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5 Liste der Befehle

m Folgenden eine Liste aller CVS-Befehle


5.1 add [OPTIONS] FILES

Alternativen: ad, new
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Arbeitskopie

Fügt eine neue Datei einem existierenden Projekt hinzu. Obwohl das Archiv zur Bestätigung kontaktiert wird, wird die Datei dem Archiv nicht wirklich hinzugefügt, bis später commit ausgeführt wird. (Siehe auch remove und import.)

Optionen:

  • -k METHODE
    • Spezifiziert, dass die Datei mit der angegebenen Methode zur Schlüsselwortersetzung abgespeichert werden soll. Zwischen -k und dem Argument ist kein Leerzeichen. (Für eine Liste gültiger Methoden und Beispiele siehe auch den Abschnitt Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)
  • -m MITTEILUNG
    • Vermerkt MITTEILUNG als ersten Eintrag zur Entstehung bzw. Beschreibung der Datei. Diese unterscheidet sich von dem Log-Eintrag bei späteren Revisionen - jede Datei hat nur genau eine Beschreibung. Die Beschreibung ist optional.

Bemerkung:

In Version 1.10.7 gibt es einen Fehler in CVS, der zum Verlust der Beschreibung führt, wenn eine Datei mittels Client/Server CVS hinzugefügt wird. Alle anderen Funktionen des add-Kommandos werden trotzdem einwandfrei ausgeführt, falls das ein Trost sein sollte.

5.2 admin [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: adm, rcs
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv

Dieses Kommando fungiert als Schnittstelle zu diversen administrativen Aufgaben - um genau zu sein Aufgaben, die sich auf einzelne RCS-Dateien innerhalb des Archivs beziehen, wie zum Beispiel die Veränderung der Schlüsselwortersetzungs-Methode oder die Veränderung einer Log-Mitteilung, nachdem diese bereits per commit gespeichert wurden.

Obwohl admin rekursiv arbeitet, sofern keine Dateiargumente übergeben wurden, ist es in den meisten Fällen sinnvoller, Dateien konkret zu spezifizieren. Es hat nur selten Sinn, einen admin-Befehl auf alle Dateien eines Projektes oder auch nur eines ganzen Verzeichnisses anzuwenden. Dementsprechend beziehen sich alle Erklärungen, die mit einer Datei zu tun haben, im Folgenden auf die im Befehl angegebene Datei, manchmal Dateien.

Bemerkung:

Falls es auf dem Rechner mit dem Archiv eine Benutzergruppe namens cvsadmin gibt, so dürfen nur zu dieser Gruppe gehörige Benutzer das admin-Kommando ausführen. (Ausnahme: cvs admin -k ist für alle erlaubt.) So können Sie admin für alle Benutzer sperren, indem Sie diese Gruppe leer lassen.

Optionen:

  • -AALTE_DATEI (Überholt)
    • Hängt die RCS-Zugriffsliste der Datei ALTE_DATEI an die Zugriffsliste der behandelten Datei an. CVS ignoriert RCS-Zugriffslisten, daher ist diese Option nutzlos.
  • -a BENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
    • Hängt die BENUTZER in der durch Kommata separierten Liste der Zugriffsliste der behandelten Datei an. Wie -A ist auch diese Option wirkungslos.
  • -bREV
    • Setzt die Revision des Standardverzeichnisbaumes der Datei (üblicherweise des Wurzelverzeichnisses) auf REV. Normalerweise werden Sie diese Option nicht benötigen, da Sie die Revisionen, die Sie benötigen, über bindende Markierungen erhalten, aber Sie könnten Sie verwenden, um zu einer Vertriebsversion zurückzukehren, falls Sie entsprechende Archivbereiche führen. Es sollte sich zwischen -b und seinem Argument kein Leerzeichen befinden.
  • -cKOMMENTAR_PREFIX (Überholt)
    • Setzt das Kommentarzeichen der Datei auf KOMMENTAR_PREFIX. Dieses wird weder von CVS noch von aktuellen RCS-Versionen verwendet. Diese Option ist daher wirkungslos.
  • -eBENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
    • Gegenstück zu -a: Entfernt Benutzernamen aus der Zugriffsliste. Ebenso wirkungslos wie -a und -A.
  • -i oder -I (Überholt)
    • Diese beiden sind so alt und überholt, dass ich nicht einmal auf ihre frühere Bedeutung eingehe. Neugierige mögen den Cederqvist befragen.
  • -kMETHODE
    • Setzt die Methode der Schlüsselwortersetzung für die Datei auf METHODE. Diese Option verhält sich wie die -k-Option des add-Befehls, nur dass man hier die Methode ändern kann, nachdem die Datei dem Archiv hinzugefügt wurde. (Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.) Zwischen -k und seinem Argument darf sich kein Leerzeichen befinden.
  • -L
    • Setzt das Locking der Datei auf strikt (siehe -l).
  • -l[REV]
    • Legt die Revision der Datei auf REV fest. Fehlt REV, so wird die neueste verfügbare Revision auf dem Hauptentwicklungszweig gehalten. Wenn REV ein Zweig des Archivs ist, so wird die aktuellste Revision in diesem Zweig des Archivs festgehalten (Locking). Der Zweck dieser Option ist, Ihnen eine Möglichkeit zu geben, reservierte Checkouts zu machen, bei denen nur ein Benutzer auf einmal die Datei bearbeiten kann. Ich bin nicht sicher, wie nützlich diese Option wirklich ist, aber wenn Sie sie ausprobieren möchten, sollten Sie das eventuell in Verbindung mit dem rcslock.pl-Skript aus dem contrib/-Verzeichnis der CVS Quelltextdistribution machen. Siehe auch die Kommentare in jener Datei für weitere Informationen. Unter anderem weisen diese Kommentare darauf hin, dass das Locking auf strikt gesetzt werden muss (siehe -L). Zwischen -l und dem Argument ist kein Leerzeichen.
  • -mREV:MITTEILUNG
    • Ändert die Log-Mitteilung für die Revision REV auf MITTEILUNG. Sehr praktisch - neben -k ist dies die wohl meist genutzte Option zu admin. Es sind keine Leerzeichen vor dem Argument oder um den Doppelpunkt herum gestattet. Natürlich darf MITTEILUNG trotzdem Leerzeichen enthalten (dann aber bitte die MITTEILUNG in Anführungszeichen setzen, damit die Shell nicht durcheinander kommt!).
  • -NNAME[:[REV]]
    • Wie -n, nur dass es das Überschreiben jeder existierenden Zuweisung des symbolischen Namens NAME erzwingt, anstatt mit einer Fehlermeldung auszusteigen.
  • -nNAME[:[REV]]
    • Es handelt sich hier um eine allgemeine Schnittstelle zur Zuweisung, Umbenennung und zum Löschen von Markierungen. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es keinen Grund, diese Option dem tag-Kommando und seinen vielfältigen Optionen vorzuziehen (-d, -r, -b, -f usw.). Ich empfehle daher die Benutzung des tag-Befehls. Der NAME und die Optionale REV können sich auf folgende Arten zusammensetzen:
    • Falls nur das NAME-Argument angegeben wurde, wird der symbolische Name (tag) namens NAME gelöscht. Falls NAME: angegeben wurde, aber kein REV, so wird NAME der aktuellsten Revision des Standardverzeichnisbaumes (üblicherweise der Hauptentwicklungslinie) zugewiesen. Falls NAME:REV gegeben ist, wird NAME der Revision zugeordnet. REV kann wiederum ein symbolischer Name sein, dann wird es zunächst in eine Revisionsnummer übersetzt (kann auch die Nummer einer abgezweigten Version sein). Falls REV die Nummer einer abgezweigten Version ist und ein Punkt folgt (.), dann wird NAME der aktuellsten Revision auf dieser abgezweigten Version zugewiesen. Ist REV nur $, dann wird NAME den Revisionsnummern zugeordnet, die in den Schlüsselwörtern der behandelten Datei(en) gefunden werden.
    • In allen Fällen, in denen ein Name zugewiesen wird, beendet sich CVS mit einer Fehlermeldung, sofern schon eine Marke namens NAME in der Datei existiert. (Ausnahme: siehe -N.) Es sind keine Leerzeichen zwischen -n und seinen Argumenten.
  • -oBEREICH
    • Löscht die Revisionen, die durch BEREICH spezifiziert werden (auch bekannt als Outdating, daher -o). BEREICH kann wie folgt angegeben werden:
      • REV1::REV2
        - Vernichtet alle Revisionen zwischen REV1 und REV2, sodass in der Revisionshistorie REV2 direkt auf REV1 folgt. Nach dieser Aktion sind alle Versionen dazwischen nicht mehr existent, und es gibt einen Sprung in der Folge der Revisionen.
      • ::REV
        - Löscht alle Revisionen vom Anfang dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) bis hin zu REV, natürlich nicht inklusive REV. Danach ist REV die erste Revision in diesem Bereich.
      • REV::
        - Schreddert alle Revisionen, die in dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) auf REV folgen. REV ist dann die letzte Revision in diesem Bereich.
      • REV
        - Löscht Revision REV. (-o1.8 wäre äquivalent zu -o1.7::1.9.)
      • REV1:REV2
        - Löscht von REV1 bis REV2 inklusive! Sie müssen im selben Entwicklungszweig sein. Danach ist es unmöglich, auf REV1, REV2 und alle Revisionen dazwischen zuzugreifen.
      • :REV
        - Löscht Revisionen vom Anfang des Entwicklungszweiges bis REV inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)
      • REV:
        - Löscht beginnend mit REV bis zum Ende der abgezweigten Version inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)

Bemerkung:

Keine der zu löschenden Revisionen darf Entwicklungszweige oder Locks haben. Sollten irgendwelchen der betroffenen Revisionen symbolische Namen zugewiesen sein, müssen diese zunächst mit tag -d oder admin -n gelöscht werden. (Genau genommen schützt CVS momentan nur dann gegen das Löschen symbolisch benannter Revisionen, wenn die ::-Notation verwendet wird, aber die :-Notation könnte sich diesem Verhalten bald anpassen.)
Anstatt diese Option zu nutzen, um ein fehlerhaftes Commit zu löschen, sollten Sie eine neue Version per Commit in das Archiv bringen, welche die fehlerhafte Änderung wieder in Ordnung bringt. Es gibt keine Leerzeichen zwischen -o und seinen Argumenten.
  • -q
    • Stellt CVS ruhig - keine unnötigen Mitteilungen werden generiert (genau wie mit der globalen Option -q).
  • -sSTATUS[:REV]
    • Setzt das Statusattribut der Revision REV auf STATUS. Wird REV weggelassen, so wird die aktuellste Revision des Hauptentwicklungszweiges angenommen. Ist REV eine Markierung oder Nummer einer abgezweigten Version, dann wird die aktuellste Revision auf dieser abgezweigten Version verwendet. Beliebige Buchstaben- oder Nummernfolgen für STATUS werden akzeptiert. Einige übliche Statusbezeichnungen sind Exp für experimentell, Stab für stabil und Rel für released (veröffentlicht). (Tatsächlich setzt CVS den Status automatisch auf Exp, wenn eine Datei neu erzeugt wird.) Beachten Sie, dass CVS die Statusbezeichnung dead für eigene Zwecke verwendet, also geben Sie diese bitte nicht an. Statusinformationen werden in der cvs log-Ausgabe sowie in den $Log- und $State-RCS-Schlüsselwörtern in Dateien ausgegeben. Zwischen -s und seinem Argument sind keine Leerzeichen.
  • -t[BESCHREIBUNGSDATEI]
    • Ersetzt die Beschreibung (den Log-Eintrag zur Entstehung) für die Datei durch den Inhalt von BESCHREIBUNGSDATEI oder liest diesen von der Standardeingabe, falls keine BESCHREIBUNGSDATEI angegeben wurde. Diese nützliche Option funktioniert - leider - momentan nicht im Client/Server-CVS. Außerdem wird jede existierende Beschreibung einer Datei gelöscht und durch einen leeren String ersetzt, falls man versucht, diese Option im Client/Server-CVS ohne Angabe von BESCHREIBUNGSDATEI zu verwenden. Wenn Sie die Beschreibung einer Datei erneuern müssen, dann tun Sie dies bitte nur lokal auf der Maschine mit dem Archiv, oder benutzen Sie die Option -t-BESCHREIBUNG. BESCHREIBUNGSDATEI darf nicht mit einem Bindestrich (-) beginnen (siehe -t-BESCHREIBUNG).
  • -t-BESCHREIBUNG
    • Wie -t, nur dass hier BESCHREIBUNG direkt als Beschreibung verwendet wird. BESCHREIBUNG darf Leerzeichen enthalten, wenn sie mit Anführungszeichen eingeschlossen wird. Diese Variante funktioniert im Client/Server-CVS und auch lokal ohne Probleme.
  • -U
    • Setzt das Locking auf nicht strikt. (Siehe auch -l und -L weiter oben.)
  • -u[REV]
    • Hebt die Sperrung der Revision REV auf (siehe -l.) Wird REV weggelassen, so entsperrt CVS die aktuellste durch den Aufrufer gesperrte Revision. Ist REV ein Entwicklungszweig, dann entsperrt CVS die aktuellste gesperrte Revision in dieser abgezweigten Version. Wenn jemand anders als der Sperrer einer Revision die Sperre wieder aufhebt, so wird an denjenigen, der die Sperrung vorgenommen hat, eine E-Mail verschickt. Die Person, welche die Sperre aufhebt, wird auf der Kommandozeile um eine Stellungnahme für die E-Mail gebeten. Zwischen -u und seinem Argument ist kein Leerzeichen.
  • -VRCS_VERSIONSNUMMER (Überholt)
    • Dies war einmal ein Weg, um CVS zur Erzeugung von RCS-Dateien zu bewegen, die zu früheren RCS-Versionen kompatibel waren. Inzwischen weicht das RCS-Format, das CVS benutzt, zunehmend von dem RCS-Format, das RCS verwendet, ab, sodass diese Option nutzlos geworden ist. Die Angabe dieser Option führt zu einer Fehlermeldung.
  • -xENDUNG (Überholt)
    • Theoretisch kann man mittels dieser Option die Dateiendung der RCS-Dateien bestimmen. Leider verlassen sich CVS und seine Werkzeuge darauf, dass diese Endung standardmäßig ist (,v), daher bewirkt diese Option nichts.

5.3 annotate [OPTIONEN] [DATEIEN] (Überholt)

Alternativen: ann
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt Informationen darüber an, wer zuletzt welche Zeile jeder Datei geändert hat und wann. Jede Ausgabezeile entspricht einer Zeile der Datei. Von links nach rechts beinhaltet die Zeile die Revisionsnummer der letzten Modifikation der Zeile, einen in Klammern stehenden Ausdruck, der den Benutzer und das Datum der letzten Änderung beinhaltet, einen Doppelpunkt und den Inhalt der Zeile in der Datei.

Wenn zum Beispiel eine Datei so aussieht:

Dies ist eine Testdatei

Sie hat nur zwai Zeilen

Ich meine zwei

dann können die Anmerkungen (annotations) für diese Datei so aussehen:

1.1 (jrandom 22-Aug-99): Dies ist eine Testdatei
1.1 (jrandom 22-Aug-99): Sie hat nur zwai Zeilen
1.2 (jrandom 22-Aug-99): Ich meine zwei

sodass Sie nun sehen, dass die ersten zwei Zeilen in der ersten Revision waren und die letzte Zeile in Revision 1.2 hinzugefügt oder geändert wurde (auch von jrandom).

Optionen:

  • -D DATUM
    • Zeigt die Anmerkungen der letzten Revision vor DATUM.
  • -f
    • Erzwingt die Anzeige der ersten Revision, falls die angegebene Markierung oder ein angegebenes Datum nicht gefunden wurde. Sie können diese Option in Verbindung mit -D und -r verwenden, um sicherzustellen, dass in jedem Fall eine Ausgabe erfolgt, auch wenn es nur Revision 1.1 der Datei ist.
  • -l
    • Lokal. Der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Eventuelle Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.
  • -R
    • Rekursiv. Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV
    • Zeigt nur Anmerkungen zur Revision REV (kann eine Revisionsnummer oder eine Marke sein).

5.4 checkout [OPTIONEN] PROJEKT(E)

Alternativen: co, get
Erfordert: Archiv
Ändert: Aktuelles Verzeichnis

Extrahiert ein Modul aus dem Archiv in eine lokale Arbeitskopie. Die Arbeitskopie wird neu erzeugt, falls sie nicht existiert, und aktualisiert, falls sie bereits existiert (siehe auch update.)

Optionen:

  • -A
    • Setzt alle bindenden Markierungen (Sticky Tags), Datumsangaben oder Schlüsselwortersetzungs-Modi zurück. Diese Option entspricht der -A-Option für den update-Befehl und wird dort wahrscheinlich häufiger genutzt als hier bei checkout.
  • -c
    • Bewirkt, dass praktisch kein Checkout stattfindet; nur die CVSROOT/modules-Datei wird sortiert auf die Standardausgabe ausgegeben. Dies ist eine gute Methode, um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Projekte sich in einem Archiv befinden. Projekte ohne Eintrag in der modules-Datei werden jedoch nicht aufgelistet. (Das ist ganz normal, weil der Name des Hauptverzeichnisses eines Projektes im Archiv standardmäßig als der Modulname des Projektes dient.)
  • -D DATUM
    • Führt einen Checkout der letzten Revisionen bis DATUM aus. Diese Option ist bindend, d.h. Sie können anschließend aus der Arbeitskopie keinen Commit mehr durchführen, ohne das gebundene Datum zurückzusetzen (siehe -A). Diese Option impliziert -P, siehe unten.
  • -d VERZ
    • Erzeugt die Arbeitskopie in einem Verzeichnis VERZ, anstatt ein Verzeichnis mit dem Namen des vom Checkout betroffenen Moduls zu erzeugen. Wenn Sie nur einen Teil eines Projektes behandeln und dieser Teil irgendwo unterhalb des Wurzelverzeichnisses des Projektes liegt, werden die lokalen leeren Zwischenverzeichnisse weggelassen. Sie können -N benutzen, um diese Sparmaßnahme zu unterbinden.
  • -f
    • Erzwingt einen Checkout der ersten Revision, falls die angegebene Marke oder das angegebene Datum nicht gefunden wurde. Wird häufig in Verbindung mit -D oder -r verwendet, um sicherzustellen, dass der Checkout in jedem Fall erfolgreich ist.
  • -j REV[:DATUM] oder -j REV1[:DATUM] -j REV2[:DATUM]
    • Führt zwei Entwicklungslinien zu einer zusammen. Diese Option entspricht der -j-Option zu update, die wesentlich häufiger Verwendung findet (siehe update für weitere Details).
  • -k METHODE
    • Setzt die Methode zur Schlüsselwortersetzung für RCS auf METHODE (so kann die standardmäßig eingestellte Methode für die behandelten Dateien verändert werden). Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel. Die gewählte Methode wird permanent an die betroffenen Dateien gebunden - spätere Updates der Arbeitskopie werden sie beibehalten.
  • -l
    • Lokal; führt lediglich einen Checkout auf die Hauptentwicklungslinie des Projektes aus. Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.
  • -N
    • Unterdrückt das Weglassen leerer Unterverzeichnisse mit der -d-Option.
  • -n
    • Führt keines der Checkout-Programme aus, die in CVSROOT/modules mit der -o-Option angegeben sind. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien weiter hinten in diesem Kapitel für weitere Informationen.)
  • -P
    • Löscht leere Verzeichnisse in der Arbeitskopie (entsprechend der -P-Option zu update).
  • -p
    • Führt einen Checkout auf die Standardausgabe durch, nicht in Dateien (entsprechend der -p-Option zu update).
  • -R
    • Behandelt auch rekursiv Unterverzeichnisse (dies ist der Normalfall). Siehe auch die -f-Option.
  • -r MARKE
    • Führt einen Checkout der mit MARKE bezeichneten Revision durch. (Es würde kaum Sinn haben, hier eine numerische Revision (REV) zu verwenden, möglich ist es dennoch!) Diese Option bindet die mit MARKE bezeichnete Revision und impliziert -P.
  • -s
    • Wie -c, zeigt aber den Status jedes Moduls und sortiert nach Status. (Siehe auch CVSROOT/modules im Abschnitt Archivverwaltungsdateien.)

5.5 commit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: ci, comm
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv (und Verwaltungsdateien der Arbeitskopie)

Überträgt Änderungen einer Arbeitskopie in das Archiv.

Optionen:

  • -F MITTEILUNGSDATEI
    • Benutzt den Inhalt der MITTEILUNGSDATEI für den Log-Eintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -m kombiniert werden.
  • -f
    • Erzwingt die Aktualisierung des Archivs mit einer neuen Revision, auch wenn keinerlei Änderungen in der Arbeitskopie gemacht wurden. Commit arbeitet mit dieser Option nicht rekursiv (d.h. es impliziert -l). Rekursion kann mit der Option -R erzwungen werden.

Bemerkung:

Diese Bedeutung von -f stimmt mit der sonst üblichen Verwendung (erzwinge die Verwendung der ersten Revision) in den CVS-Kommandos nicht überein!
  • -l
    • Lokal; überträgt nur Änderungen aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.
  • -m MITTEILUNG
    • Verwendet MITTEILUNG als Log-Dateieintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -F kombiniert werden.
  • -n
    • Startet kein Modulprogramm. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien in diesem Kapitel für weitere Informationen.)
  • -R
    • Überträgt Änderungen auch aus Unterverzeichnissen. Dies ist das normale Verhalten, und die Option findet nur zur Aufhebung von -l in .cvsrc-Dateien Verwendung.
  • -r REV
    • Überträgt Änderungen der Arbeitskopie in die Revision REV, die entweder ein Entwicklungszweig sein muss oder eine Revision, die höher als alle bisherigen Revisionen ist. Commits auf einer abgezweigten Version werden immer an das Ende angehängt - Sie können eine früher übertragene Version nicht aktualisieren. Die Nutzung dieser Option bindet die Revision fest an die der übertragenen Dateien. Dies kann mit update -A gelöscht werden. Die -r-Option impliziert -f. Eine neue Revision wird auch dann übertragen, wenn keine Dateien in der Arbeitskopie verändert wurden.

5.6 diff [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: di, dif
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt die Unterschiede zwischen zwei Revisionen (im Unix diff-Format) an. Wenn diff ohne weitere Optionen aufgerufen wird, dann zeigt CVS die (möglicherweise noch nicht durch einen Commit abgeglichenen) Unterschiede zwischen den Basisrevisionen im Archiv und der Arbeitskopie an. Die Basis-Revisionen bezeichnen dabei die letzten Revisionen, die aus dieser Arbeitkopie heraus vom Archiv bezogen wurden. Beachten Sie, dass es durchaus neuere Revisionen im Archiv geben könnte, nämlich dann, wenn jemand anderes zwischenzeitlich einen Commit irgendwelcher Änderungen vorgenommen hat, die noch nicht mit einem Update in diese Arbeitskopie übernommen wurden.

Optionen:

  • -D DATUM
    • Erzeugt ein Diff gegen die neueste Revision, die nicht älter als DATUM ist. Diese Option verhält sich wie -r REV, außer dass statt der Revision ein Datum Verwendung findet.
  • -k METHODE
    • Expandiert RCS-Schlüsselwörter in den Diffs unter Verwendung der angegebenen METHODE. (Siehe auch den Abschnitt Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)
  • -l
    • Lokal; vergleicht nur Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.
  • -r REV oder -r REV1 -r REV2
    • Vergleicht entweder die aktuelle mit der angegebenen oder die beiden angegebenen Revisionen miteinander. Mit einer -r-Option wird die mit REV bezeichnete Revision aus dem Archiv mit der aktuellen Arbeitskopie verglichen. Bei Angabe zweier -r-Argumente wird der Unterschied zwischen den jeweils angegebenen Revisionen aus dem Archiv ermittelt. Im letzteren Fall spielt die Arbeitskopie keine Rolle, und die Revisionen können in beliebiger Reihenfolge angegeben werden - die Ausgabe spiegelt dann die Richtung des Vergleichsvorganges wider. Wird -r ganz weggelassen, so wird zwischen der Arbeitskopie und der Revision, worauf letztere basiert, verglichen.

5.7 Diff-Kompatibilitätsoptionen

Zusätzlich zu den angegebenen Optionen verwendet cvs diff noch einige Optionen, die mit der GNU-Version des normalen Kommandozeilenprogrammes diff übereinstimmen. Es folgt eine komplette Liste dieser Optionen, zusammen mit einer Erklärung einiger der üblicherweise am häufigsten verwendeten. (Für weitere Informationen siehe auch die GNU diff-Dokumentation.)

--0 -1 -2 -3 -4 -5 -6 -7 -8 -9
--binary
--brief
--changed-group-format=ARG
-c
-C NLINES
--context[=LINES]
-e --ed
-t --expand-tabs
-f --forward-ed
--horizon-lines=ARG
--ifdef=ARG
-w --ignore-all-space
-B --ignore-blank-lines
-i --ignore-case
-I REGEXP
--ignore-matching-lines=REGEXP
-h
-b --ignore-space-change
-T --initial-tab
-L LABEL
--label=LABEL
--left-column
-d --minimal
-N --new-file
--new-line-format=ARG
--old-line-format=ARG
--paginate
-n --rcs
-s --report-identical-files
-p
--show-c-function
-y --side-by-side
-F REGEXP
--show-function-line=REGEXP
-H --speed-large-files
--suppress-common-lines
-a --text
--unchanged-group-format=ARG
-u
-U NLINES
--unified[=LINES]
-V ARG
-W COLUMNS
--width=COLUMNS

Folgende GNU diff-Optionen werden am häufigsten mit cvs diff benutzt:

  • -B
    • Ignoriert Unterschiede, die auf das Einfügen oder Löschen leerer Zeilen hinauslaufen.
  • -b
    • Ignoriert Unterschiede in der Anzahl von Leerzeichen. Diese Option behandelt alle Folgen von Leerzeichen gleichwertig und ignoriert Leerzeichen am Zeilenende. Technischer ausgedrückt komprimiert diese Option alle Folgen von Leerzeichen auf je ein einziges und löscht Leerzeichen vom Zeilenende, bevor ein Vergleich stattfindet (siehe auch -w).
  • -c
    • Erzeugt Ausgaben im Kontext, d.h. üblicherweise werden um jeden aufgelisteten Unterschied drei Zeilen des umgebenden Quelltextes (eben der Kontext) angezeigt. (Dies wird gemacht, damit das patch-Programm verwendet werden kann, das mindestens zwei Zeilen Kontext benötigt.)
  • -C ANZ oder --context ANZ
    • Wie -c, aber mit ANZ Zeilen an Kontext.
  • -i
    • Der Vergleich nimmt mit -i keine Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung.
  • -u
    • Zeigt die Ausgabe im so genannten unified diff-Format an.
  • -w
    • Ignoriert alle Unterschiede bei Leerzeichen, sogar dann, wenn in der einen Datei an einer Stelle Leerzeichen sind, wo in der anderen überhaupt keine sind. Im Grunde eine verschärfte Version von -b.

5.7.1 edit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Zugriffsrechte in der Arbeitskopie, Watchliste im Archiv

Signalisiert, dass Sie dabei sind, beobachtete Datei(en) zu bearbeiten. Sie werden außerdem als temporärer Beobachter der Beobachterliste der Datei hinzugefügt. (Wenn Sie cvs unedit ausführen, werden Sie von der Liste entfernt; siehe auch watch, watchers, unedit und editors.)

Optionen:

  • -a AKTIONEN
    • Legt fest, für welche Aktionen Sie temporärer Beobachter sein möchten. AKTIONEN sollten entweder edit, unedit, commit, all oder none sein. (Bei Nichtbenutzung von -a wird automatisch all angenommen.)
  • -l
    • Lokal; signalisiert das Bearbeiten nur für Dateien im aktuellen Verzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Gegenteil von -l. -R nutzt nur, um ein -l in der .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.

5.7.2 editors [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: nichts

Zeigt an, wer im Moment eine beobachtete Datei editiert (siehe auch watch, watchers, unedit und edit).

Optionen:

  • -l
    • Lokal; Anzeige nur für Dateien im aktuellen Verzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Sie könnten -R benötigen, um ein -l in einer .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.

5.7.3 export [OPTIONEN] PROJEKT(E)

Alternativen: exp, ex
Erfordert: Archiv
Ändert: Aktuelles Verzeichnis

Exportiert Dateien aus dem Archiv, um einen Projektbaum zu erzeugen, der keine Arbeitskopie darstellt (d.h. alle CVS/-Verwaltungsdateien fehlen). Hauptsächlich nützlich, um ein Distributionsarchiv zusammenzustellen.

Optionen:

  • -D DATUM
    • Exportiert die neueste Revision, die nicht älter ist als DATUM.
  • -d VERZ
    • Exportiert in das Verzeichnis VERZ (andernfalls wird der Verzeichnisname aus dem Modulnamen des Projekts genommen).
  • -f
    • Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Bezeichnung oder Revision nicht gefunden werden kann (zur Nutzung mit -D oder -r).
  • -k METHODE
    • Expandiert RCS-Schlüsselwörter nach der angegebenen METHODE. (Siehe den Abschnitt über Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)
  • -l
    • Lokal; exportiert nur das Hauptverzeichnis, keine Unterverzeichnisse.
  • -N
    • Verhindert das Weglassen leerer Unterverzeichnisse. Entspricht der Option -N beim checkout.
  • -n
    • Startet keine modulspezifischen Programme, wie sie in CVSROOT/modules angegeben werden können. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien in diesem Kapitel für weitere Informationen.)
  • -P
    • Leere Verzeichnisse werden weggelassen (wie die -P-Option bei checkout oder update).
  • -R
    • Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Alle Unterverzeichnisse des aktuellen Verzeichnisses werden exportiert. Sie könnten -R benötigen, um ein -l in einer .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.
  • -r REV
    • Exportiert die Revision REV. REV ist fast immer ein Name, keine numerische Revision.

5.7.4 gserver

Dies ist der GSSAPI-(Generic Security Services API-)Server. Dieses Kommando wird normalerweise nicht direkt von Benutzern ausgeführt. Es wird hingegen serverseitig gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :gserver:-Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut:

user@linux ~$ cvs -d :gserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/repos checkout projekt

Bemerkung:

GSSAPI verwendet, unter anderem, die Kerberos-Version 5; für die Kerberos-Version 4 verwenden Sie bitte die :kserver:-Methode.
Die Konfiguration und Benutzung einer GSSAPI-Bibliothek auf Ihren Maschinen ist jenseits des Umfanges dieses Buches. (Für weitere Hinweise siehe auch den Abschnitt GSSAPI Authenticated im Cederqvist.)

Optionen: Keine


5.7.5 history [OPTIONEN] [DATEINAMEN_BESTANDTEIL(E)]

Alternativen: hi, his
Erfordert: Archiv, CVSROOT/history
Ändert: Nichts

Zeigt eine zeitlich geordnete Auflistung der Aktivitäten im Archiv. Genauer gesagt zeigt diese Option eine Auflistung der Verwendung aller folgenden Kommandos: checkout, commit, rtag, update und release. Standardeinstellung ist das Auflisten von Checkouts (siehe aber die Option -x). Dieses Kommando funktioniert nicht, wenn die Datei CVSROOT/history im Archiv nicht existiert.

Das history-Kommando unterscheidet sich von anderen CVS-Kommandos auf mehrere Arten. Erstens benötigt es üblicherweise unbedingt Optionen, um etwas Sinnvolles zu tun (und einige dieser Optionen bedeuten hier etwas völlig anderes als bei den anderen CVS-Kommandos üblich). Zweitens nimmt es anstatt ganzer Dateinamen auch einen oder mehrere Wortbestandteile und listet dann alle Dateien auf, in deren Namen mindestens einer dieser Bestandteile vorkommt. Drittens sieht die Ausgabe von history ziemlich nach zufälligem Buchstabenmüll aus, solange man nicht gelernt hat, sie richtig zu interpretieren - daher wird das Ausgabeformat in einem eigenen Abschnitt im Anschluss an die Optionen erklärt (siehe auch log).

Optionen:

  • -a
    • Zeigt eine Liste für alle Benutzer (normalerweise werden nur die eigenen Aktivitäten gelistet).
  • -b ZEICHENKETTE
    • Listet alles bis zum ersten Eintrag, der ZEICHENKETTE im Modulnamen, Dateinamen oder Archivpfad enthält.
  • -c
    • Commits werden mit aufgelistet.
  • -D DATUM
    • Zeigt alle Daten seit DATUM (die üblichen CVS-Datumsformate sind anwendbar).
  • -e
    • Alle Arten von Einträgen werden gelistet.
  • -f DATEI
    • Zeigt die letzte aufgezeichnete Aktion an, die auf der Datei DATEI ausgeführt wurde. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -f eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: Erzwinge neuste Revision, wenn alles andere fehlschlägt.
  • -l
    • Letztes; listet den jeweils letzten (neuesten) Eintrag jedes Projektes. Beachten Sie, dass hier -l eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: Lokal ausführen, keine Unterverzeichnisse.
  • -m MODUL
    • Dies erzeugt einen kompletten Report über MODUL (ein Projektname). Diese Option kann mehrfach verwendet werden.
  • -n MODUL
    • Listet das letzte (aktuellste) Ereignis, das für ein MODUL aufgezeichnet wurde. So ist, z.B. der Checkout eines Moduls ein Modulereignis, aber das Ändern oder Aktualisieren einer Datei innerhalb des Moduls ist ein Dateiereignis. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -n eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: Keine CVSROOT/modules-Modulprogramme starten.
  • -o
    • Listet Checkout-Einträge (dies ist die Standardeinstellung).
  • -p ARCHIV
    • Zeigt die Daten für ein bestimmtes Verzeichnis im Archiv. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -p eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: Daten auf die Standardausgabe anstatt in eine Datei schreiben.

Bemerkung:

Diese Option scheint zumindest teilweise fehlerhaft zu sein (Stand Sommer 1999).
  • -r REV
    • Listet Einträge, die sich auf Revisionen nach der ersten Revision beziehen, ab der die Revision oder Marke mit dem Namen REV in einzelnen RCS-Dateien zu finden ist. Jede RCS-Datei wird dazu nach REV durchsucht.
  • -T
    • Listet alle Markierungsvorgänge.
  • -t MARKE
    • Zeigt alle Einträge, seit MARKE das letzte Mal zurhistory-Datei hinzugefügt wurde. Im Unterschied zur -r-Option wird hier nur die DateiCVSROOT/history durchsucht, und die Option ist daher wesentlich schneller.
  • -u BENUTZER
    • Zeigt alle Vorfälle, die mit einem BENUTZER in Zusammenhang stehen. Diese Option kann mehrfach verwendet werden.
  • -w
    • Zeigt alle Einträge, die sich auf das Verzeichnis beziehen, aus dem Sie das history-Kommando aufrufen.
  • -X HISTORY-DATEI
    • Benutzt HISTORY-DATEI anstatt CVSROOT/history. Diese Option dient hauptsächlich zur Fehlersuche und wird nicht offiziell unterstützt; Sie könnten sie trotzdem nützlich finden (z.B. um Reports aus alten history-Dateien zu erzeugen, die Sie aufgehoben haben).
  • -x ARTEN
    • Listet Vorfälle der angegebenen ARTEN auf. Jede Art von Eintrag wird durch einen Buchstaben aus der Liste TOEFWUCGMAR repräsentiert; beliebige Kombinationen aus diesen Buchstaben sind erlaubt. Ihre Bedeutung ist:
    • T MARKE
    • O Checkout
    • E Export
    • F Release
    • W Aktualisierung (bedeutungslos gewordene Datei aus Arbeitskopie gelöscht)
    • U Aktualisierung (Datei wurde durch Checkout überschrieben)
    • C Aktualisierung (Dateien wurden kombiniert, Konflikte traten auf)
    • G Aktualisierung (Dateien wurden kombiniert, keine Konflikte)
    • M Commit (Datei wurde verändert)
    • A Commit (Datei wurde hinzugefügt)
    • R Commit (Datei wurde entfernt)
    • Die Standardeinstellung, falls -x nicht angegeben wird, ist Checkouts anzuzeigen (wie -x O).
  • -z ZONE
    • Listet Zeiten in Übereinstimmung mit der Zeitzone ZONE auf. ZONE ist eine Abkürzung für die gewünschte Zeitzone wie zum Beispiel UTC, GMT, BST, CET.1 Eine vollständige Liste aller Zeitzonen ist in der Datei lib/getdate.c in der CVS Quelltext-Distribution enthalten.

5.8 History-Ausgabe

Die Ausgabe des history-Befehls ist eine Folge von Zeilen; jede Zeile stellt ein Ereignis aus der History-Datei dar und beginnt mit einem einzelnen Symbolbuchstaben, der die Art des Ereignisses signalisiert. Zum Beispiel:

user@linux ~$ cvs history -D yesterday -x TMO
M 08/21 20:19 +0000 jrandom 2.2 baar myproj == <remote>
M 08/22 04:18 +0000 jrandom 1.2 README myproj == <remote>
O 08/22 05:15 +0000 jrandom myproj =myproj= ~/src/*
M 08/22 05:33 +0000 jrandom 2.18 README.txt myproj == ~/src/myproj
O 08/22 14:25 CDT jrandom myproj =myproj= ~/src/*
O 08/22 14:26 CDT jrandom [99.08.23.19.26.03] myproj =myproj= ~/src/*
O 08/22 14:28 CDT jrandom [Exotic_Greetings-branch] myproj =myproj= ~/src/*

Die Symbolbuchstaben sind dieselben wie bei der obigen -x-Option. Auf den Buchstaben folgt das Datum des Ereignisses (in der Zeitzone UTC/GMT, falls nicht -z verwendet wurde), gefolgt von dem Namen des Benutzers, der für das Ereignis verantwortlich ist.

Hinter dem Benutzer kann eine Revisionsnummer, eine Marke oder ein Datum stehen, aber nur falls es dem entsprechenden Ereignis angemessen ist. (Datum oder Marke stehen in eckigen Klammern und sind wie oben gezeigt formatiert.) Beim Commit einer Datei steht dort die neue Revisionsnummer; wenn Sie mit -D oder -r einen Checkout machen, dann wird das gebundene Datum oder die angegebene Marke in eckigen Klammern angezeigt. Bei einem einfachen Checkout wird gar nichts angezeigt.

Als Nächstes kommt der Name der Datei, auf die sich der Eintrag bezieht bzw. der Name des Moduls, falls sich das Ereignis auf ein Modul bezieht. Im ersteren Fall folgen als Nächstes der Modul-/Projektname und der Name und das Verzeichnis der Arbeitskopie im Home-Verzeichnis des Benutzers. Im letzteren Fall sind die nächsten zwei Dinge, die auf das Modul folgen, der Name der ausgecheckten Arbeitskopie des Moduls (zwischen zwei Gleichheitszeichen), gefolgt von deren Standort im Home-Verzeichnis des Benutzers. (Der Name des Moduls in der Arbeitskopie kann von dem im Archiv abweichen, falls die Option -d beim Checkout verwendet wurde.)


5.8.1 import [OPTIONEN] [ARCHIV] [EXTERNE MARKE] [RELEASE_MARKE]

Alternativen: im, imp
Erfordert: Archiv, aktuelles Verzeichnis (das Quellverzeichnis)
Ändert: Archiv

Fügt neuen Quelltext in das Archiv ein, wobei entweder ein neues Projekt oder ein neuer Entwicklungszweig eines existierenden Projekts erzeugt wird. (Für eine grundlegende Erklärung von Entwicklungszweigen in import siehe auch Kapitel 6, das hilft Ihnen das Folgende zu verstehen.)

Es ist normal, import dazu zu verwenden, viele Dateien oder Verzeichnisse auf einen Schlag einem Projekt hinzuzufügen oder um ein neues Projekt zu kreieren. Um einzelne Dateien hinzuzufügen, sollten Sie add verwenden.

Optionen:

  • -b ZWEIG
    • Importiert in den Entwicklungszweig ZWEIG. (ZWEIG ist eine echte Verzweigungsnummer, keine Marke.) Diese Option wird selten genutzt, kann aber nützlich sein, wenn man Quelltexte für dasselbe Projekt von unterschiedlichen Lieferanten erhält. Ein normales import-Kommando nimmt an, dass die Quelltexte in den Standardentwicklungszweig für externe Quelltexte importiert werden sollen, der 1.1.1 ist. Weil das üblich ist, macht sich meist keiner die Mühe, -b zu verwenden.
user@linux ~$ cvs import -m "import von Lieferant 1" derenprojekt MARKE1 MARKE1-0
    • Um einen anderen Entwicklungszweig als den normalen zu importieren, müssen Sie die Nummer des Zweiges explizit angeben:
user@linux ~$ cvs import -b 1.1.3 -m "von Lieferant 2" derenprojekt MARKE2 MARKE2-0
    • Der 1.1.3-Zweig kann, wie jeder andere auch, weitere zukünftige Imports aufnehmen und ebenfalls wie jeder andere in die Hauptentwicklungslinie integriert werden. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass alle zukünftigen Imports, die -b 1.1.3 verwenden, auch dieselbe Marke (MARKE2) benutzen. CVS prüft nicht, ob die Nummer und die Marke einer abgezweigten Version übereinstimmen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, werden unschöne und nicht vorhersagbare Dinge passieren.

Bemerkung:

Entwicklungszweige von externen Lieferanten [Vendor Branches, Anm.d.Übers.] werden normalerweise ungerade nummeriert, interne hingegen gerade.
  • -d
    • Vermerkt den Zeitpunkt der letzten Änderung der Quelldateien anstatt der aktuellen Zeit als Zeitpunkt des Imports. Dies funktioniert nicht mit Client/Server-CVS.
  • -I NAME
    • Dateien mit dem Namen NAME werden beim Import ignoriert. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Wildcards werden unterstützt: Bei Angabe von *.foo werden alle Dateien ignoriert, die auf .foo enden. (Für weitere Details zu Wildcards siehe auch CVSROOT/cvsignore im Abschnitt Archivverwaltungsdateien.) Die folgenden Datei- und Verzeichnisnamen werden standardmäßig ignoriert:
.
..
.#*
#*
,*
_$*
*~
*$
*.a
*.bak
*.BAK
*.elc
*.exe
*.ln
*.o
*.obj
*.olb
*.old
*.orig
*.rej
*.so
*.Z
.del-*
.make.state
.nse_depinfo
core
CVS
CVS.adm
cvslog.*
RCS
RCSLOG
SCCS
tags
TAGS
    • Sie können das Ignorieren dieser sowie eventuell weiterer, in .cvsignore, CVSROOT/cvsignore oder der Umgebungsvariablen CVSIGNORE aufgelisteter Dateinamen unterdrücken, indem Sie die Option -I ! verwenden. Das heißt,
user@linux ~$ cvs import -I ! -m "importiere das Universum" proj MARKE MARKE_0
    • importiert alle Dateien im aktuellen Verzeichnisbaum, auch solche, die normalerweise ignoriert werden würden.
    • Die Benutzung von -I ! löscht jede eventuell vorher erstellte Liste von zu ignorierenden Dateien, auch vorher angegebene -I-Optionen. Alle darauf folgenden -I-Optionen werden jedoch berücksichtigt. Daher ist
user@linux ~$ cvs import -I ! -I README.txt -m "Mitteilung" projekt BLA BLA_0
    • nicht dasselbe wie
user@linux ~$ cvs import -I README.txt -I ! -m "Mitteilung" projekt BLA BLA_0
    • Im ersten Fall wird README.txt nicht importiert, im letzteren Fall schon.
  • -k METHODE
    • Legt die Methode zur RCS-Schlüsselwortersetzung für die importierten Dateien fest. (Für eine Liste gültiger Methoden siehe auch Schlüsselwortersetzung später in diesem Kapitel.)
  • -m MITTEILUNG
    • Zeichnet die MITTEILUNG als die Import-Log-Mitteilung auf.
  • -W FILTER
    • Spezifiziert dateinamenbasierte Filter, die für import gültig sein sollen. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. (Zu Details über diese Filter siehe auch CVSROOT/cvswrappers im Abschnitt Archivverwaltungsdateien.)

5.8.2 init NEUES_ARCHIV

Alternativen: Keine
Erfordert: Einen Platz für das neue Archiv
Ändert: Archiv

Erzeugt ein neues Archiv (also ein Hauptarchiv, in dem dann viele verschiedene Projekte abgelegt werden können). Fast immer werden Sie hier die globale Option -d verwenden wollen, so wie in

user@linux ~$ cvs -d /usr/local/neues_archiv init

denn selbst wenn Sie eine CVSROOT-Umgebungsvariable gesetzt haben, zeigt diese wahrscheinlich auf ein bereit existentes Archiv, was im Zusammenhang mit diesem Befehl nutzlos oder gar gefährlich sein könnte. (Zu weiteren Schritten, die nach der Initialisierung eines Archivs unternommen werden sollten, siehe Kapitel 4.)

Optionen: Keine


5.8.3 kserver

Dies ist der Kerberos-Server. (Falls Sie Kerberos-Bibliotheken Version 4 oder kleiner haben - Version 5 verwendet nur GSSAPI, siehe gserver.) Dieses Kommando wird normalerweise nicht direkt von Benutzern gestartet. Es wird hingegen serverseitig gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :kserver: Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut:

user@linux ~$ cvs -d :kserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/repos checkout projekt

Die Konfiguration und Benutzung von Kerberos auf Ihrer Maschine an dieser Stelle zu erläutern, würde den Umfanges dieses Buches überschreiten. (Für einige nützliche Hinweise siehe auch den Abschnitt Kerberos Authenticated im Cederqvist.)

Optionen: Keine


5.8.4 log [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: lo, rlog
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt Log-Einträge für ein Projekt oder Dateien innerhalb eines Projektes an. Die Ausgabe von log ist nicht gerade im selben Stil wie die Ausgaben anderer CVS-Kommandos, da log auf einem älteren RCS-Programm basiert (rlog). Sein Ausgabeformat enthält einen Kopfteil, in dem verschiedene, nicht revisionsspezifische Details über die Datei enthalten sind, gefolgt von den eigentlichen Log-Mitteilungen (geordnet nach Revision). Jede Revision enthält nicht nur die Revisionsnummer und eine Mitteilung, sondern auch den Autor und das Datum der Änderung sowie die Anzahl der hinzugefügten oder gelöschten Zeilen. Alle Zeitangaben werden in UTC (GMT) angegeben, nicht Lokalzeit.

Da log-Ausgaben dateiweise erfolgen, muss ein einzelner Commit, der mehrere Dateien umfaßt, nicht unbedingt auch in geschlossener Form erscheinen. Wenn Sie jedoch alle Log-Mitteilungen und Daten aufmerksam verfolgen, dann ist es möglich zu rekonstruieren, was vorging. (Für Informationen über ein Programm, das mehrere Log-Dateien zu einer wesentlich lesbareren Form zusammenfassen kann, siehe auch cvs2cl.pl: die Erzeugung von Change-Logs im GNU-Stil aus CVS Logs in Kapitel 10; siehe auch history.)

Optionen:

Wenn Sie die folgenden Filteroptionen betrachten, wird möglicherweise nicht auf Anhieb klar, wie diese sich verhalten, wenn man sie kombiniert. Eine exakte Beschreibung des Verhaltens von log ist die, dass es stets die Schnittmenge der mit -d, -s und -w selektierten Revisionen, geschnitten mit der Vereinigungsmenge der mit -b und -r gewählten, anzeigt.

  • -b
    • Gibt nur Log-Informationen über den Standardentwicklungszweig aus (üblicherweise die höchste Abzweigung in der Hauptentwicklungslinie). Diese Option wird üblicherweise benutzt, um die Ausgabe von Log-Mitteilungen aus Seitenzweigen der Entwicklung zu unterdrücken.
  • -dDATUM
    • Selektiert Log-Informationen für die Revisionen, deren Datum zu dem Datum oder zu dem Datumsbereich passt, der durch DATUM gegeben ist, einer durch Semikola separierten Liste. Die Datumsangaben können in jedem der üblichen Datumsformate gehalten sein (siehe Datumsformate weiter vorne in diesem Kapitel) und können wie folgt in Bereiche kombiniert werden:
  • DATUM1<DATUM2
    • Bezeichnet Revisionen, die zwischen DATUM1 und DATUM2 entstanden sind. Falls DATUM1 zeitlich auf DATUM2 folgt, sollte > anstatt von < verwendet werden; sonst bleibt die Anweisung wirkungslos.
  • <DATUM DATUM>
    • Alle Revisionen vonDATUM oder früher.
  • <DATUM DATUM>
    • Alle Revisionen vonDATUM oder später.
  • DATUM
    • Bezeichnet die einzige aktuellste Version vom DATUM oder früher.

Sie können <= und >= anstatt von < und > verwenden, um einen inklusiven Bereich zu definieren (ansonsten sind die Bereiche exklusiv). Mehrere Bereiche können durch Semikola getrennt definiert werden, so selektiert zum Beispiel

user@linux ~$ cvs log -d"199-06-01<1999-07-01;1999-08-01<1999-09-01"

alle Log-Mitteilungen für Revisionen, deren Commit im Juni oder August 1999 durchgeführt wurde (wobei Juli ausgelassen wird). Es dürfen keine Leerzeichen zwischen -d und seinen Argumenten stehen.

  • -h
    • Gibt nur den Kopfteil der Information zu jeder Datei aus, der den Dateinamen, das Arbeitsverzeichnis, die aktuellste Revision, den Entwicklungszweig, die Zugriffsliste, Sperren (Locks), symbolische Namen (Marken) und die für diese Datei eingestellte Methode der Schlüsselwortersetzung enthält. Es werden keine Log-Mitteilungen ausgegeben.
  • -l
    • Lokal; bezieht sich nur auf Dateien im aktuellen Verzeichnis.
  • -N
    • Lässt die Liste der symbolischen Namen (Marken) aus dem Kopfteil weg. Dies kann nützlich sein, wenn Ihr Projekt viele Markierungen beinhaltet, Sie aber nur an den Log-Mitteilungen interessiert sind.
  • -R
    • Gibt den Namen der RCS Datei in dem Archiv aus.

Bemerkung:

Diese Bedeutung von -R unterscheidet sich von der sonst in CVS-Befehlen üblichen Funktion: Rekursiv. Daher gibt es keine Möglichkeit, ein in Ihrer .cvsrc-Datei für dieses Kommando vorhandenes -l aufzuheben. Schreiben Sie daher nicht log -l in Ihre .cvsrc-Datei.
  • -rREVS
    • Zeigt Log-Informationen zu den in REVS spezifizierten Revisionen - eine durch Kommata separierte Liste. REVS kann sowohl Revisionsnummern als auch symbolische Namen enthalten. Bereiche können wie folgt definiert werden:
      • REV1:REV2 Revisionen von REV1 bis REV2 (auf demselben Entwicklungszweig!)
      • :REV Revisionen vom Beginn der abgezweigten Version bis REV (inklusive)
      • REV: Revisionen von REV bis zum Ende der abgezweigten Version
      • ZWEIG Alle Revisionen einer abgezweigten Version von Anfang bis Ende
      • ZWEIG1:ZWEIG2 Mehrere Entwicklungszweige - alle Revisionen auf allen Zweigen im angegebenen Bereich
      • ZWEIG. Die aktuellste Revision von ZWEIG

Zudem selektiert ein allein stehendes -r ohne Argument die neueste Revision des Standardzweiges (normalerweise der Hauptentwicklungslinie). Leerzeichen zwischen -r und seinem Argument sind nicht gestattet.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -r eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.
  • -sSTATUS
    • Findet Revisionen, deren Statusattribut mit einem der in STATUS angegebenen Zustände übereinstimmt, eine durch Kommata separierte Liste. Zwischen -s und seinem Argument darf kein Leerzeichen sein.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -s eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.
  • -t
    • Wie -h, beinhaltet aber zusätzlich die Dateibeschreibung (die beim ersten Erstellen der Datei entstand).
  • -wBENUTZER
    • Findet Revisionen, deren Commit die Benutzer veranlasst haben, die in der durch Kommata separierten Liste BENUTZER aufgelistet sind. Ein -w ohne Argumente bewirkt eine Suche nach dem Benutzer, der cvs log gestartet hat. Bedenken Sie, dass, wenn Benutzer-Aliasing aktiviert ist, CVS den CVS-Benutzernamen anstatt des Systembenutzernamens beim commit aufzeichnet. Leerzeichen zwischen -w und seinem Argument sind nicht möglich.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -w eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.

5.8.5 login

Alternativen: logon, lgn
Erfordert: Archiv
Ändert: ~/.cvspass-Datei

Kontaktiert einen CVS-Server und überprüft die Zugangsberechtigung für ein bestimmtes Archiv. Dieses Kommando beeinflusst weder das Archiv noch eine Arbeitskopie; es überprüft lediglich das Passwort (zur Nutzung mit der :pserver:-Zugriffsmethode) für ein Archiv und speichert das Passwort zur späteren Benutzung in der .cvspass-Datei in Ihrem Home-Verzeichnis. Zukünftige Kommandos, die auf dasselbe Archiv mit demselben Benutzernamen zugreifen, erfordern dann kein erneutes Starten von login, da Ihr CVS einfach die Datei.cvspass konsultiert, um das Passwort zu erfahren.

Wenn Sie dieses Kommando verwenden, dann sollten Sie ein Archiv unter Verwendung der pserver-Zugriffsmethode angeben, beispielsweise

user@linux ~$ cvs -d :pserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv

oder durch Setzen der CVSROOT-Umgebungsvariablen.

Wenn sich das Passwort auf dem Server ändert, müssen Sie login erneut starten.

Optionen: Keine


5.8.6 logout

Alternativen: Keine
Erfordert: ~/.cvspass-Datei
Ändert: ~/.cvspass-Datei

Das Gegenteil von login - entfernt das Passwort für das angegebene Archiv aus der .cvspass-Datei.

Optionen: Keine


5.8.7 pserver

Alternativen: Keine
Erfordert: Archiv
Ändert: Nichts

Pserver ist der passwortauthentisierende Server. Dieser Befehl wird normalerweise nicht direkt von Benutzern ausgeführt. Er wird vielmehr durch /etc/inet.conf gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :pserver:-Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut. (Siehe auch login, logout und .cvspass im Abschnitt Laufzeit-Kontrolldateien in diesem Kapitel. Für Details zur Konfiguration eines passwortauthentisierenden CVS-Servers siehe Kapitel 4.)

Optionen: keine


5.8.8 rdiff [OPTIONEN] PROJEKTE

Alternativen: patch, pa
Erfordert: Archiv
Ändert: Nichts

Wie das diff-Kommando, mit dem Unterschied, dass es direkt im Archiv arbeitet und daher keine Arbeitskopie erfordert. Dieses Kommando ist zur Ermittlung von Unterschieden zwischen verschiedenen Versionen Ihrer Projekte gedacht. Die Ausgabe erfolgt in einem Format, das als Eingabe für das patch-Programm verwendet werden kann (sodass Sie ggf. Patches für Benutzer verteilen können, die Ihre Programme aktualisieren möchten).

Die Benutzung des Programmes patch liegt außerhalb des Themenbereiches dieses Buches. Seien Sie trotzdem darauf hingewiesen, dass die Verwendung der Option -p für patch erforderlich sein kann, wenn die Patch-Datei Änderungen für Dateien in Unterverzeichnissen enthält, um patch dazu zu bringen, die Aktualisierung erfolgreich durchzuführen. (Siehe die Dokumentation zu patch für weitere Informationen; siehe auch diff.)

Optionen:

  • -c
    • Erzeugt Ausgaben im context-diff-Format (Standardeinstellung).
  • -D DATUM oder -D DATUM1 -D DATUM2
    • Mit einem Datum erzeugt diese Option die Unterschiede zwischen den Dateien zum Zeitpunkt DATUM und der aktuellsten Revision. Mit zwei Daten wird der Unterschied der Dateien zu den jeweiligen Daten festgestellt.
  • -f
    • Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Revision mit -D oder -r nicht gefunden werden kann.
  • -l
    • Lokal; vergleicht nur Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV oder -r REV1 -r REV2
    • Mit einer -r-Option wird die mit REV bezeichnete Revision aus dem Archiv mit der aktuellen Arbeitskopie verglichen. Bei Angabe zweier -r-Argumente wird der Unterschied zwischen den jeweilig angegebenen Revisionen aus dem Archiv ermittelt.
  • -s
    • Zeigt eine Zusammenfassung der Unterschiede an. Es wird gezeigt, welche Dateien hinzugefügt, geändert oder entfernt wurden, ohne die konkreten Veränderungen am Inhalt aufzulisten. Die Ausgabe sieht so aus:
user@linux ~$ cvs -Q rdiff -s -D 1999-08-20 myproj
File myproj/Random.txt is new; current revision 1.4
File myproj/README.txt changed from revision 2.1 to 2.20
File myproj/baar is new; current revision 2.3
  • -t
    • Zeigt die Unterschiede zwischen den zwei aktuellsten Revisionen jeder Datei. Dies ist eine praktische Abkürzung zur Ermittlung der letzten Änderungen an einem Projekt. Diese Option kann nicht in Verbindung mit -D und -r verwendet werden.
  • -u
    • Erzeugt Ausgabe im unified diff-Format. Ältere Versionen des Programmes patch können mit dem unified diff-Format nicht umgehen; darum verwenden Sie diese Option besser nicht, um einen distributionsfähigen Patch zu erzeugen; benutzen Sie hingegen -c.
  • -V (Überholt)
    • CVS erzeugt eine Fehlermeldung, wenn Sie versuchen sollten, diese Option noch zu verwenden. Ich führe sie hier nur mit auf, falls Sie sie einmal in einem alten Skript finden sollten.

5.8.9 release [Optionen] VERZEICHNIS

Alternativen: re, rel
Erfordert: Arbeitskopie
Ändert: Arbeitskopie, CVSROOT/history

Meldet eine Arbeitskopie vom Archiv ab (markiert sie als nicht länger in Gebrauch). Im Gegensatz zu den meisten anderen CVS-Befehlen, die auf eine Arbeitskopie wirken, wird dieser Befehl nicht aus dem Verzeichnis der Arbeitskopie heraus aufgerufen, sondern aus dem direkt darüber liegenden (dem Mutterverzeichnis). Sie müssen entweder Ihre CVSROOT-Umgebungsvariable setzen oder die globale Option -d verwenden, da CVS sonst nicht in der Lage ist, das Archiv von der Arbeitskopie herauszufinden.

Die Benutzung von release ist nie erforderlich. Da CVS normalerweise keine Referenzen auf Arbeitskopien führt, können Sie Ihre Arbeitskopie auch einfach löschen.

Falls Sie jedoch Änderungen in Ihrer Arbeitskopie haben, von denen Sie noch keinen Commit durchgeführt haben, oder wenn Sie möchten, dass das Beenden Ihrer Arbeit als Ereignis in der CVSROOT/history-Datei vermerkt wird (siehe das history-Kommando), dann sollten Sie release verwenden.

Optionen:

  • -d
    • Löscht die Arbeitskopie, wenn die Abmeldung erfolgreich war. Ohne -d bleibt die Arbeitskopie auf der Platte auch nach dem Release erhalten.

Bemerkung:

Falls Sie irgendwelche neuen Verzeichnisse innerhalb Ihrer Arbeitskopie erzeugt haben, diese aber nicht dem Archiv hinzugefügt wurden, dann werden sie zusammen mit dem Rest der Arbeitskopie gelöscht, wenn Sie -d verwenden.

5.8.10 remove [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: rm, delete
Erfordert: Arbeitskopie
Ändert: Arbeitskopie

Entfernt eine Datei aus einem Projekt. Normalerweise wird die Datei direkt von der Platte gelöscht, wenn Sie dieses Kommando aufrufen (siehe jedoch -f). Obwohl dieser Befehl normalerweise rekursiv arbeitet, ist es üblich, die zu löschenden Dateien einzeln explizit zu benennen. Beachten Sie die Merkwürdigkeit im letzten Satz: Üblicherweise starten Sie cvs remove für Dateien, die in Ihrer Arbeitskopie gar nicht mehr existieren.

Obwohl das Archiv zur Bestätigung kontaktiert wird, werden die Dateien nicht wirklich gelöscht, bis später ein commit durchgeführt wird. Und selbst dann wird die RCS-Datei nicht wirklich aus dem Archiv gelöscht; wenn sie aus der Hauptentwicklungslinie stammt, wird sie lediglich in ein Attic/-Unterverzeichnis verschoben, wo sie noch immer für andere Entwicklungszweige zur Verfügung steht. Stammt sie aus einem Zweig, dann wird sie nicht bewegt, aber eine neue Revision mit dem Status dead2 auf der abgezweigten Version erzeugt (siehe auch add.)

Optionen:

  • -f
    • Löscht die Datei vor dem Löschen im CVS zunächst von der Platte. Diese Bedeutung von -f unterscheidet sich von der sonst in CVS-Befehlen üblichen Funktion: Erzwinge ggf. aktuellste Revision.
  • -l
    • Lokal; der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.

5.8.11 rtag [OPTIONEN] MARKE PROJEKT(E)

Alternativen: rt, rfreeze
Erfordert: Archiv
Ändert: Archiv

Markiert ein Modul direkt im Archiv (erfordert keine Arbeitskopie). Sie sollten Ihre CVSROOT-Umgebungsvariable korrekt gesetzt haben oder die Option -d benutzen, damit dieses Kommando funktioniert (siehe auch tag).

Optionen:

  • -a
    • Entfernt Markierungen von allen gelöschten Dateien, da diese lediglich aus historischen Gründen noch im Archiv vorhanden sind, nicht aber länger als Bestandteil des aktiven Projektes betrachtet werden. Obwohl es nicht erlaubt ist, Dateien mit einem symbolischen Namen zu markieren, der bereits an anderer Stelle verwendet wird, sollte es keine Probleme geben, falls diese Marke nur noch in gelöschten Dateien Verwendung findet (die aus der Sicht des aktuellen Projektes ja nicht mehr länger existent sind).
  • -b
    • Erzeugt eine neue abgezweigte Version mit dem Namen MARKE.
  • -D DATUM
    • Markiert die neuesten Revisionen, die nicht neuer als DATUM sind.
  • -d
    • Löscht die Markierung mit dem symbolischen Namen MARKE. Diese Änderung wird nicht protokolliert - die Markierung verschwindet einfach. CVS führt keine Protokolle der Änderungen an Markierungen.
  • -F
    • Erzwingt die Neuvergabe des symbolischen Namens, falls dieser bereits für irgendeine andere Revision in der Datei vergeben sein sollte.
  • -f
    • Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Bezeichnung oder Revision nicht gefunden werden kann (siehe -D und -r).
  • -l
    • Lokal; der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis.
  • -n
    • Verhindert die Ausführung von markierungsabhängigen Programmen, die in CVSROOT/modules angegeben sein könnten. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien für weitere Details zu diesen Programmen.)
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV
    • Markiert Revision REV. (Dabei kann REV wieder ein symbolischer Name sein.)

5.8.12 server

Startet einen CVS-Server. Dieser Befehl wird niemals von Benutzern ausgeführt (außer sie versuchen, Fehler im Client/Server-Protokoll zu finden), daher vergessen Sie einfach, dass ich ihn überhaupt erwähnt habe.

Optionen: Keine


5.8.13 status [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: st, stat
Erfordert: Arbeitskopie
Ändert: Nichts

Zeigt den Status von Dateien in der Arbeitskopie an.

Optionen:

  • -l
    • Lokal; der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Eventuelle Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -v
    • Zeigt symbolische Namen (Markierungen) für die Datei an.

5.8.14 tag [OPTIONEN] MARKIERUNG [DATEIEN]

Alternativen: ta, freeze
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv

Gibt einer bestimmten Revision oder einer Reihe von Revisionen eines Projektes einen symbolischen Namen. Oft nennt man diesen Vorgang auch eine Momentaufnahme des Projektes machen. Dieser Befehl wird ebenfalls dazu verwendet, neue Entwicklungszweige in CVS zu erzeugen (siehe die -b-Option; siehe auch rtag).

Optionen:

  • -b
    • Erzeugt eine neue abgezweigte Version mit dem Namen MARKE.
  • -c
    • Stellt sicher, dass die Arbeitskopie keine Änderungen beinhaltet, die noch nicht mit einem Commit bestätigt wurden. Sollte dies der Fall sein, wird eine Warnung ausgegeben und keine Markierung erzeugt.
  • -D DATE
    • Markiert die neuesten Revisionen, die nicht neuer als DATUM sind.
  • -d
    • Löscht die Markierung mit dem symbolischen Namen MARKE. Diese Änderung wird nicht protokolliert - die Markierung verschwindet einfach. CVS führt keine Protokolle der Änderungen an Markierungen.
  • -F
    • Erzwingt die Neuvergabe des symbolischen Namens, falls dieser bereits für irgendeine andere Revision in der Datei vergeben sein sollte.
  • -f
    • Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Bezeichnung oder Revision nicht gefunden werden kann (siehe -D und -r).
  • -l
    • Lokal; der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV
    • Markiert Revision REV (welche selber ein symbolischer Name sein kann).

5.8.15 unedit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Arbeitskopie

Signalisiert Beobachtern, dass Sie mit dem Bearbeiten einer Datei fertig sind (siehe auch watch, watchers, edit und editors).

Optionen:

  • -l
    • Lokal; signalisiert nur für Dateien im aktuellen Verzeichnis.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.

5.8.16 update [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: up, upd
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Arbeitskopie

Überführt Änderungen aus dem Archiv in Ihre Arbeitskopie. Als Seiteneffekt wird angezeigt, welche Dateien in Ihrer Arbeitskopie verändert wurden. (Falls jedoch die globale Option -Q verwendet wird, unterbleibt diese Anzeige; siehe auch checkout.)

Optionen:

  • -A
    • Löscht alle gebundenen Markierungen, Daten oder RCS-Schlüsselwortersetzungs-Methoden. Dies kann zu Veränderungen im Inhalt von Dateien führen, falls sich die aktuellsten Revisionen der Hauptentwicklungslinie von den bisher durch Bindungen festgelegten unterscheiden. (Sehen Sie -A einfach als einen neuen Checkout des Projekthauptzweiges an.)
  • -D DATUM
    • Aktualisiert bis zur letzten Revision, die nicht älter als DATUM ist. Diese Option wirkt bindend und impliziert -P. Sollte das Datum der Arbeitskopie gebunden sein, dann sind keine Commits möglich.
  • -d
    • Holt fehlende Verzeichnisse, also Verzeichnisse, die im Archiv existieren, aber in der Arbeitskopie noch nicht vorhanden sind. Solche Verzeichnisse könnten im Archiv angelegt worden sein, nachdem die Arbeitskopie zuletzt per Checkout übertragen wurde. Ohne diese Option arbeitet update nur auf Verzeichnissen, die bereits in der Arbeitskopie vorhanden sind; neue Dateien werden aus dem Archiv geholt, neue Verzeichnisse aber nicht (siehe auch -P).
  • -f
    • Erzwingt die Verwendung der aktuellsten Revision, falls eine mittels -D oder -r gegebene Revision nicht gefunden werden kann.
  • -I NAME
    • Wie die -I-Option des Befehles import.
  • -j REV[:DATUM] oder -j REV1[:DATUM] -j REV2[:DATUM]
    • Vereinigt zwei Entwicklungszweige. Wenn wir das optionale DATUM-Argument zunächst ignorieren (darauf wird später eingegangen), dann funktioniert -j so: Wenn nur ein -j gegeben ist, dann werden alle Veränderungen vom Zeitpunkt der Abspaltung des Entwicklungszweiges an bis zur Revision REV genommen und mit der Arbeitskopie vereinigt. Dabei entspricht der Zeitpunkt der Abspaltung der letzten Revision, die der Entwicklungszweig im Arbeitsverzeichnis und die abgezweigte Versionslinie von REV gemeinsam haben. Werden zwei -j-Optionen angegeben, werden die Veränderungen von REV1 bis REV2 in die Arbeitskopie integriert.
    • Die speziellen Bezeichner HEAD und BASE dürfen als Argumente für -j verwendet werden; sie bezeichnen die aktuellste Revision im Archiv respektive die Revision im Archiv, auf der die aktuelle Arbeitskopie basiert.
    • Was das optionale DATUM angeht: Falls sich REV auf eine abgezweigte Version bezieht, bezeichnet es normalerweise die neueste Revision auf diesem Zweig, Sie können jedoch diese auf die neueste Revision vor einem beliebigen DATUM beschränken. Das Datum sollte von der Revision durch einen Doppelpunkt ohne Leerzeichen abgetrennt sein wie in folgendem Beispiel:
user@linux ~$ cvs update -j einZweig:1999-07-01 -j einZweig:1999-08-01
    • In diesem Beispiel werden unterschiedliche Datumsangaben auf demselben Entwicklungszweig verwendet, sodass hier im Endeffekt die Veränderungen auf dem Entwicklungszweig einZweig zwischen Juli und August genommen und in die Arbeitskopie integriert werden. Beachten Sie jedoch, dass der Entwicklungszweig nicht notwendigerweise in beiden -j-Optionen derselbe sein muss.
  • -k METHODE
    • Verwendet RCS-Schlüsselwortersetzung gemäß der angegebenen METHODE. (Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.) Die gewählte Methode wirkt für die betroffenen Dateien bindend - spätere Aktualisierungen der Arbeitskopie werden davon betroffen (siehe aber -A).
  • -l
    • Lokal: aktualisiert nur das aktuelle Arbeitsverzeichnis.
  • -P
    • Leere Verzeichnisse werden gelöscht. Alle CVS-kontrollierten Verzeichnisse, die am Ende der Aktualisierung keine Dateien mehr enthalten, werden aus der Arbeitskopie entfernt (siehe auch -d).
  • -p
    • Gibt die Dateiinhalte auf die Standardausgabe aus, anstatt in die Dateien zu schreiben. Wird hauptsächlich verwendet, um zu einer früheren Revision zurückzugehen, ohne Bindungen (Sticky Tags) in der Arbeitskopie zu produzieren. Zum Beispiel:
user@linux ~$ cvs update -p -r 1.3 README.txt >README.txt
    • Nun hat README.txt wieder den Inhalt seiner früheren Revision 1.3, gerade so, als hätten Sie die Änderungen von Hand zurückgenommen.
  • -R
    • Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV
    • Aktualisiert (bzw deaktualisiert oder verzweigt) auf Revision REV. Wenn eine komplette Arbeitskopie aktualisiert wird, ist REV entweder einfach eine Marke oder die Markierung eines Zweiges. Bei der Aktualisierung einer einzelnen Datei kann es sich jedoch genauso gut um eine Revisionsnummer handeln.
    • Diese Option wirkt bindend. Wenn die Dateien auf eine nicht zum aktuellen Entwicklungszweig gehörige Markierung oder Revision verändert werden, dann können Sie keinen Commit mehr durchführen, bis die Bindung aufgehoben wurde (siehe -A). Wenn REV der Name einer abgezweigten Version war, sind Commits jedoch möglich und neue Revisionen fließen in diesen Zweig ein.
  • -WFILTER
    • Spezifiziert dateinamenbasierte Filter, die für das Update gültig sein sollen. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. (Siehe auch CVSROOT/cvswrappers im Abschnitt Archivverwaltungsdateien zu Details über diese Filter.) Zwischen -W und seinem Argument ist kein Leerzeichen.

5.8.17 watch on|off|add|remove [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Watchliste im Archiv

Schaltet die Beobachtung einer oder mehrerer Dateien ein. Anders als die meisten CVS-Befehle benötigt watch ein weiteres Subkommando, um etwas Sinnvolles zu bewirken. (Siehe auch watchers, edit, editors, unedit und CVSROOT/users im Abschnitt Archivverwaltungsdateien in diesem Kapitel.)

Subkommandos:

  • on
    • Schaltet das Beobachten der Dateien ein. Das bedeutet, dass sie beim Checkout als nur lesbar markiert werden und Benutzer cvs edit benutzen sollten, um sie beschreibbar zu machen (wobei alle Beobachter darüber informiert werden, dass die Datei nun bearbeitet wird). Das Einschalten an sich bewirkt nicht, dass Sie zur Watchliste irgendeiner Datei hinzugefügt werden. (Siehe watch add und watch remove zu diesem Problem.)
  • off
    • Das Gegenteil von watch on. Schaltet das Beobachten wieder ab.
  • add
    • Fügt Sie der Liste der Beobachter dieser Datei (Watchliste) hinzu. Sie werden benachrichtigt, sobald jemand einen Commit dieser Datei vornimmt, cvs edit oder cvs unedit ausführt (siehe jedoch die -a-Option).
  • remove
    • Das Gegenteil von watch add. Entfernt Sie aus der Watchliste dieser Datei.
    • Optionen (zur Benutzung mit jedem der watch-Subkommandos). Alle drei Optionen haben dieselbe Bedeutung wie für edit:
    • -a AKTIONEN
    • -l
    • -R

5.8.18 watchers [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt an, wer Dateien beobachtet.

Optionen - Diese Optionen haben dieselbe Bedeutung wie für edit:

  • -l
  • -R


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