, die repeat-Option in der .lircrc zu benutzen, wenn es Sinn macht (beim Suchen, bei der Lautstärke etc.). Hier ist ein Auszug aus meiner .lircrc:

.lircrc
begin
     button = VOLUME_PLUS
     prog = mplayer
     config = volume 1
     repeat = 1
end

begin
    button = VOLUME_MINUS
    prog = mplayer
    config = volume -1
    repeat = 1
end

begin
    button = CD_PLAY
    prog = mplayer
    config = pause
end

begin
    button = CD_STOP
    prog = mplayer
    config = seek 0 1\npause
end
      

Wenn du die Standard-Position der LIRC-Konfigurationsdatei (~/.lircrc) nicht magst, verwende die Option -lircconf <Dateiname>, um eine andere Datei anzugeben.


7.3.2 Der "Slave"-Modus

Der Slave-Modus erlaubt es dir, ein einfaches Frontend für MPlayer zu erstellen. Wenn er mit der Option -slave aktiviert wurde, dann liest MPlayer durch neue Zeilen unterbrochene Befehle (\n) von der Standardeingabe.


7.4 Streaming über das Netzwerk oder Pipes

MPlayer kann Videos über Netzwerke unter Verwendung des HTTP- MMS- oder RTSP/RTP-Protokolls abspielen.

Abspielen geht einfach durch das Hinzufügung der URL zu der Kommandozeile. MPlayer berücksichtigt auch die http_proxy-Umgebungsvariable und benutzt einen Proxy, falls vorhanden. Der Proxygebrauch kann auch erzwungen werden:

user@linux ~$ mplayer http_proxy://proxy.micorsops.com:3128/http://micorsops.com:80/stream.asf

MPlayer kann auch von stdin lesen (nicht von benannten Pipes). Dies ist ein Beispiel für die Verwendung, um von FTP abzuspielen:

user@linux ~$ wget ftp://micorsops.com/etwas.avi -O - <command> mplayer -

Hinweis:

Bei der Wiedergabe übers Netzwerk empfiehlt sich, den Cache zu aktivieren:
user@linux ~$ wget ftp://micorsops.com/etwas.avi -O - <command> mplayer -cache 8192 -


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