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Dokument LaTeX - Kile  Autor
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1 Ktexmaker2 und Kile

Kile ist der Nachfolger von Ktexmaker2. Dies sei gleich zu Beginn angemerkt, damit es keine Missverständnisse gibt. Der Funktionsumfang von Kile hat sich im Vergleich zu Ktexmaker2 eindrucksvoll gesteigert. Während Ktexmaker2 für KDE2 geschrieben wurde, setzt Kile gleich auf KDE3 auf. Schon die Oberfläche macht die Unterschiede deutlich.

Wer aus irgendwelchen Gründen nicht gleich mit Kile beginnen kann, wird aber mit Ktexmaker2 grundlegende Funktionen wie das Festlegen eines Hauptdokumentes für den Übersetzungsvorgang, das Generieren von Postscript- oder PDF-Dokumenten, einige Wizards für Dokument- und Tabellengerüste oder Syntaxhighlighting nicht vermissen müssen. Kile bietet darüberhinaus eine umfangreiche Sammlung von Symbolen zum Anklicken an, die das schnelle Einfügen von LaTeX-Befehlen in die eigenen Texte ermöglichen.


2 Start eines neuen Dokumentes

Will man mit einem neuen Text beginnen, bieten sich zwei Möglichkeiten an, die jeweils die Grundeinstellungen für ein Dokument beinhalten. Über den Menüpunkt Datei->Neu Wird ein kleines Fenster geöffnet, in dem man lediglich die Dokumentklasse auswählen kann. Es wird nach der Bestätigung ein Dokument eröffnet, das alle Befehle enthält, um einen leeren Text der gewählten Klasse zu übersetzen.

Die zweite Möglichkeit ist das Empty-Dokument zu nutzen, und dann den Schnellstart-Assistenten (Wizard) aufzurufen, der ein neues Dokument anlegt. Hier kann man im folgenden Dialog gleich noch ein paar zusätzliche Einstellungen vornehmen, beispielsweise, die Schriftgröße anpassen, oder die Pakete für mathematische Formeln einbinden.


3 Die Auswahllisten

So wie beispielsweise in Kate ein Auswahlfenster für Dateien und Verzeichnisse angeboten wird, können in Kile ebenfalls Dateien und Verzeichnisse durchsucht werden. Allerdings ist dieser Bereich erweitert worden. Bereits in Ktexmaker2 konnte man zwischen dem Filebrowser und der Dokumentstruktur umschalten. In Kile werden auf der Trennleiste zwischen Editorfenster und Browser-Bereich mehrere Symbole angeboten, die zu Paletten aus unterschiedlichen Bereichen führen. Von Pfeilen, über griechische Buchstaben bis hin zu Symbolen der Aussagenlogik werden hier die Icons für entsprechende LaTeX-Befehle angeboten.


4 Der Struktur-Browser

Über den Button zur Dokumentstruktur auf dem vertikalen Symbolrand kommt man zur Strukturdarstellung. Hier wird ausgehend vom aktuellen Dokument die Text-Struktur dargestellt. Dabei werden die Gliederungsbefehle benutzt um einen Strukturknoten zu erzeugen. Highlight dieses Werkzeugs ist, dass auch bei verteilten Dokumenten (z.B. ein Text je Kapitel), die Input- und Include-Befehle ausgewertet werden. So eingebundene Teildokumente können durch Doppelklicken auf den entsprechenden Strukturknoten geöffnet werden. Jedes Teildokument erhält einen Kartenreiter (Tab) oberhalb des Editors. Definiert man nun über den Menüpunkt Einstellungen->Aktuelles Dokument als Masterdokument festlegen das Hauptdokument, kann man in jedem beliebigen eingebundenen Teildokument editieren und wird über die Werkzeug-Funktionen zur Übersetzung in DVI, PS oder PDF stets das Hauptdokument bearbeiten. Aktiviert man im Strukturbrowser einen Gliederungsbefehl innerhalb des aktuellen Dokumentes, springt der Editor an die entsprechende Stelle im Text.


5 Der Tabellen-Assistent

In vielen Texten ist man heutzutage auf Tabellen angewiesen. Dass dies unter  LaTeX ein recht nervtötendes Unterfangen sein kann, ist allgemein bekannt. Man darf die Übersicht nicht verlieren. Der Tabellenassistent hilft ein wenig, indem er das Grundgerüst einer Tabelle zur Verfügung stellt. Dabei werden über die Dialogelemente Optionen zu Zeilen- und Spaltenanzahl, Spaltenausrichtung und Abstandhalter angeboten. Die einzufügende Tabelle wird im Dialog angezeigt und kann sofort mit Inhalt gefüllt werden.

Schließt man diesen Dialog mit einem Klick auf den OK-Button, wird der komplette Tabellen-Code erzeugt und in das aktuelle Dokument eingefügt.


6 Ein Bild einbinden

Der Menüpunkt LaTeX enthält neben den Gliederungsbefehlen, Befehlen zu Umgebungen, Aufzählungen oder Schriftformen auch den Befehl \includegraphics{file.eps}, der einen Auswahldialog für die Bilddatei öffnet. Der eingefügte Code ohne Bild ergibt den folgenden Code:

\includegraphics[scale=1]{.}
    

Nutzt man den Datei-Browser, stellt man schnell fest, dass nach eps-Grafiken gesucht wird.


7 Die Werkzeuge

Jedes externe Programm, das von Kile genutzt werden soll, muss installiert sein. Das betrifft tex2html ebenso, wie pdflatex. Sind diese nicht vorhanden, führt die Aktivierung der entsprechenden Werkzeug-Icons oder Menüpunkte zu Fehlern. Es ist also ratsam, sich wirklich eine komplette LaTeX-Umgebung zu schaffen, wenn man die entsprechenden Tools wirklich nutzen will.

Wer die Kontrolle gern auf der Konsole behält, ist mit der in die Umgebung integrierten Shell bestens versorgt. Hier kann man ganz normal wie in jeder anderen Konsole arbeiten. Kile ist darauf ausgelegt, wahlweise Postscript oder PDF zu erzeugen und anzuzeigen, doch auch tex2html wird als Werkzeug nutzbar gemacht. Nutzt man die integrierten Funktionsaufrufe, kann man auch das Logging im Log-Fenster auswerten. Selbst das Springen von LaTeX-Fehler zu LaTeX-Fehler ist wie in einem Debugger integriert. Dabei wird sowohl die Fehlermeldung im Logfenster als auch die entsprechende Stelle im Text angezeigt.


8 Schlusswort

Kile bietet diverse weitere Funktionen. Hier wurde bisher nichts über benutzerdefinierte Macros erzählt, das Mathematik-Menü wurde übergangen und die Einstellungsdialoge sind ebenfalls nicht erklärt worden. Dieser Text stellt keine komplette Dokumentation über Kile dar, doch der Text sollte ausreichen, um neugierig zu machen und zum Ausprobieren anzuregen.

Viel Spaß damit!



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