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1 ISDN, wofür brauch' ich das?


1.1 Schnelle Datenverbindung

ISDN bietet die Möglichkeit, die Daten schnell und digital zu übertragen. Es entfällt also der Modulator/Demodulator (Modem). ISDN-Modems sind Geräte, die der Computer wie Modems über die serielle Schnittstelle anspricht. Prinzipiell ist es auch möglich, die beiden Übertragungskanäle zusammenzuschalten und damit die Übertragungsgeschwindigkeit zu verdoppeln.

ISDN hat eine sogenannte Dienstekennung, mit der man Daten-, Fax- und Sprachübertragung unterscheiden kann.


1.2 Schnelle Verbindung ins Internet

Nicht nur die Datenübertragung ist recht schnell. Auch der Aufbau der Verbindung erfolgt deutlich schneller als bei Modems.


1.3 Transparente Netzwerkverbindung

Unter Linux ist es mit ISDN möglich, die Verbindung als Netzwerk einzurichten, so dass alle Zugriffe, die den eigenen Bereich verlassen über das ISDN-Gerät z.B. ins Internet weitergeleitet werden.
Es lassen sich auch private Netze mittels ISDN erstellen und koppeln. Diese Kopplung muss nicht über das Internet erfolgen. So lässt sich beispielsweise ein Freundes- oder Vereinsnetz aufbauen.


1.4 Anrufbeantworter

ISDN unter Linux ermöglicht es, einen Anrufbeantworter für jede Mehrfachrufnummer (MSN) einzurichten und Ansagen abhängig von der anrufenden oder angerufenen Telefonnummer abzuspielen.

Die Einrichtung des Anrufbeantworters vbox wird in einem anderen Dokument beschrieben.


2 Installation

Die Installation von ISDN unter Linux wird von immer mehr Distributionen unterstützt. Bei SuSE wird ISDN in YAST(1) unter "Administration des Systems | Hardware ins System integrieren | ISDN Hardware konfigurieren" vorgenommen. Danach sind zwei Masken auszufüllen, die eine für die Hardware, die zweite für die Software. Auch YAST(2) bietet die Möglichkeit ISDN einzurichten, allerdings in der Gruppe "Netzwerk/Basis -> Konfiguration von ISDN"


2.1 Welche Parameter werden benötigt?

Wenn PCI-ISDN-Karten verwendet werden, kann das BIOS den Typ, die Adresse und den benötigten Interrupt an das System melden. Bei älteren Karten, muss man selbst etwas Hand anlegen. Ist die Karte eine ältere ISA-Plug-and-Play-Karte, so muss zuerst das Plug-and-Play-System konfiguriert werden, damit auf die Karte zugegriffen werden kann.


2.1.1 Kartentyp

Es sollte bekannt sein, welche Karte eingebaut ist bzw. eingebaut wird, denn die verschiedenen Typen benötigen unterschiedliche Parameter. Bei ISA-(oder Plug-and-Play-)Karten muss man die IO-Adresse und den Interrupt in Erfahrung bringen. Dies geschieht am besten durch Studium der Dokumentation und evtl. Jumper-Einstellungen auf der Karte.
Einige Karten benötigen noch weitere Werte, die ebenfalls durch Studium der Dokumentation in Erfahrung zu bringen sind.

Wenn Sie eine aktive ISDN-Karte einbinden wollen/müssen, so sollten Sie die spezielle Dokumentation der Distribution für diese Karten zuerst lesen. Bei den aktiven Karten von AVM muss beispielsweise noch zusätzlich Software auf die ISDN-Karte geladen werden, bevor sie angesprochen werden kann. Diese Software muss ebenfalls vorhanden sein, sei es über die Installationsroutinen der Distribution oder über einen Download bzw. von Diskette/CD des Herstellers.


2.1.2 IP-Adressen

Da ISDN als Netzwerkgerät (Device) eingerichtet wird, muss man der Karte eine IP-Adresse zuweisen. Diese wird zwar beim Verbindungsaufbau geändert, muss aber zu Anfang angegeben werden, damit das Gerät als Netzwerkgerät angesehen wird.

Wenn man eine IP-Adresse aus einem anderen freien Netzwerk verwendet wird automatisch eine Route darauf gesetzt. Dann kann man angeben, dass alle Datenpakete über diese IP-Adresse ins Internet geschickt werden sollen (default-Route).

Es wird noch eine zweite IP-Adresse benötigt, die dem anderen Ende der ISDN-Verbindung zugewiesen wird. Am besten unterscheiden sich die beiden Adressen nur im letzten Byte um 1 (Bsp.: lokale IP-Adresse der ISDN-Karte: 192.168.100.100 und 2. IP-Adresse 192.168.100.101). Die zweite Adresse wird auch als Point-to-Point-Adresse bezeichnet.


2.1.3 MSN

Man muss in aller Regel dem ISDN-Gerät eine Multi-Subscriber-Number (MSN) zuweisen. Diese wird sowohl als Kennung an die Gegenstation gesendet als auch für die Annahme eines Anrufes benötigt. Standardmäßig enthält jeder ISDN-Anschluss 3 Nummern (bei der Telekom können noch 7 weitere kostenlos geordert werden). Eine davon muss man dem ISDN-Gerät zuweisen.


2.1.4 Protokoll

Wenn ISDN über eine ISDN-Nebenstellenanlage angeschlossen ist oder ein älterer ISDN-Anschluss (vor 1995) vorliegt, kann es sein, dass noch die nationale ISDN-Variante (1TR6) verwendet wird. Im Regelfall wird das Protokoll jedoch Euro-ISDN (EDSS1) sein.


2.1.5 Zugangsdaten für Provider

Um einen Internetzugang zu bekommen muss man eine Telefonnummer, ein Konto (Account) und ein Passwort bei einem Service-Provider haben. Es gibt aber auch sogenannte Call-by-Call-Zugänge, wobei das Konto und das zugehörige Passwort allgemein bekannt und zugänglich sind. So kann man z.B. eine Verbindung über Arcor mit dem Kontonamen arcor, dem Passwort internet und der Telefonnummer 010700192070 aufbauen. Dies ist für Testzwecke sehr nützlich.

Allerdings kann man dann noch nicht richtig surfen, da der Rechner nicht weiß, unter welcher IP-Adresse er die gewünschten Webseiten finden kann. Dazu muss noch die Adresse eines Nameservers eingetragen werden. Prinzipiell kann man die Adresse eines beliebigen Nameservers eintragen, jedoch kennt man üblicherweise nicht soviele, sondern bekommt vom Serviceprovider eine Adresse genannt.


2.2 Installation für Internetanschluss


2.2.1 Installationsroutinen der Distribution

Mit den angegebenen Parametern können Sie sich an die Installation machen. Jede Distribution hat entsprechende Programme und erfragt die Parameter. Wenn die Hardware nicht exotisch ist und Sie alle gewünschten Parameter richtig eingegeben haben funktioniert ISDN üblicherweise. Ein Reboot ist zwar nicht unbedingt notwendig aber trotzdem empfehlenswert um sicherzustellen, dass das ISDN-Subsystem richtig gestartet wird. Achten Sie auf entsprechende Meldungen beim Systemstart.


2.2.2 Eintragen eines Nameservers

Auch dafür haben Distributionen ein Hilfsprogramm. Die Hardcore-Linuxer schreiben mit ihrem Lieblingseditor den benötigten Eintrag in die Datei /etc/resolv.conf. Darin muss (mindestens) folgender Eintrag stehen: "nameserver IP-ADRESSE_DES_SERVERS", wobei die Anführungszeichen nicht geschrieben werden und die IP-Adresse eingetragen werden muss, die der Serviceprovider mitgeteilt hat.


2.2.3 Besonderheiten beim Zugang über T-Online

Das Einrichten eines ISDN-Zugangs für T-Online ist auch kein Hexenwerk. Die Zugangsdaten sind ein großer Zahlenwust, der fehlerfrei eingegeben werden muss.

Der Loginname setzt sich zusammen aus der Zugangsnummer (wird auch häufig als Anschlusskennung bezeichnet), die in der Regel 12-stellig ist, der Abrechnungsnummer (oder früher auch der Telefonnummer, ebenfalls 12-stellig, beginnt jetzt häufig mit 32) und der Mitbenutzernummer, die einem Hash-Zeichen ("#") folgt und 4-stellig sein muss.

Beispiel:
Zugangsnummer: 123456789098
Rechnungsnummer: 320012345678
Mitbenutzernummer: 0001

Daraus ergibt sich der Loginname als: "123456789098320012345678#0001"

Das Passwort muss entsprechend angegeben werden. Man sollte es auf der Hompage der Telekom de https://webmbv.t-online.de/ abändern.


2.2.4 Sicherheitsaspekte

Die Zugangsdaten werden in der Datei /etc/ppp/pap-secrets abgelegt, und zwar im Klartext! Deshalb darf diese Datei nur von root gelesen und geschrieben werden dürfen!

Der Befehl

user@linux $ ls -l /etc/ppp/pap-secrets

muss folgende Rechte anzeigen:

-rw-------    1 root     root          397 Apr  6  2001 pap-secrets

Wenn das nicht so ist, so geben Sie als Administrator (root-user) folgenden Befehl ein:

root@linux # chmod 600 /etc/ppp/pap-secrets

Denken Sie daran, dass jeder, der unberechtigterweise an diese Datei kommen kann, auf Ihre Kosten surfen kann. Deshalb wird spätestens jetzt ein gutes root-Passwort benötigt.



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