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5 Liste der Befehle

m Folgenden eine Liste aller CVS-Befehle


5.1 add [OPTIONS] FILES

Alternativen: ad, new
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Arbeitskopie

Fügt eine neue Datei einem existierenden Projekt hinzu. Obwohl das Archiv zur Bestätigung kontaktiert wird, wird die Datei dem Archiv nicht wirklich hinzugefügt, bis später commit ausgeführt wird. (Siehe auch remove und import.)

Optionen:

  • -k METHODE
    • Spezifiziert, dass die Datei mit der angegebenen Methode zur Schlüsselwortersetzung abgespeichert werden soll. Zwischen -k und dem Argument ist kein Leerzeichen. (Für eine Liste gültiger Methoden und Beispiele siehe auch den Abschnitt Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)
  • -m MITTEILUNG
    • Vermerkt MITTEILUNG als ersten Eintrag zur Entstehung bzw. Beschreibung der Datei. Diese unterscheidet sich von dem Log-Eintrag bei späteren Revisionen - jede Datei hat nur genau eine Beschreibung. Die Beschreibung ist optional.

Bemerkung:

In Version 1.10.7 gibt es einen Fehler in CVS, der zum Verlust der Beschreibung führt, wenn eine Datei mittels Client/Server CVS hinzugefügt wird. Alle anderen Funktionen des add-Kommandos werden trotzdem einwandfrei ausgeführt, falls das ein Trost sein sollte.

5.2 admin [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: adm, rcs
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv

Dieses Kommando fungiert als Schnittstelle zu diversen administrativen Aufgaben - um genau zu sein Aufgaben, die sich auf einzelne RCS-Dateien innerhalb des Archivs beziehen, wie zum Beispiel die Veränderung der Schlüsselwortersetzungs-Methode oder die Veränderung einer Log-Mitteilung, nachdem diese bereits per commit gespeichert wurden.

Obwohl admin rekursiv arbeitet, sofern keine Dateiargumente übergeben wurden, ist es in den meisten Fällen sinnvoller, Dateien konkret zu spezifizieren. Es hat nur selten Sinn, einen admin-Befehl auf alle Dateien eines Projektes oder auch nur eines ganzen Verzeichnisses anzuwenden. Dementsprechend beziehen sich alle Erklärungen, die mit einer Datei zu tun haben, im Folgenden auf die im Befehl angegebene Datei, manchmal Dateien.

Bemerkung:

Falls es auf dem Rechner mit dem Archiv eine Benutzergruppe namens cvsadmin gibt, so dürfen nur zu dieser Gruppe gehörige Benutzer das admin-Kommando ausführen. (Ausnahme: cvs admin -k ist für alle erlaubt.) So können Sie admin für alle Benutzer sperren, indem Sie diese Gruppe leer lassen.

Optionen:

  • -AALTE_DATEI (Überholt)
    • Hängt die RCS-Zugriffsliste der Datei ALTE_DATEI an die Zugriffsliste der behandelten Datei an. CVS ignoriert RCS-Zugriffslisten, daher ist diese Option nutzlos.
  • -a BENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
    • Hängt die BENUTZER in der durch Kommata separierten Liste der Zugriffsliste der behandelten Datei an. Wie -A ist auch diese Option wirkungslos.
  • -bREV
    • Setzt die Revision des Standardverzeichnisbaumes der Datei (üblicherweise des Wurzelverzeichnisses) auf REV. Normalerweise werden Sie diese Option nicht benötigen, da Sie die Revisionen, die Sie benötigen, über bindende Markierungen erhalten, aber Sie könnten Sie verwenden, um zu einer Vertriebsversion zurückzukehren, falls Sie entsprechende Archivbereiche führen. Es sollte sich zwischen -b und seinem Argument kein Leerzeichen befinden.
  • -cKOMMENTAR_PREFIX (Überholt)
    • Setzt das Kommentarzeichen der Datei auf KOMMENTAR_PREFIX. Dieses wird weder von CVS noch von aktuellen RCS-Versionen verwendet. Diese Option ist daher wirkungslos.
  • -eBENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
    • Gegenstück zu -a: Entfernt Benutzernamen aus der Zugriffsliste. Ebenso wirkungslos wie -a und -A.
  • -i oder -I (Überholt)
    • Diese beiden sind so alt und überholt, dass ich nicht einmal auf ihre frühere Bedeutung eingehe. Neugierige mögen den Cederqvist befragen.
  • -kMETHODE
    • Setzt die Methode der Schlüsselwortersetzung für die Datei auf METHODE. Diese Option verhält sich wie die -k-Option des add-Befehls, nur dass man hier die Methode ändern kann, nachdem die Datei dem Archiv hinzugefügt wurde. (Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.) Zwischen -k und seinem Argument darf sich kein Leerzeichen befinden.
  • -L
    • Setzt das Locking der Datei auf strikt (siehe -l).
  • -l[REV]
    • Legt die Revision der Datei auf REV fest. Fehlt REV, so wird die neueste verfügbare Revision auf dem Hauptentwicklungszweig gehalten. Wenn REV ein Zweig des Archivs ist, so wird die aktuellste Revision in diesem Zweig des Archivs festgehalten (Locking). Der Zweck dieser Option ist, Ihnen eine Möglichkeit zu geben, reservierte Checkouts zu machen, bei denen nur ein Benutzer auf einmal die Datei bearbeiten kann. Ich bin nicht sicher, wie nützlich diese Option wirklich ist, aber wenn Sie sie ausprobieren möchten, sollten Sie das eventuell in Verbindung mit dem rcslock.pl-Skript aus dem contrib/-Verzeichnis der CVS Quelltextdistribution machen. Siehe auch die Kommentare in jener Datei für weitere Informationen. Unter anderem weisen diese Kommentare darauf hin, dass das Locking auf strikt gesetzt werden muss (siehe -L). Zwischen -l und dem Argument ist kein Leerzeichen.
  • -mREV:MITTEILUNG
    • Ändert die Log-Mitteilung für die Revision REV auf MITTEILUNG. Sehr praktisch - neben -k ist dies die wohl meist genutzte Option zu admin. Es sind keine Leerzeichen vor dem Argument oder um den Doppelpunkt herum gestattet. Natürlich darf MITTEILUNG trotzdem Leerzeichen enthalten (dann aber bitte die MITTEILUNG in Anführungszeichen setzen, damit die Shell nicht durcheinander kommt!).
  • -NNAME[:[REV]]
    • Wie -n, nur dass es das Überschreiben jeder existierenden Zuweisung des symbolischen Namens NAME erzwingt, anstatt mit einer Fehlermeldung auszusteigen.
  • -nNAME[:[REV]]
    • Es handelt sich hier um eine allgemeine Schnittstelle zur Zuweisung, Umbenennung und zum Löschen von Markierungen. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es keinen Grund, diese Option dem tag-Kommando und seinen vielfältigen Optionen vorzuziehen (-d, -r, -b, -f usw.). Ich empfehle daher die Benutzung des tag-Befehls. Der NAME und die Optionale REV können sich auf folgende Arten zusammensetzen:
    • Falls nur das NAME-Argument angegeben wurde, wird der symbolische Name (tag) namens NAME gelöscht. Falls NAME: angegeben wurde, aber kein REV, so wird NAME der aktuellsten Revision des Standardverzeichnisbaumes (üblicherweise der Hauptentwicklungslinie) zugewiesen. Falls NAME:REV gegeben ist, wird NAME der Revision zugeordnet. REV kann wiederum ein symbolischer Name sein, dann wird es zunächst in eine Revisionsnummer übersetzt (kann auch die Nummer einer abgezweigten Version sein). Falls REV die Nummer einer abgezweigten Version ist und ein Punkt folgt (.), dann wird NAME der aktuellsten Revision auf dieser abgezweigten Version zugewiesen. Ist REV nur $, dann wird NAME den Revisionsnummern zugeordnet, die in den Schlüsselwörtern der behandelten Datei(en) gefunden werden.
    • In allen Fällen, in denen ein Name zugewiesen wird, beendet sich CVS mit einer Fehlermeldung, sofern schon eine Marke namens NAME in der Datei existiert. (Ausnahme: siehe -N.) Es sind keine Leerzeichen zwischen -n und seinen Argumenten.
  • -oBEREICH
    • Löscht die Revisionen, die durch BEREICH spezifiziert werden (auch bekannt als Outdating, daher -o). BEREICH kann wie folgt angegeben werden:
      • REV1::REV2
        - Vernichtet alle Revisionen zwischen REV1 und REV2, sodass in der Revisionshistorie REV2 direkt auf REV1 folgt. Nach dieser Aktion sind alle Versionen dazwischen nicht mehr existent, und es gibt einen Sprung in der Folge der Revisionen.
      • ::REV
        - Löscht alle Revisionen vom Anfang dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) bis hin zu REV, natürlich nicht inklusive REV. Danach ist REV die erste Revision in diesem Bereich.
      • REV::
        - Schreddert alle Revisionen, die in dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) auf REV folgen. REV ist dann die letzte Revision in diesem Bereich.
      • REV
        - Löscht Revision REV. (-o1.8 wäre äquivalent zu -o1.7::1.9.)
      • REV1:REV2
        - Löscht von REV1 bis REV2 inklusive! Sie müssen im selben Entwicklungszweig sein. Danach ist es unmöglich, auf REV1, REV2 und alle Revisionen dazwischen zuzugreifen.
      • :REV
        - Löscht Revisionen vom Anfang des Entwicklungszweiges bis REV inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)
      • REV:
        - Löscht beginnend mit REV bis zum Ende der abgezweigten Version inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)

Bemerkung:

Keine der zu löschenden Revisionen darf Entwicklungszweige oder Locks haben. Sollten irgendwelchen der betroffenen Revisionen symbolische Namen zugewiesen sein, müssen diese zunächst mit tag -d oder admin -n gelöscht werden. (Genau genommen schützt CVS momentan nur dann gegen das Löschen symbolisch benannter Revisionen, wenn die ::-Notation verwendet wird, aber die :-Notation könnte sich diesem Verhalten bald anpassen.)
Anstatt diese Option zu nutzen, um ein fehlerhaftes Commit zu löschen, sollten Sie eine neue Version per Commit in das Archiv bringen, welche die fehlerhafte Änderung wieder in Ordnung bringt. Es gibt keine Leerzeichen zwischen -o und seinen Argumenten.
  • -q
    • Stellt CVS ruhig - keine unnötigen Mitteilungen werden generiert (genau wie mit der globalen Option -q).
  • -sSTATUS[:REV]
    • Setzt das Statusattribut der Revision REV auf STATUS. Wird REV weggelassen, so wird die aktuellste Revision des Hauptentwicklungszweiges angenommen. Ist REV eine Markierung oder Nummer einer abgezweigten Version, dann wird die aktuellste Revision auf dieser abgezweigten Version verwendet. Beliebige Buchstaben- oder Nummernfolgen für STATUS werden akzeptiert. Einige übliche Statusbezeichnungen sind Exp für experimentell, Stab für stabil und Rel für released (veröffentlicht). (Tatsächlich setzt CVS den Status automatisch auf Exp, wenn eine Datei neu erzeugt wird.) Beachten Sie, dass CVS die Statusbezeichnung dead für eigene Zwecke verwendet, also geben Sie diese bitte nicht an. Statusinformationen werden in der cvs log-Ausgabe sowie in den $Log- und $State-RCS-Schlüsselwörtern in Dateien ausgegeben. Zwischen -s und seinem Argument sind keine Leerzeichen.
  • -t[BESCHREIBUNGSDATEI]
    • Ersetzt die Beschreibung (den Log-Eintrag zur Entstehung) für die Datei durch den Inhalt von BESCHREIBUNGSDATEI oder liest diesen von der Standardeingabe, falls keine BESCHREIBUNGSDATEI angegeben wurde. Diese nützliche Option funktioniert - leider - momentan nicht im Client/Server-CVS. Außerdem wird jede existierende Beschreibung einer Datei gelöscht und durch einen leeren String ersetzt, falls man versucht, diese Option im Client/Server-CVS ohne Angabe von BESCHREIBUNGSDATEI zu verwenden. Wenn Sie die Beschreibung einer Datei erneuern müssen, dann tun Sie dies bitte nur lokal auf der Maschine mit dem Archiv, oder benutzen Sie die Option -t-BESCHREIBUNG. BESCHREIBUNGSDATEI darf nicht mit einem Bindestrich (-) beginnen (siehe -t-BESCHREIBUNG).
  • -t-BESCHREIBUNG
    • Wie -t, nur dass hier BESCHREIBUNG direkt als Beschreibung verwendet wird. BESCHREIBUNG darf Leerzeichen enthalten, wenn sie mit Anführungszeichen eingeschlossen wird. Diese Variante funktioniert im Client/Server-CVS und auch lokal ohne Probleme.
  • -U
    • Setzt das Locking auf nicht strikt. (Siehe auch -l und -L weiter oben.)
  • -u[REV]
    • Hebt die Sperrung der Revision REV auf (siehe -l.) Wird REV weggelassen, so entsperrt CVS die aktuellste durch den Aufrufer gesperrte Revision. Ist REV ein Entwicklungszweig, dann entsperrt CVS die aktuellste gesperrte Revision in dieser abgezweigten Version. Wenn jemand anders als der Sperrer einer Revision die Sperre wieder aufhebt, so wird an denjenigen, der die Sperrung vorgenommen hat, eine E-Mail verschickt. Die Person, welche die Sperre aufhebt, wird auf der Kommandozeile um eine Stellungnahme für die E-Mail gebeten. Zwischen -u und seinem Argument ist kein Leerzeichen.
  • -VRCS_VERSIONSNUMMER (Überholt)
    • Dies war einmal ein Weg, um CVS zur Erzeugung von RCS-Dateien zu bewegen, die zu früheren RCS-Versionen kompatibel waren. Inzwischen weicht das RCS-Format, das CVS benutzt, zunehmend von dem RCS-Format, das RCS verwendet, ab, sodass diese Option nutzlos geworden ist. Die Angabe dieser Option führt zu einer Fehlermeldung.
  • -xENDUNG (Überholt)
    • Theoretisch kann man mittels dieser Option die Dateiendung der RCS-Dateien bestimmen. Leider verlassen sich CVS und seine Werkzeuge darauf, dass diese Endung standardmäßig ist (,v), daher bewirkt diese Option nichts.

5.3 annotate [OPTIONEN] [DATEIEN] (Überholt)

Alternativen: ann
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt Informationen darüber an, wer zuletzt welche Zeile jeder Datei geändert hat und wann. Jede Ausgabezeile entspricht einer Zeile der Datei. Von links nach rechts beinhaltet die Zeile die Revisionsnummer der letzten Modifikation der Zeile, einen in Klammern stehenden Ausdruck, der den Benutzer und das Datum der letzten Änderung beinhaltet, einen Doppelpunkt und den Inhalt der Zeile in der Datei.

Wenn zum Beispiel eine Datei so aussieht:

Dies ist eine Testdatei

Sie hat nur zwai Zeilen

Ich meine zwei

dann können die Anmerkungen (annotations) für diese Datei so aussehen:

1.1 (jrandom 22-Aug-99): Dies ist eine Testdatei
1.1 (jrandom 22-Aug-99): Sie hat nur zwai Zeilen
1.2 (jrandom 22-Aug-99): Ich meine zwei

sodass Sie nun sehen, dass die ersten zwei Zeilen in der ersten Revision waren und die letzte Zeile in Revision 1.2 hinzugefügt oder geändert wurde (auch von jrandom).

Optionen:

  • -D DATUM
    • Zeigt die Anmerkungen der letzten Revision vor DATUM.
  • -f
    • Erzwingt die Anzeige der ersten Revision, falls die angegebene Markierung oder ein angegebenes Datum nicht gefunden wurde. Sie können diese Option in Verbindung mit -D und -r verwenden, um sicherzustellen, dass in jedem Fall eine Ausgabe erfolgt, auch wenn es nur Revision 1.1 der Datei ist.
  • -l
    • Lokal. Der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Eventuelle Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.
  • -R
    • Rekursiv. Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.
  • -r REV
    • Zeigt nur Anmerkungen zur Revision REV (kann eine Revisionsnummer oder eine Marke sein).

5.4 checkout [OPTIONEN] PROJEKT(E)

Alternativen: co, get
Erfordert: Archiv
Ändert: Aktuelles Verzeichnis

Extrahiert ein Modul aus dem Archiv in eine lokale Arbeitskopie. Die Arbeitskopie wird neu erzeugt, falls sie nicht existiert, und aktualisiert, falls sie bereits existiert (siehe auch update.)

Optionen:

  • -A
    • Setzt alle bindenden Markierungen (Sticky Tags), Datumsangaben oder Schlüsselwortersetzungs-Modi zurück. Diese Option entspricht der -A-Option für den update-Befehl und wird dort wahrscheinlich häufiger genutzt als hier bei checkout.
  • -c
    • Bewirkt, dass praktisch kein Checkout stattfindet; nur die CVSROOT/modules-Datei wird sortiert auf die Standardausgabe ausgegeben. Dies ist eine gute Methode, um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Projekte sich in einem Archiv befinden. Projekte ohne Eintrag in der modules-Datei werden jedoch nicht aufgelistet. (Das ist ganz normal, weil der Name des Hauptverzeichnisses eines Projektes im Archiv standardmäßig als der Modulname des Projektes dient.)
  • -D DATUM
    • Führt einen Checkout der letzten Revisionen bis DATUM aus. Diese Option ist bindend, d.h. Sie können anschließend aus der Arbeitskopie keinen Commit mehr durchführen, ohne das gebundene Datum zurückzusetzen (siehe -A). Diese Option impliziert -P, siehe unten.
  • -d VERZ
    • Erzeugt die Arbeitskopie in einem Verzeichnis VERZ, anstatt ein Verzeichnis mit dem Namen des vom Checkout betroffenen Moduls zu erzeugen. Wenn Sie nur einen Teil eines Projektes behandeln und dieser Teil irgendwo unterhalb des Wurzelverzeichnisses des Projektes liegt, werden die lokalen leeren Zwischenverzeichnisse weggelassen. Sie können -N benutzen, um diese Sparmaßnahme zu unterbinden.
  • -f
    • Erzwingt einen Checkout der ersten Revision, falls die angegebene Marke oder das angegebene Datum nicht gefunden wurde. Wird häufig in Verbindung mit -D oder -r verwendet, um sicherzustellen, dass der Checkout in jedem Fall erfolgreich ist.
  • -j REV[:DATUM] oder -j REV1[:DATUM] -j REV2[:DATUM]
    • Führt zwei Entwicklungslinien zu einer zusammen. Diese Option entspricht der -j-Option zu update, die wesentlich häufiger Verwendung findet (siehe update für weitere Details).
  • -k METHODE
    • Setzt die Methode zur Schlüsselwortersetzung für RCS auf METHODE (so kann die standardmäßig eingestellte Methode für die behandelten Dateien verändert werden). Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel. Die gewählte Methode wird permanent an die betroffenen Dateien gebunden - spätere Updates der Arbeitskopie werden sie beibehalten.
  • -l
    • Lokal; führt lediglich einen Checkout auf die Hauptentwicklungslinie des Projektes aus. Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.
  • -N
    • Unterdrückt das Weglassen leerer Unterverzeichnisse mit der -d-Option.
  • -n
    • Führt keines der Checkout-Programme aus, die in CVSROOT/modules mit der -o-Option angegeben sind. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien weiter hinten in diesem Kapitel für weitere Informationen.)
  • -P
    • Löscht leere Verzeichnisse in der Arbeitskopie (entsprechend der -P-Option zu update).
  • -p
    • Führt einen Checkout auf die Standardausgabe durch, nicht in Dateien (entsprechend der -p-Option zu update).
  • -R
    • Behandelt auch rekursiv Unterverzeichnisse (dies ist der Normalfall). Siehe auch die -f-Option.
  • -r MARKE
    • Führt einen Checkout der mit MARKE bezeichneten Revision durch. (Es würde kaum Sinn haben, hier eine numerische Revision (REV) zu verwenden, möglich ist es dennoch!) Diese Option bindet die mit MARKE bezeichnete Revision und impliziert -P.
  • -s
    • Wie -c, zeigt aber den Status jedes Moduls und sortiert nach Status. (Siehe auch CVSROOT/modules im Abschnitt Archivverwaltungsdateien.)

5.5 commit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: ci, comm
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv (und Verwaltungsdateien der Arbeitskopie)

Überträgt Änderungen einer Arbeitskopie in das Archiv.

Optionen:

  • -F MITTEILUNGSDATEI
    • Benutzt den Inhalt der MITTEILUNGSDATEI für den Log-Eintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -m kombiniert werden.
  • -f
    • Erzwingt die Aktualisierung des Archivs mit einer neuen Revision, auch wenn keinerlei Änderungen in der Arbeitskopie gemacht wurden. Commit arbeitet mit dieser Option nicht rekursiv (d.h. es impliziert -l). Rekursion kann mit der Option -R erzwungen werden.

Bemerkung:

Diese Bedeutung von -f stimmt mit der sonst üblichen Verwendung (erzwinge die Verwendung der ersten Revision) in den CVS-Kommandos nicht überein!
  • -l
    • Lokal; überträgt nur Änderungen aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.
  • -m MITTEILUNG
    • Verwendet MITTEILUNG als Log-Dateieintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -F kombiniert werden.
  • -n
    • Startet kein Modulprogramm. (Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien in diesem Kapitel für weitere Informationen.)
  • -R
    • Überträgt Änderungen auch aus Unterverzeichnissen. Dies ist das normale Verhalten, und die Option findet nur zur Aufhebung von -l in .cvsrc-Dateien Verwendung.
  • -r REV
    • Überträgt Änderungen der Arbeitskopie in die Revision REV, die entweder ein Entwicklungszweig sein muss oder eine Revision, die höher als alle bisherigen Revisionen ist. Commits auf einer abgezweigten Version werden immer an das Ende angehängt - Sie können eine früher übertragene Version nicht aktualisieren. Die Nutzung dieser Option bindet die Revision fest an die der übertragenen Dateien. Dies kann mit update -A gelöscht werden. Die -r-Option impliziert -f. Eine neue Revision wird auch dann übertragen, wenn keine Dateien in der Arbeitskopie verändert wurden.

5.6 diff [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: di, dif
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt die Unterschiede zwischen zwei Revisionen (im Unix diff-Format) an. Wenn diff ohne weitere Optionen aufgerufen wird, dann zeigt CVS die (möglicherweise noch nicht durch einen Commit abgeglichenen) Unterschiede zwischen den Basisrevisionen im Archiv und der Arbeitskopie an. Die Basis-Revisionen bezeichnen dabei die letzten Revisionen, die aus dieser Arbeitkopie heraus vom Archiv bezogen wurden. Beachten Sie, dass es durchaus neuere Revisionen im Archiv geben könnte, nämlich dann, wenn jemand anderes zwischenzeitlich einen Commit irgendwelcher Änderungen vorgenommen hat, die noch nicht mit einem Update in diese Arbeitskopie übernommen wurden.

Optionen:

  • -D DATUM
    • Erzeugt ein Diff gegen die neueste Revision, die nicht älter als DATUM ist. Diese Option verhält sich wie -r REV, außer dass statt der Revision ein Datum Verwendung findet.
  • -k METHODE
    • Expandiert RCS-Schlüsselwörter in den Diffs unter Verwendung der angegebenen METHODE. (Siehe auch den Abschnitt Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)
  • -l
    • Lokal; vergleicht nur Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.
  • -r REV oder -r REV1 -r REV2
    • Vergleicht entweder die aktuelle mit der angegebenen oder die beiden angegebenen Revisionen miteinander. Mit einer -r-Option wird die mit REV bezeichnete Revision aus dem Archiv mit der aktuellen Arbeitskopie verglichen. Bei Angabe zweier -r-Argumente wird der Unterschied zwischen den jeweils angegebenen Revisionen aus dem Archiv ermittelt. Im letzteren Fall spielt die Arbeitskopie keine Rolle, und die Revisionen können in beliebiger Reihenfolge angegeben werden - die Ausgabe spiegelt dann die Richtung des Vergleichsvorganges wider. Wird -r ganz weggelassen, so wird zwischen der Arbeitskopie und der Revision, worauf letztere basiert, verglichen.

5.7 Diff-Kompatibilitätsoptionen

Zusätzlich zu den angegebenen Optionen verwendet cvs diff noch einige Optionen, die mit der GNU-Version des normalen Kommandozeilenprogrammes diff übereinstimmen. Es folgt eine komplette Liste dieser Optionen, zusammen mit einer Erklärung einiger der üblicherweise am häufigsten verwendeten. (Für weitere Informationen siehe auch die GNU diff-Dokumentation.)

--0 -1 -2 -3 -4 -5 -6 -7 -8 -9
--binary
--brief
--changed-group-format=ARG
-c
-C NLINES
--context[=LINES]
-e --ed
-t --expand-tabs
-f --forward-ed
--horizon-lines=ARG
--ifdef=ARG
-w --ignore-all-space
-B --ignore-blank-lines
-i --ignore-case
-I REGEXP
--ignore-matching-lines=REGEXP
-h
-b --ignore-space-change
-T --initial-tab
-L LABEL
--label=LABEL
--left-column
-d --minimal
-N --new-file
--new-line-format=ARG
--old-line-format=ARG
--paginate
-n --rcs
-s --report-identical-files
-p
--show-c-function
-y --side-by-side
-F REGEXP
--show-function-line=REGEXP
-H --speed-large-files
--suppress-common-lines
-a --text
--unchanged-group-format=ARG
-u
-U NLINES
--unified[=LINES]
-V ARG
-W COLUMNS
--width=COLUMNS

Folgende GNU diff-Optionen werden am häufigsten mit cvs diff benutzt:

  • -B
    • Ignoriert Unterschiede, die auf das Einfügen oder Löschen leerer Zeilen hinauslaufen.
  • -b
    • Ignoriert Unterschiede in der Anzahl von Leerzeichen. Diese Option behandelt alle Folgen von Leerzeichen gleichwertig und ignoriert Leerzeichen am Zeilenende. Technischer ausgedrückt komprimiert diese Option alle Folgen von Leerzeichen auf je ein einziges und löscht Leerzeichen vom Zeilenende, bevor ein Vergleich stattfindet (siehe auch -w).
  • -c
    • Erzeugt Ausgaben im Kontext, d.h. üblicherweise werden um jeden aufgelisteten Unterschied drei Zeilen des umgebenden Quelltextes (eben der Kontext) angezeigt. (Dies wird gemacht, damit das patch-Programm verwendet werden kann, das mindestens zwei Zeilen Kontext benötigt.)
  • -C ANZ oder --context ANZ
    • Wie -c, aber mit ANZ Zeilen an Kontext.
  • -i
    • Der Vergleich nimmt mit -i keine Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung.
  • -u
    • Zeigt die Ausgabe im so genannten unified diff-Format an.
  • -w
    • Ignoriert alle Unterschiede bei Leerzeichen, sogar dann, wenn in der einen Datei an einer Stelle Leerzeichen sind, wo in der anderen überhaupt keine sind. Im Grunde eine verschärfte Version von -b.

5.7.1 edit [OPTIONEN] [DATEIEN]