» SelfLinux » Internet » Domain Name System » Abschnitt 7 SelfLinux-0.12.3
zurück Startseite Kapitelanfang Inhaltsverzeichnis PDF-Download (121 KB) GFDL weiter

SelfLinux-Logo
Dokument Domain Name System  Autor
 Formatierung
 GFDL
 

10 Die andere Seite - Reverse Lookups

Nun kann hosts aber mehr, und zwar auch rückwärts: IP in Namen "auflösen". Das nennt man reverse-lookups. Um nicht ein neues Schema (neben Domains und Zones) zu benötigen, hat man einfach die Zones benutzt, das Konzept ist ja flexibel - schließlich kann man nicht alle Domains durchfragen, bis man die Adresse gefunden hat!

Diese Art der Auflösung wird vor allem bei sicherheitsempfindlichen Diensten verwendet. Das Tool nslookup (siehe auch Abschnitt "Testen der Konfigurationen") beispielsweise prüft, ob die IP-Adresse zu einem DNS-Server existiert (macht also ein Reverse Lookup), und auch NFS-Server lösen Client-IP-Adressen rückwärts auf. Der Sinn darin ist, DNS Spoof-Angriffe zu erschweren.
Bei diesen Angriffen werden DNS-Namen gefälscht, beispielsweise durch einen Eindringling auf einem DNS-Server. Da häufig für Vorwärts- und Rückwärtsauflösung verschiedene Server und vor allem verschiedene Delegationen verwendet werden, muß ein Angreifer häufig die Kontrolle über zwei DNS-Server erlangen, hat also etwas schlechtere Chancen.

Dafür gibt es einen neuen Domain-Namensraum, der nicht Namen als Domains benutzt, sondern IP-Adressen. Dieser ist ziemlich unabhängig vom "normalen" Namensraum! Diese Domain hat man "arpa" genannt (eben aus historischen Gründen). Da es für alle Klassen (z.B. Internet) eigene Adressen gibt, ist auch diese Teil des Namens. Internet-Adressen sind in-addr, also heißt die Domain "in-addr.arpa.". Dieser Baum enthält dann letztlich alle IP-Adressen. Diese muß man natürlich delegieren können!
Dabei gibt es eine Besonderheit: die allgemeineren, die Netzwerknamen (Domainnamen) stehen ja hinten, z.B. ist "www" ein Host im Netzwerk "selflinux.de.". Bei IP-Adressen steht das Netzwerk aber vorn, der Hostanteil hinten! Bei der Delegation wird ein bestimmter Teil (etwas "Allgemeineres", z.B. eine Domain) delegiert. Wenn man das jetzt mit IP-Adressen macht, kann man nicht den ersten Teil einer IP-Adresse delegieren, denn dann hätte man ein "Loch" - den Hostanteil - das erst in einer tieferen Instanz gefüllt werden könnte! Also muß man die IP-Adresse byteweise umdrehen, so wird aus "192.168.1.2" "2.1.168.192". Nun steht der Netzwerkanteil hinten, und man kann einen Teil delegieren, wie auch bei Domainnamen.
Das kann man wie bei Namen an jedem "." machen. Die Zone "in-addr.arpa." enthält also 255 Zonen, eine davon ist "192.in-addr.arpa.", diese enthält wiederum 255 Zonen usw. Rebecca liegt also in Zone "1.168.192.in-addr.arpa.". Diese benötigt erst einmal einen SOA Record. Namensserver und EMail seien wie oben.



zurück Seitenanfang Startseite Kapitelanfang Inhaltsverzeichnis PDF-Download (121 KB) GFDL weiter