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22 Testen der Konfigurationen

Es gibt ein Tool, mit dem man fast beliebige DNS-Anfragen machen kann, um z.B. Konfigurationen zu testen. Dieses ist Teil der bind-Distribution und heißt nslookup. Dieses versteht viele Optionen als Parameter, kann aber auch interaktiv verwendet werden.
Um die Wirkung der Searchlist zu unterdrücken, sollten wiederum vollqualifizierte Hostnamen mit einem anschließenden Punkt verwendet werden. Mit diesem Tool fragt man nach Daten der Zone, z.B. "www.selflinux.de." Folgende Optionen stehen im interaktiven Modus zur Verfügung (hier teilweise abgekürzt):

  • "server <server>", z.B. server ns.selflinux.de
    Die Anfragen werden an <server> gesendet.
  • "set querytype=<RR Typ>", z.B. set q=any
    Anfragen nach RR-Typ machen
  • "set debug" / "set nodebug"
    Es werden viele zusätzliche Informationen angezeigt, sehr hilfreich bei der Fehlersuche
  • "set recurse" / "set norecurse"
    Rekursive oder nicht rekursive Anfragen machen
  • "ls <zone>", z.B. ls selflinux.de
    Zonentransfer machen, und diese auflisten
    ls kennt mehrere Optionen, z.B. "-t <RR Type>"

Beim Testen muß natürlich auch nach IP-Adressen gefragt werden, um zu testen, ob diese richtig zurück in Hostnamen übersetzt werden.

Ein sehr gutes automatisches Tool für derartige Tests ist dnswalk, insbesondere bei großen Zones ist es sehr nützlich. Dieses erfordert Perl5, und das Modul Net::DNS. Dieses kann, falls erforderlich, mit der CPAN-Shell einfach und meist unproblematisch installiert werden (perl -MCPAN -e shell, nach der Konfiguration genügt in der Regel ein install Net::DNS).
dnswalk findet man unter: en  http://www.cis.ohio-state.edu/~barr/dnswalk/ Beim Aufruf übergibt man mindestens die zu testende Zone (mit abschließendem Punkt). DNSwalk kann auch rekursiv delegierte Zones durchlaufen.

Das Tool nslookup hat aber auch einige Nachteile, die das Debugging erschweren können. Beispielsweise versucht nslookup stets, zumindest in neueren Versionen, den Namen des DNS-Servers rückwärts aufzulösen. Dies ist oft sinnvoll, um DNS-Spoof-Angriffe zu erschweren. Bei Aufsetzen eines DNS-Systems funktioniert damit das Tool jedoch erst, wenn die Reverse-Zonen konfiguriert sind, und die DNS-IPs richtig auflösen. Um "nur" einfache Tests der Namen zu machen, kann man jedoch andere Tools verwenden, zum Beispiel die, die den normalen Resolver verwenden (beispielsweise zeigt auch ping die IP-Adresse an).

bind kann auch sämtliche Anfragen via syslog(3) loggen. Dazu verwendet man das Dienstprogramm ndc (das Kontroll-Interface), um es einzuschalten:

user@linux $ ndc querylog

Nun kann man verfolgen, welche Namen aufgelöst werden sollen, welche Server dazu verwendet werden, usw. Das ist auch bei Dial-On-Demand-Verbindungen hilfreich. Ein Blick in die Manpage von ndc verrät außerdem weitere Kommandos. Eines davon ist dumpdb:

user@linux $ ndc dumpdb

Das sorgt dafür, dass die gesamte Datenbank in eine Datei geschrieben wird. Deren Name kann mit der "dump-file"-Direktive im "options {};"- Block gesetzt werden, ansonsten wird /var/tmp/named_dump.db verwendet. Diese Datei enthält alle autoritativen Zonendaten und den gesamten Cache, d.h. sie ist ziemlich groß (ein normaler Server produziert dabei einige tausend Zeilen!). Dort kann man z.B. die Zonen überprüfen, oder nach evtl. falsch gecachten Einträge suchen (wenn z.B. zu klären ist, welcher Server eine bestimmte Anfrage falsch beantwortet), in der Praxis wird das aber vermutlich die Ausnahme sein.


23 Spielzonen

Nach RFC 2606 darf man ".test", ".example", ".localhost" und ".invalid" als TLD verwenden. Diese TLDs sind für entsprechenden Gebrauch reserviert, wobei ".example" für Beispiele und Dokumentationen und ".test" für Software-Tests empfolen ist. ".localhost" ist für 127.0.0.1 reserviert und sollte nicht anders verwendet werden.



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